11.05.2020rss_feed

Update Corona - 11. Mai: Untersuchungen bei Mitarbeitern von Schlachthöfen in mehreren Bundesländern

Corona-Infektionen bei Schlachtbetrieben

Nachdem am Freitag der Schlachthof der Westfleisch in Coesfeld aufgrund von Corona-Infektionen vorübergehend geschlossen wurde, laufen nun die Untersuchungen von Schlachthofmitarbeitern auf allen Schlachtstandorten in NRW. Auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein wird verstärkt untersucht. Zudem wird die Unterbringung der Werksvertragsmitarbeiter im Hinblick auf die Hygienemaßnahmen begutachtet. ISN: Nun ist Augenmaß gefragt! Natürlich muss alles getan werden, um die Verbreitung des Virus wirksam einzudämmen. Einen Überbietungswettbewerb um Maßnahmen zwischen Kommunen und zwischen den Bundesländern darf es aber nicht geben!

 

 

Am vergangenen Freitagnachmittag musste der Schlacht- und Zerlegebetrieb bei der Westfleisch in Coesfeld auf Anordnung des Landkreises Coesfeld in Abstimmung mit der NRW-Landesregierung vorübergehend eingestellt werden. Hintergrund waren zahlreiche Corona-Infektionen unter Mitarbeitern der Westfleisch in Coesfeld, so dass nun alle Mitarbeiter des Standortes untersucht werden. Bis zum heutigen Nachmittag wurden laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann 249 positive bei 476 negativen Testergebnissen ermittelt. 278 Testergebnisse standen noch aus.

 

Kontrollen an allen Schlachthöfen in NRW, Schleswig-Holstein und Niedersachsen

Inzwischen haben die Landesregierungen von NRW und Schleswig-Holstein entschieden, auf allen großen Schlachtbetrieben Corona-Untersuchungen der Schlachthofmitarbeiter durchzuführen. Allein bezogen auf NRW sind das rund 20.000 Mitarbeiter. Außerdem sollen die Unterkünfte von Mitarbeitern mit Werksverträgen inspiziert werden. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil kündigte ebenfalls entsprechende Testungen sowie Kontrollen in Niedersachsen an.

 

Die ISN meint:

Durch die Corona-Infektionen und die im Falle Westfleisch Coesfeld angeordnete vorübergehende Schließung des Schlachthofes ist letztlich die ganze Wertschöpfungskette betroffen. Deshalb stehen seit Ende letzter Woche die verschiedenen Beteiligten  – u.a. der ISN – mit den verantwortlichen Ministerien und Behörden in einem regen Austausch. Die Maßnahmen zur Vermeidung von Corona-Infektionen sind bekannt und werden in den verschiedenen Schlachthöfen auch schon seit längerer Zeit umgesetzt. Dort wo es noch Schwachstellen gibt, müssen diese unmittelbar abgestellt werden, damit der Schlachtbetrieb schnell wieder in Gang kommt.

Die Schweinehalter haben - wie das Gros aller Unternehmen in Deutschland auch - bereits heute schwer mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. So ist der Preis für Schlachtschweine bis zur vergangenen Woche bereits um mehr als 20 % zurückgegangen, was wesentlich auf die durch Corona veränderten Warenströme zurückzuführen ist.

Es ist nun einmal Fakt, dass die Produktion auf den tierhaltenden Betrieben nicht von einem auf den anderen Tag abgestellt werden kann. Deshalb ist es auch insbesondere aus Tierschutzgründen wichtig, dass die Schlachtungen mit entsprechenden Hygienemaßnahmen aufrechterhalten werden bzw. dort wo sie eingestellt wurden, wieder in Gang kommen. Denn es werden in den Betrieben weiter Ferkel geboren und die Tiere wachsen ebenfalls weiter, so dass es bei einem spürbaren Wegfall von Schlachtkapazitäten in den Ställen schnell eng werden wird.

Natürlich muss alles getan werden, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, aber ein Überbietungswettbewerb um Maßnahmen zwischen Kommunen und zwischen den Bundesländern muss vermieden werden. Dafür ist ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen der Ministerien und Behörden mit Augenmaß unbedingt notwendig.

 


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