12.08.2015rss_feed

REWE verzichtet ab 2017 auf Fleisch von betäubungslos kastrierten Schweinen – ISN: Nicht auf Kosten der Tierhalter profilieren

Logo der Rewe Group

Ab dem 1. Januar 2017 will die REWE Group bei ihren Eigenmarken kein Frischfleisch mehr verkaufen, welches von betäubungslos kastrierten Schweinen stammt.

Die betäubungslose Kastration passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit. In der Theorie verfügen wir bereits jetzt über alternative Methoden, welche den Tieren die schmerzhafte Prozedur ersparen kann, kommentiert Dr. Klaus Mayer, Leiter Qualitätsmanagement bei der REWE Group, die Entscheidung.

 

Zusammen mit den Lieferanten möchte REWE einen Strategieprozess starten, um das Fleisch von betäubungslos kastrierten männlichen Schweinen aus dem Sortiment zu verbannen.

 

Mit der Entscheidung steht REWE nicht allein da. Doch die Konkurrenz geht zum Teil noch weiter: Aldi hatte im April diesen Jahres angekündigt, ab 2017 Fleisch von kastrierten Schweinen ganz aus dem Sortiment zu nehmen. Das deutsche Tierschutzgesetz sieht ein Verbot der betäubungslosen Kastration ab 2019 vor.

Die ISN meint:

Ohne ein breites Bekenntnis des Lebensmitteleinzelhandels für Eberfleisch wird die Schweinefleischbranche in Deutschland spätestens 2019 Schiffbruch erleiden. Für die Landwirte wäre der weitere Ausbau der Ebermast grundsätzlich kein Problem. Doch bei vielen Abnehmern in der Fleischverarbeitung und im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bleibt Eberfleisch weiterhin ein Tabu. Leider sagt auch REWE nicht, auf welche Alternativen man zurückgreifen will.

 

Es stellt sich die Frage, ob die Impfung gegen den Ebergeruch beim Verbraucher Akzeptanz finden würde. Auch praxistaugliche Betäubungsverfahren gibt es auf dem Markt bislang nicht. Unterschiedliche Quellen berichten, dass immer mehr Verarbeitungsunternehmen und Einzelhändler daher nur noch Fleisch von weiblichen Tieren kaufen. Das ist scheinheilig und bringt keine Lösung.

Erst vor wenigen Tagen posteten im Rahmen einer Ferkelprotestwoche viele Schweinehalter Bilder auf der Facebook-Seite des Tierschutzbundes mit Kommentaren wie Auf die Kastration verzichten? Würde ich gerne! Leider kann ich meine Eber nicht vermarkten.

Nicht auf Kosten der Schweinehalter profilieren

Anstatt sich auf Kosten der Schweinehalter zu profilieren und Tierschutz als Wettbewerbsfaktor zu nutzen, sollten sich die Lebensmitteleinzelhändler stärker an der Problemlösung beteiligen. Über die Brancheninitiative Tierwohl können Landwirte schon heute die Mehrkosten erstattet bekommen, wenn sie auf die betäubungslose Kastration verzichten. Leider reicht das Geld nicht für alle Landwirte, die freiwillig mitmachen wollen. Zuletzt hatte die Schwarz-Gruppe, zu der die Einzelhändler Lidl und Kaufland gehören, daher angekündigt, den Tierwohlbeitrag aufzustocken.

Sollte REWE nicht nur Nachhaltigkeit predigen sondern tatsächlich leben, würden sie sich schleunigst den Ankündigungen der Schwarz-Gruppe anschließen.


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