13.08.2015rss_feed

350 Anträge für Ringelschwanz- und Schnabelprämie in Niedersachsen

Auf das Kupieren der Schwanzspitze verzichtet

350 Anträge von konventionellen und ökologischen Betrieben sind in den vergangenen Wochen beim niedersächsischen Landwirtschaftsministerium (ML) für die neu geschaffene Tierschutzprämie eingegangen. Diese Tierhalter wollen künftig auf das Kupieren von Schweineschwänzen oder Legehennenschnäbeln verzichten.

 

Dieses Interesse an den erstmals vom Land ausgelobten Tierwohlprämien freut mich riesig, sagte Agrarminister Christian Meyer.

 

Guter Betriebsmix

Hinter den 350 Anträgen verbergen sich insgesamt 249 Tierhalter mit rund 600.000 Legehennen und weit mehr als 115.000 Mastschweine. Laut ML machen nicht nur ökologische oder nach Neuland-Richtlinien arbeitende Betriebe mit, sondern erstaunlich viele konventionelle. Die Antragszahlen stellten einen guten Mix aus kleinen und mittleren Betrieben sowie verschiedenen Haltungsformen dar, so Meyer.

 

1,9 Mio für intakte Schwänze

Das eingeplante Fördergeld reiche, um alle Anträge, die die Voraussetzungen erfüllen, wahrscheinlich zu bewilligen. Für Schweine mit intaktem Ringelschwanz und besseren Haltungsbedingungen wird eine Prämie von 16,50 Euro gezahlt. Halter von Legehennen mit unversehrtem Schnabel und mehr Platz werden mit 1,70 Euro pro Tier honoriert. Für die Schweinehaltung liegen Anträge auf Förderung im Volumen von mehr als 1,9 Millionen Euro vor, für die Legehennenhaltung könnten fast 950.000 Euro ausgegeben werden.

 

Landwirtschaftskammer prüft Anträge

Die Maßnahme läuft vorerst für ein Jahr. Für 2016 würde die Maßnahme mit langsam steigendem Gesamtetat dann erneut angeboten werden.

Voraussetzung für die Förderung sind nicht nur jederzeit intakte Ringelschwänze und mehr Platz für Legehennen, sondern auch die Teilnahme an umfangreichen Beratungen und Schulungen.

Die Landwirtschaftskammer wird nun die Anträge prüfen und zeitnah bewilligen. Im zweiten Halbjahr 2015 erfolgen die Pflichtberatungen für teilnehmende Schweinemäster und Ferkelerzeuger. Spätestens ab Dezember dieses Jahres stehen die ersten durch die Tierwohlprämien des Landes geförderten Mastschweine und Legehennen in den Ställen.

 

Die ISN meint:

115.000 Schweinen und ihre Halter nehmen bei dem bundesweit wohl größten Feldversuch für den Verzicht auf das Schwänzekupieren teil. Viel wichtiger als die nackte Teilnehmerzahl ist allerdings die nun anstehende Umsetzung. Da es beim Thema Schwanzbeißen unbestritten noch viele Wissenslücken gibt, ist das noch eine echte Herkulesaufgabe. Ein besonnenes und koordiniertes Vorgehen ist nun unerlässlich, den Tieren soll es nicht schlechter gehen als vorher! Genau so haben wir das mit Minister Meyer im Rahmen des Eckpunktepapiers festgeschrieben.


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arrow_forwardISN und Landwirtschaftsminister Meyer unterzeichnen gemeinsames Eckpunktepapier zur Tierwohlförderung in Niedersachsen

open_in_newHier lesen Sie die Originalpressemeldung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums


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