27.02.2026rss_feed

Wertschöpfung stärken trotz ASP: Darum ist ein Regionalisierungsabkommen mit China so entscheidend

Seit 2019 sind die deutschen Schweinefleischexporte in Drittländer um 72 % zurückgegangen

Seit 2019 sind die deutschen Schweinefleischexporte in Drittländer um 72 % zurückgegangen

Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in China hat in dieser Woche neue Dynamik in die Exportstrategie der deutschen Schweinebranche gebracht. Mit der unterzeichneten Absichtserklärung für ein Regionalisierungsabkommen zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) wurde ein Schritt angestoßen, auf den die Branche seit Jahren wartet. Die Absichtserklärung öffnet die Tür zu einer Wiederaufnahme des Handels mit Schweinefleisch in den wichtigen Drittlandsmarkt China.

 

Im Rahmen seiner China-Reise hat Bundeskanzler Merz die Bedeutung des Agrar- und Lebensmittelexports für Deutschland deutlich unterstrichen. Im Mittelpunkt standen dabei auch bessere Rahmenbedingungen für den Export von Schweinefleisch. Insbesondere die Anerkennung von Regionalisierungsabkommen gilt als zentraler Baustein, um trotz regional begrenzter Tierseuchengeschehen wieder Marktzugang in wichtigen Drittstaaten zu erhalten. Der Bundeskanzler hat hierfür in China eine Tür für den Weg dorthin geöffnet. Die klaren politischen Signale sorgen in der Branche für neue Zuversicht.


China war ehemals der wichtigste Drittlandsmarkt für deutsches Schweinefleisch

China war ehemals der wichtigste Drittlandsmarkt für deutsches Schweinefleisch

Wichtige Drittlandsmärkte seit mehr als fünf Jahren gesperrt

Mit dem erstmaligen Auftreten der ASP in Deutschland im Jahr 2020 verhängten diverse Länder Einfuhrsperren gegen deutsches Schweinefleisch. Seitdem gingen die Drittlandsexporte von ehemals 1,18 Mio. t (im Jahr 2019) auf aktuell 335.000 t (im Jahr 2025) zurück, was einem Einbruch von 72 % entspricht. Zu den wichtigsten Zielländern außerhalb der EU zählen China, Großbritannien und Südkorea, Japan und Thailand. Nach Großbritannien konnte der Export trotz ASP weiterlaufen und mit Südkorea konnte ein Regionalisierungsabkommen ausgehandelt werden, sodass die Lieferungen dorthin im November 2023 wieder anliefen. Zwischenzeitlich gab es weitere Sperren aus Großbritannien und Südkorea durch die Maul- und Klauenseuche, diese sind mittlerweile aber wieder aufgehoben.


China als Schlüsselmarkt für die Wertschöpfung an Schweinen in Deutschland

Über fünf Jahre nach dem Ausbruch der ASP bleibt ein Großteil des asiatischen Marktes für deutsche Exporteure gesperrt. Gerade diese Zielländer sind entscheidend für die vollständige Wertschöpfung am Schlachtkörper, da dort auch Teile vom Schwein wie zum Beispiel Pfoten, Ohren und Schwänze verkauft werden können, die in Deutschland und in der EU kaum nachgefragt werden. China ist dabei der mit Abstand wichtigste Markt: Im Jahr vor der Sperre (2019) wurden rund 600.000 t Schweinefleisch dorthin exportiert, davon etwa 275.000 t Nebenprodukte.

 

Regionalisierungsabkommen zahlen sich aus

ISN-Marktanalyst Klaus Kessing fasst zusammen: Auch wenn China seinen Schweinebestand inzwischen wieder deutlich aufgebaut hat und der Importbedarf nicht mehr so hoch ist wie vor sechs Jahren, bleibt der Markt enorm - insbesondere für Nebenprodukte. Ein Regionalisierungsabkommen zwischen Deutschland und China wäre für deutsche Schweinehalter gerade in der aktuellen Phase mit hohen Verlusten eine sofortige Unterstützung. Das Beispiel Spanien zeigt deutlich: Politisches Engagement auf höchster Ebene kann die wirtschaftlichen Schäden auf den Betrieben erheblich mindern.

 



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