13.04.2018rss_feed

Zweite Hauspreiswoche bei Tönnies und Vion – Frontalangriff auf Preisempfehlung der Erzeuger?

Fairer Kampf?

Fairer Kampf?

Der Ringkampf um den Schlachtschweinepreis geht in eine neue Runde. Für die laufendende Schlachtwoche verkündeten die Schlacht­unternehmen Tönnies und Vion, auch weiterhin Hauspreise von 1,42 € zu zahlen und erkennen damit eine weitere Woche in Folge die unveränderte Notierung (1,45 €) der Vereinigung der Erzeuger­gemeinschaften (VEZG) nicht an.

Aber: Die sonst durch Hauspreise üblichen Marktverschiebungen sind aktuell nicht erkennbar. Es ist bemerkenswert ruhig und kein Überangebot festzustellen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

 

Hauspreise missachten aktuelle Marktlage

Wie in der Vorwoche kamen die Hauspreise überraschend, ohne Vorwarnung und unter Missachtung der aktuellen Marktlage. Auch in dieser Woche ist der Schlachtschweinemarkt entspannt und trotz Hauspreisdiskussionen von einer regen Nachfrage der Abnehmer geprägt, die zuletzt auf ein übersichtliches Angebot an lebenden Schweinen traf. Die Vermarktung schlachtreifer Schweine verläuft ausgesprochen reibungslos. Das vergangene Wochenende tat mit der Eröffnung der Grillsaison sein Übriges und der Fleischmarkt erhielt auf dem Binnenmarkt endlich die nötigen Impulse.

 

EZGs stärker unter Druck als privater Viehhandel

In der zweiten Hauspreiswoche ist die Verwunderung angesichts der entspannten Situation am Lebendmarkt und der erfreulichen Verbesserung der Fleischgeschäfte daher groß. Im Tagesgeschäft der Vermarkter sind die aktuellen Hauspreise nur bedingt ein Thema. Es kristallisiert sich heraus, dass der private Viehhandel business as usual betreibt, während die Erzeugergemeinschaften durchaus hörbar über Hauspreise klagen. Auch Vertreter mittelständischer Schlachtunternehmen betonen ihr Unverständnis bezogen auf die genannten Hauspreise und sehen selbst mindestens einen stabilen Preis oder sogar positive Tendenzen.

 

Hauspreise – Frontalangriff auf Erzeugernotierung?

Sind die Hauspreise von Tönnies und Vion womöglich ein Frontalangriff auf die Erzeugernotierung? Die Preisempfehlung der VEZG war in den vergangenen Wochen sehr besonnen, vernünftig und hatte ein marktkonformes Ergebnis. Die Entscheidung, genau jetzt mit Hauspreisen zu kommen, scheint daher vor allem strategische Gründe bei den genannten Schlachtunternehmen zu haben. Zum einen versucht man vermutlich, den Einkaufspreis auf ein niedrigeres Niveau auszubremsen, bevor der saisonal zu erwartende Preisanstieg in der Grill- und Spargelsaison nicht mehr aufzuhalten ist. Um das zu erreichen, ist es logisch, vornehmlich die Beteiligten an der VEZG-Preisempfehlung mit Hauspreisen unter Druck zu setzen. Denn ob tatsächlich, wie angekündigt, flächendeckend Hauspreise an alle Abnehmer gezahlt werden, ist angesichts der ausbleibenden Verschiebungen im Marktverlauf anzuzweifeln.

 

Weiter Ruhe bewahren

Festzuhalten bleibt, dass die aktuelle Situation am Schlacht­schweinemarkt keineswegs schlecht ist, Schweine sind gut gefragt.

Wer jetzt den üblichen Preisanstieg vermisst, sollte aus seiner Lethargie erwachen und Konsequenzen für seine Vermarktung ziehen!


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