14.08.2018rss_feed

Update: ASP in Osteuropa – Über 500 neue Fälle in Rumänien

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa

Berichte über die weiterhin anhaltende Dürre prägen in Deutschland die Nachrichtenlage. Dabei darf die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) für die Schweinebranche nicht aus den Augen verloren werden. Die Lage in einigen Ländern Osteuropas ist extrem angespannt.

Ein Überblick:

Polen

Die ASP zieht in Polen immer weitere Kreise. Die Zahl der Seuchenausbrüche bei Hausschweinen ist seit Jahresbeginn laut offiziellen Angaben auf mehr als 80 angestiegen. Seit 2014 die Afrikanische Schweinepest zum ersten Mal in Polen festgestellt wurde, kam es in gut 180 Fällen zur Infektion von Stalltieren. Zugleich sind seitdem nachweislich mehr als 2000 Wildschweine der Seuche zum Opfer gefallen.

Obwohl die polnische Regierung zwischenzeitlich umfangreiche Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit eingeführt hat, ist das Seuchengeschehen bislang nicht spürbar abgeflaut. Der polnische Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowksi setzt im Kampf gegen die ASP daher auch auf eine zunehmende Professionalisierung der Schweinehalter. Ardanowski rief laut Agra Europe die Landwirte nochmals zu höchster Aufmerksamkeit hinsichtlich der Biosicherheit auf und warnte vor der Gefahr einer Einschleppung der Seuche durch verschmutztes Schuhwerk oder das Eindringen von Vögeln und anderen Tieren in die Ställe. Unternehmern, die dies nicht sicherstellen können, rät der Minister, die Produktion auch im Interesse der Nachbarbetriebe besser einzustellen.

 

Lettland

Auch in Lettland breitet sich die Afrikanische Schweinepest weiter aus. Vergangene Woche wurde das Virus in einem Zuchtbetrieb mit 15.000 Tieren festgestellt. Es ist der bislang größte betroffene Bestand in dem Baltenstaat.

In Lettland wird die ASP ebenfalls seit 2014 wiederholt bei Wildschweinen und auch in Hausschweinbeständen nachgewiesen. In diesem Jahr ist das Virus bisher achtmal in Kleinbetrieben mit 4 bis 20 Schweinen. Insgesamt seien damit seit dem erstmaligen Ausbruch mehr als 36.000 Hausschweine und über 4500 Wildschweine mit dem Virus infiziert worden.

 

Rumänien

Während sich das Virus in den übrigen osteuropäischen Ländern vor allem bei toten Wildschweinen nachweisen lässt, sind in Rumänien aktuell überdurchschnittlich viele Hausschweine in Hinterhofhaltungen infiziert worden. Im Juni begann die ASP sich rasant in rumänischen Kleinstbetrieben auszubreiten. Bis Ende Juli meldet das rumänische Veterinäramt über 500 Ausbrüche vor allem im Osten des Landes.

In Rumänien hat das Virus auch den bislang größten Betrieb getroffen. Mitte Juli musste der rumänische Schweinefleischhersteller Carniprod, der eigene Mastanlagen betreibt, an zwei Standorten rund 48 000 Schweine keulen. Wenig später wurde in einem zweiten Großbetrieb mit knapp 20.000 Tieren ebenfalls ein ASP-Ausbruch diagnostiziert.

Um der Lage wieder her zu werden, hat die rumänische Regierung drastische Schritte eingeleitet. Gemäß einer aktuellen Verordnung des Landwirtschaftsministeriums müssen Bauern in ASP-befallenen Gebieten ihr Erntegut auf den Feldern verbrennen oder auf andere Art isolieren. Das Ministerium hat strenge Kontrollen angekündigt. Aktuell ist der Handel mit Lebendschweinen und Schweinefleisch im ganzen Land mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. Handelsverbände prognostizieren, dass die rumänischen Verbraucher für bis zu sechs Monate ohne Schweinefleisch auskommen müssen.

 

Ungarn, Tschechien, Ukraine, Estland, Litauen

In diesen Ländern wurden in den vergangenen Wochen keine bzw. nur wenige neue Fälle bei Wild- und Hausschweinen registriert.


Die ISN meint

Der Blick nach Osteuropa zeigt, dass es weiterhin dringend zu empfehlen ist, die Hygienemaßnahmen auf Ihren Betrieben genau zu überprüfen und weiter zu optimieren. Es muss das Ziel aller Schweinehalter sowie der gesamten Schweinebranche sein, ein Einschleppen der ASP nach Deutschland zu verhindern! Dies ist nur möglich, wenn alle Beteiligten die Vorsichtsmaßnahmen strikt einhalten.


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