09.10.2020rss_feed

Schlachthof in Sögel muss in Betrieb bleiben!

Bild: Tönnies/ Twitter

Bild: Tönnies/ Twitter

Landwirte protestieren in Meppen und Sögel gegen Schlachthofschließung. Samtgemeinde Sögel nennt drohende Schlachthofschließung kontraproduktiv und gefährlich und fordert weiteren Schlachtbetrieb. Tönnies hat Klage gegen die Schließung eingereicht.

ISN: Die Anordnung der Schlachthofschließung in Sögel ist ein Akt der politischen Willkür. Wir fordern den Landrat Burgdorf und Niedersachsens Sozialministerin Reimann dazu auf: Wahren Sie die Verhältnismäßigkeit und sorgen Sie dafür, dass der systemrelevante Schlachtbetrieb in Sögel  weiter laufen kann.

 

Politische Willkür auf dem Rücken der Schweinehalter beenden!

Die Corona-Pandemie hält Deutschland weiter in Atem und muss ohne Frage in allen Lebensbereichen konsequent bekämpft werden. Die beabsichtigte Schließung des Schlachthofs in Sögel, welche durch den Landkreis Emsland verfügt und von Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann als richtig bezeichnet wurde, ist aber aus Sicht der ISN ein Akt der politischen Willkür. Hier soll ein Exempel an der Schlachtindustrie statuiert werden. Maßnahmen des Schlachthofs und sinkende Fallzahlen zählen scheinbar nicht. Diese politische Willkür muss ein Ende haben. Deshalb braucht es, wie in anderen systemrelevanten Bereichen, auch für Schlachtbetriebe ein klares, risikoorientiertes und verhältnismäßiges Vorgehen, eben frei von politischer Willkür, so ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. An Sozialministerin Reimann und den zuständigen Landrat Marc-André Burgdorf gerichtet fordert der ISN-Geschäftsführer: Wahren Sie die Verhältnismäßigkeit und sorgen Sie dafür, dass der systemrelevante Schlachtbetrieb in Sögel  weiter laufen kann.

 

Vorsichtsmaßnahmen im Schlachtbetrieb greifen

Ein Blick auf die Corona-Fallzahlen, die das Unternehmen Tönnies veröffentlicht hat, zeigen: Die ermittelten Neuinfektionen unter den Schlachthofmitarbeitern sind deutlich rückläufig, so kamen am Dienstag noch neun und am Mittwoch nur noch drei Neuinfektionen dazu. Im Vergleich dazu sind die Fallzahlen im Landkreis Emsland kontinuierlich weiter angestiegen. Die umfassenden Vorsichtsmaßnahmen im Betrieb greifen. Mitarbeiter werden täglich durch einen Corona-Schnelltest vor dem Betreten des Geländes getestet. Positiv getestete Mitarbeiter kommen so gar nicht erst in den Betrieb. Solange in der Bevölkerung Corona-Infektionen auftreten, wird es logischerweise so sein, dass auch bei den vielen Tests am Schlachthof positive Befunde auftreten. Entscheidend ist jedoch, dass der Schlachthof nicht zum Beschleuniger wird – und das widerlegen die Zahlen eindeutig.

 

Landwirte demonstrieren beim Kreishaus und in Sögel

Heute haben Landwirte aus dem Emsland gegen die Schließung des Schlachthofes protestiert. Laut den Presseberichten haben ca. 100 Landwirte mit 55 Schleppern Landrat Burgdorf beim Kreishaus in Meppen besucht und die Notlage der Schweinehalter deutlich gemacht. Anschließend ging es zum Schlachthof in Sögel. Das Unternehmen Tönnies hat hierzu auf Anfrage der ISN folgendes Statement abgegeben: Wir bedanken uns bei den Landwirten aus dem Emsland für die spontane Unterstützungs-Demo in Sögel. Wir tun alles dafür, dass der Betrieb weitergeht. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück ist eingereicht, da die absolute Schließung nicht verhältnismäßig ist. Die Neuinfektionszahlen sinken stark, die Schutzbarrieren wirken.

 

Samtgemeinde Sögel: Schlachthofschließung kontraproduktiv und gefährlich

In einem offenen Brief hatte die ISN gestern den Landrat des Landkreises Emsland aufgefordert, die Verfügung zur Schlachthofschließung zurück zu nehmen. Gestern hat auch der Bürgermeister der Samtgemeinde Sögel, Günter Wigbers, die gleiche Forderung in einem Brief an den Landrat geschickt. Der Bürgermeister bezeichnete die Schließung für Sögel, das Emsland und die Menschen sogar als kontraproduktiv und gefährlich, denn die Schließung würde zu einem erheblichen Kontrollverlust führen.    

 


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