30.06.2021

Wollen Tierschützer die Medien für dumm verkaufen? Das fragt sich die NOZ - der NDR hingegen nicht!

„Wollen Tierschützer die Medien für dumm verkaufen?“ Das fragt sich die NOZ - der NDR hingegen nicht!

„Wollen Tierschützer die Medien für dumm verkaufen?“ Das fragt sich die NOZ - der NDR hingegen nicht!

Ist der NDR auf einem Auge blind, wenn es um politisch agierende Tierrechtler geht? Fehlte die journalistisch gebotene Objektivität oder mangelte es schlicht an Sorgfalt? Diese Fragen haben wir heute in einem offenen Brief an die Verantwortlichen beim NDR zu einem Beitrag bei Hallo Niedersachsen gestellt.

 

+ + + Aktualisierung vom 30.06.2021: Rückmeldung des NDR + + +
Nach unserem gestrigen offenen Brief an den NDR haben heute der Fernsehchef des NDR-Landesfunkhauses in Hannover, Thorsten Hapke, und ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack den Sachverhalt in einem konstruktiven Gespräch erörtert und die jeweiligen Positionen ausgetauscht. Dr. Torsten Staack machte in dem Gespräch deutlich, dass die Beschwerde nicht gegen die Berichterstattung des NDR über Tierschutzvergehen an sich ging – die ISN nehme die Tierschutzvergehen sehr ernst und halte eine sachliche Information darüber für wichtig. Es sei vielmehr um die Einbindung des Deutschen Tierschutzbüros als Quelle gegangen. Man habe der Tierrechtsorganisation damit eine Plattform geboten, obwohl diese Organisation besonders in jüngster Vergangenheit zahlreiche rote Linien in unvorstellbarer Weise überschritten und Persönlichkeitsrechte mit Füßen getreten habe – zuletzt in den Fake-Anzeigen auf Immobilienscout24 und Immowelt. Wenn das Deutsche Tierschutzbüro derart menschenverachtend und politisch agiert und rechtstaatliche Vorgaben missachtet, darf das nicht ungestraft stehen bleiben. Genau deshalb haben wir das Vorgehen des gemeinnützigen Vereins auch beim zuständigen Finanzamt gemeldet. Das Deutsche Tierschutzbüro und Herr Peifer müssen endlich abrüsten, so Staack. Und direkt an das Deutsche Tierschutzbüro gerichtet fordert er: Sie können ja schon einmal damit anfangen, indem Sie unsere Fragen zur Spendenverwendung und zu den beteiligten Firmen in Ihrem Verein beantworten. Diese Fragen haben wir nämlich schon vor vier Jahren gestellt und noch immer keine Beantwortung erhalten.

 

Hintergrund unseres Beschwerdebriefes ist der Beitrag Tierquälerei in Schweineställen in der Sendung Hallo Niedersachsen vom 26.06.2021, in dem aus unserer Sicht eben jene notwendige journalistische Objektivität und Neutralität des Journalisten, der den Filmbeitrag erstellt hat, fehlte.

 

In dem Beitrag geht es im Speziellen um Tierschutzverstöße in einem schweinehaltenden Betrieb im Landkreis Osnabrück. Es ist unstrittig, dass es dort Probleme gab, ebenso wie die Tatsache, dass die zuständigen Behörden sowie die Staatsanwaltschaft dort eingeschaltet sind und den Fall aufarbeiten. Dieser Fall war in den vergangenen Wochen durch eine Tierrechtsorganisation, das Deutsche Tierschutzbüro, im Rahmen einer Kampagne wieder in die Medien gebracht worden. Allerdings: Der Fall ist aus dem Dezember letzten Jahres und die Behörden sind auch seit dieser Zeit eingeschaltet und aktiv geworden. Es gibt also keinen neuen Fall!

 

Trotzdem wurde nun – ein halbes Jahr später – vom NDR ein Beitrag produziert, der sich u.a. genau mit diesem Dezember-Fall eingehend beschäftigt. Wir haben im Vorfeld den Journalisten eindrücklich darauf hingewiesen, dass er sich vor den Karren des Deutschen Tierschutzbüros spannen lässt, wenn er dem Versuch der politischen Einflussnahme durch die Tierrechtler hin zum Veganismus eine Plattform bietet. Dass diese Tierrechtler jeglichen Anstand verloren haben und scheinbar vor nichts zurückschrecken, haben auch die jüngsten Fake-Anzeigen der Organisation auf Immoscout24 und Immowelt gezeigt. Denn damit wurden auf die übelste Weise Persönlichkeitsrechte verletzt und Anfeindungen der Landwirtsfamilie in Kauf genommen. Hier scheint den Tierrechtlern jedes Mittel recht. 

 

Im Gegensatz zum NDR hat z.B. die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) die notwendige Neutralität gewahrt und ist nicht auf das Deutsche Tierschutzbüro hereingefallen. So kommentiert ein NOZ-Redakteur am 23.06.2021: Neue Kampagne: Wollen Tierschützer Medien für dumm verkaufen? Dem NOZ-Redakteur fällt dabei auch auf, dass man mit der Kampagne krampfhaft versucht, die CDU in den Fall mit reinzuziehen. Das ist keine seriöse Presseinformation, sondern Agitation, so sein Fazit.

 

Leider hat es von Seiten des NDR vor der Veröffentlichung scheinbar keine oder nur eine ungenügende Prüfung des Sachverhalts gegeben, der im Vorfeld der Ausstrahlung längst bekannt war. Sonst wäre leicht aufgefallen, dass sich der Journalist von der Tierrechtsorganisation hat vor den Karren spannen lassen.

 

Wir haben den NDR in einem offenen Brief um eine Stellungnahme gebeten, warum es in diesem Fall offenbar kein Vier-Augen-Prinzip gegeben hat bzw. warum trotzdem insbesondere die versuchte politische Einflussnahme nicht aufgefallen ist.


Den offenen Brief können Sie hier lesen:

Tierrechtler zünden neue Eskalationsstufe – Versucht das Deutsche Tierschutzbüro die Medien zu täuschen?