25.06.2015 rss_feed

Kompromiss zur Tierwohlförderung mit Minister Meyer

Bei der Unterzeichnung des Eckpunktepapieres: v.l. Bartels (AEF), Meyer, Dierkes (ISN)

Bei der Unterzeichnung des Eckpunktepapieres: v.l. Bartels (AEF), Meyer, Dierkes (ISN)

Nach rund zweijähriger heftigster Auseinandersetzung zwischen Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer und der ISN um das Thema Schwänzekupieren und Ringelschwanzprämie wurde vor zwei Wochen ein gemeinsames Eckpunktepapier für eine effektive und praktikable Tierwohlförderung unterzeichnet. Die Ringelschwanzprämie ist ein Teilaspekt, der in dem Eckpunktepapier Eingang findet.

 

Das Papier ist ein guter Kompromiss und umfasst in seinem ganzen Umfang das gemeinsame Verständnis von dem, was in punkto Tierwohlförderung nötig ist, um beim Thema Kupierverzicht wirklich voranzukommen. Das bezieht sich auch auf zukünftig folgende Fördermaßnahmen.

 

Minister Meyer hat sich auf Schweinehalter zubewegt

Minister Meyer hat sich mit der Unterzeichnung des Eckpunkte­papieres deutlich auf die Schweinehalter zubewegt. Äußerte er sich noch vor einem Jahr in einer Pressemeldung, dass mit dem Kupieren der Schwänze Ende 2016 Schluss sei, so erkennt er nun an, dass ein Kupierverzicht nicht einfach nur mit dem Umlegen eines Schalters zu erreichen ist. So ist in dem Papier fixiert, dass es trotz vieler Bemühungen, auf das Schwänzekupieren bei Schweinen zu verzichten, hierfür noch keine Patentlösung gibt.

 

ISN: Kein Kupierverzicht von heute auf morgen

Die ISN hat in den öffentlichen Diskussionen immer wieder mit Nachdruck auf die bisher nicht gelösten Probleme bei einem Verzicht auf das Schwanzkupieren hingewiesen. Ein unbedachter Ausstieg würde zu einem deutlichen Tierleid führen und alle Bemühungen unterwandern - ein Kupierverzicht von heute auf morgen würde katastrophale Auswirkungen für die Tiere und für die Betriebe haben. Zudem hat sich die ISN schon vor Jahren in wissenschaftlich begleiteten Projekten zum Verzicht auf das Schwänzekupieren beteiligt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind mittlerweile auch von der Politik wahrgenommen und akzeptiert worden.

 

Minister Meyer hat im Rahmen des Eckpunktepapiers zugesichert, dass das Ministerium nur Maßnahmen umsetzen wird, die zu einer Verbesserung des Tierschutzes führen. Dies bedeutet im Klartext, das fixe Enddatum 2016 für das Kupieren gibt es nicht mehr. Es wird stattdessen regelmäßig überprüft, wo wir stehen, wie weit wir sind und wie es weiter geht. Ein fairer und ehrlicher Weg, auch das erkennen wir ausdrücklich an - und so hat es Minister Meyer auch vor der Presse mehrfach bekräftigt.

 

Umsetzung begleiten

Jetzt kommt es auf die Umsetzung des Eckpunktepapieres an. Als ISN werden wir uns weiterhin ernsthaft um praktikable Lösungen bemühen. Minister Meyer ist bei den Vorgaben für eine Ringelschwanzprämie in erheblichem Maße auf unsere Bedenken eingegangen und hat diese – soweit formal gegenüber dem ursprünglichen Antrag bei der EU in Brüssel noch möglich - entsprechend aufgenommen.

 

Details zu dem Programm finden Sie im Internet unter: www.tierwohl.niedersachsen.de

 

Aus Sicht der ISN ist es äußerst wichtig, dass volle Transparenz bei der Umsetzung der Prämie herrscht. Die Ringelschwanzprämie ist eine freiwillige Maßnahme, die nur für eine kleine Zahl von Betrieben reichen wird. Wir wollen aber, dass möglichst alle Schweinehalter von den Erkenntnissen profitieren. Außerdem hilft diese Transparenz, Enttäuschung in der öffentlichen Wahrnehmung zu vermeiden, wenn Dinge vielleicht nicht klappen, obwohl man sich das vorher anders vorgestellt hat.

 

Jeder einzelne Schweinehalter in Niederachsen muss sich individuell entscheiden, ob eine Teilnahme für ihn in Frage kommt.


Ringelschwanzprämie Niedersachsen – Teilnahmebedingungen veröffentlicht

ISN und Landwirtschaftsminister Meyer unterzeichnen gemeinsames Eckpunktepapier zur Tierwohlförderung in Niedersachsen


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