26.02.2026rss_feed

Signalwoche für die Schweinehaltung: Merz-Reise und Fleischgipfel stimmen zuversichtlich

China-Reise: Bundeskanzler Merz mit Staatspräsident Xi Jinping (Foto: Bunderegierung/Guido Bergmann)

China-Reise: Bundeskanzler Merz mit Staatspräsident Xi Jinping (Foto: Bunderegierung/Guido Bergmann)

Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf seiner China-Reise wichtige Impulse für die Exportstrategie der deutschen Tierhaltung gesetzt. Eine unterzeichnete Absichtserklärung könnte die Tür zu einem Regionalisierungsabkommen mit China zum Handel für Schweinefleisch aufgestoßen haben. Parallel dazu tauschte sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer gestern in Berlin beim sogenannten Fleischgipfel mit den Spitzenverbänden der Veredlungsbranche über die drängenden Herausforderungen in der Schweinehaltung aus und diskutierte konkrete Lösungsansätze.

 

In der Schweinebranche kommt spürbar Bewegung auf. Außenpolitisch wurde diese Woche ein wichtiges Signal beim Thema Exportstrategie gesetzt, was auch beim Fleischgipfel in Berlin Thema war. Darüber hinaus wurde beim Fleischgipfel die Situation in der Sauenhaltung diskutiert.

 

Merz unterschreibt Absichtserklärung

Bei der derzeitigen China-Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz wurden Vereinbarungen zur Zusammenarbeit im Bereich Tierseuchenbekämpfung unterzeichnet. Dazu gehört eine Absichtserklärung, gemeinsam in einen Arbeitsprozess für ein Regionalisierungsabkommen zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) einzusteigen, um die Exporthemmnisse für den Handel mit Schweinefleisch abzubauen.

 

Fortschritte beim Regionaliserungsabkommen für die ganze Wertschöpfungskette bedeutsam

Die ISN begrüßte die positive Entwicklung beim angestrebten Regionalisierungsabkommen. ISN‑Geschäftsführer Dr. Torsten Staack betonte: Überaus positiv ist, dass das Thema Regionalisierungsabkommen zur Chefsache gemacht wurde und hier mit der unterzeichneten Absichtserklärung ein wirklicher Fortschritt erreicht worden ist. Die Förderung des Exports und die Erschließung neuer Märkte sei sowohl für die Wertschöpfung in der Produktionskette Schweinefleisch als auch im Sinne der Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung.

 


Fleischgipfel in Berlin: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer tauschte sich mit den Spitzenverbänden der Veredlungsbranche über die drängenden Herausforderungen in der Schweinehaltung aus

Fleischgipfel in Berlin: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer tauschte sich mit den Spitzenverbänden der Veredlungsbranche über die drängenden Herausforderungen in der Schweinehaltung aus

Wir brauchen Schadenminierung beim Umgang mit der ASP

Weiter führt ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack aus: Flankierend brauchen wir einen neuen Umgang mit Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest mit dem Fokus auf Schadenminimierung. Schon ein einzelner Seuchenfall führt zu massiven finanziellen Einbußen für alle Schweinehalter in ganz Deutschland – oft über Monate. Dabei geht es darum die sehr hohen Anforderungen der Tierseuchenbekämpfung hinsichtlich des hohen Abstimmungsbedarfes zwischen den Behörden auf Kreis, Landes und Bundeseben weiter zu optimieren. Es ist nicht hinnehmbar, dass gesunde Tiere aus Sperrzonen nicht vermarktet werden dürfen und wir seit 2020 unter massiven Exportverlusten leiden. Bei der MKS im vergangenen Jahr haben gesehen, was alles möglich war, als sich der damalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, anders als bei der ASP, intensiv um Lösungen gekümmert hat.

Deutsche Sauenhaltung auf der Kippe

Weiter wurde die Situation in der Sauenhaltung diskutiert. Hier bestand Einigkeit, dass die Strukturen hierzulande erhalten werden müssen. Staack mahnte: Die deutsche Sauenhaltung steht auf der Kippe, wenn die anstehenden Umbaufristen greifen. Welche finanzielle und existenzielle Bedeutung das für die deutsche Ferkelerzeugung hat, und welches Austauschpotenzial durch Ferkelimporte besteht, haben wir dem Bundeslandwirtschaftsminister mit unseren Zahlen deutlich belegen können. Wenn ein durchschnittlicher Betrieb 1,2 Mio. Euro in die Hand nehmen muss, um die gesetzlichen Standards in Deutschland zukünftig zu erfüllen, ohne Aussicht auf mehr Erlös - kann das nicht funktionieren. Ohne Unterstützung und mit den durch die Umbaumaßnahmen verbundenen 15 € Mehrkosten für die Erzeugung der Ferkel in Deutschland werden wir weite Teile der deutschen Ferkelerzeugung verlieren. Unsere Analysen zeigen, dass zusätzlich zu den heute schon fast 10 Mio. Importferkeln schnell weitere 10 Mio. hinzukommen können. Damit würde dann ein weiteres Viertel deutscher Ferkelerzeugung kurzfristig durch Ferkelimporte aus benachbarten EU-Staaten ersetzt – das kann doch ernsthaft Niemand wollen.

 

Positives Fazit für die Schweinehalter

Die Problemlagen in der Schweinehaltung sind nicht neu – beim Fleischgipfel wurde jedoch einmal mehr deutlich, wie dick die Bretter sind, die gebohrt werden müssen, bis spürbare Fortschritte erreicht werden. ISN-Geschäftsführer Staack zieht ein ermutigendes Fazit: Der einberufene Fleischgipfel verlief äußerst positiv. Wir haben den Eindruck, dass die Problemlagen nicht nur erkannt wurden, sondern dass nun auch aktiv an Lösungen gearbeitet wird. Der offene Austausch war wichtig und konstruktiv.


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