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FLI: Landwirtschaftliche Nutztiere sind nicht mit SARS-CoV-2 infizierbar  

Landwirtschaftliche Nutztiere sind nicht mit SARS-CoV-2 infizierbar

Landwirtschaftliche Nutztiere sind nicht mit SARS-CoV-2 infizierbar

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat bei Untersuchungen festgestellt, dass die in Deutschland üblichen landwirtschaftlichen Nutztiere nicht mit SARS-CoV-2 infizierbar sind und damit keine Gefahr für Menschen darstellen. Auch gibt es entgegen Berichten aus China keine Hinweise dafür, dass über den Verzehr von Fleischwaren oder Kontakt mit kontaminierten Fleischprodukten oder Oberflächen ein Corona-Infektionsrisiko besteht.

 

Wie aus einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hervorgeht, war das zum BMEL gehörende Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), beauftragt worden, Studien zur Empfänglichkeit von Tieren gegenüber SARS-CoV-2 durchzuführen.

 

Zusammengefasst wurden dabei folgende Ergebnisse festgestellt:

Landwirtschaftliche Nutztiere

  • Die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere – wie Schweine und Hühner – sind nicht infizierbar.
  • Bei einzelnen Tieren – wie Rinder – konnte lediglich eine minimale Virusvermehrung beobachtet werden, die auch nicht an Kontakttiere weitergegeben wurde.
  • Von diesen Tieren geht demnach keine Gefahr der Übertragung des Virus SARS-CoV-2 auf den Menschen aus.

 

Haustiere

  • Bei Katzen, Hunden und gehaltenen Nerzen wurden SARS-CoV-2-Infektionen im Feld nachgewiesen und auch experimentell untersucht.
  • Bisher liegen keine Hinweise vor, dass sich Menschen bei Hunden oder Katzen mit SARS-CoV-2 infiziert haben.
  • Das FLI und das Robert-Koch-Instituts geben hinsichtlich der sporadisch auftretenden Infektionen bei Katzen oder Hunden klare Handlungsempfehlungen.
  • Diese stellen sicher, dass solche Infektionen gegebenenfalls entsprechend nachverfolgt und analysiert werden können.
  • Im Juni 2020 führte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft deshalb eine Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren ein, um Erkenntnisse über Vorkommen, Übertragung und Ausbreitung zu erhalten.
  • Das FLI beobachtet fortlaufend die Entwicklung im Tierbereich und führt kontinuierlich Studien zu weiteren wissenschaftlichen Fragen zu SARS-CoV-2 bei Tieren durch.

 

Bislang keine SARS-CoV-2-Infektionen über Verzehr von Fleischwaren bekannt

Darüber hinaus weist das BMEL heute darauf hin, dass laut dem zuständigen Ressortforschungsinstitut – dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – bislang nach wie vor keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über den Verzehr von Fleischwaren oder Kontakt mit kontaminierten Fleischprodukten oder Oberflächen bekannt sind.

Nach jetzigem Kenntnisstand sei also eine deutsche Schweinshaxe als Grund für einen Coronafall in China unwahrscheinlich.

 

Das BMEL verweist außerdem noch auf die folgenden Punkte im Zusammenhang mit Coronaviren und Lebensmitteln:

  • Coronaviren können sich in oder auf Lebensmitteln nicht vermehren. Sie benötigen dazu einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt. Wer sich vor lebensmittelbedingten Infektionen schützen möchte, sollte Fleisch und Geflügel grundsätzlich vor dem Essen ausreichend und gleichmäßig erhitzen.
  • Grundsätzlich können Coronaviren von einer infizierten Person auf Wurst und Fleisch übertragen werden, wenn Hygieneregeln missachtet werden, beispielweise durch direktes Niesen oder Husten oder über verunreinigte Hände.
  • Jedoch minimieren einerseits die üblicherweise einzuhaltenden Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen in den Schlacht- und Zerlegebetrieben das Kontaminationsrisiko mit Krankheitserregern, was auch für SARS-CoV-2 gilt.
  • Andererseits wäre aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt eine Übertragung durch Schmierinfektion nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination denkbar.

 

Die ISN meint:

Immer wieder kommen Meldungen bzw. Gerüchte zu Übertragungswegen des SARS-CoV-2-Virus auf. Bezüglich des Übertragungsrisikos von Nutztieren, insbesondere von Schweinen, hat sich das FLI mittlerweile bereits mehrmals geäußert. Bereits vor einigen Wochen hat der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Prof. Thomas Mettenleiter bekräftigt, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass sich landwirtschaftliche Nutztiere mit dem SARS-CoV-2-Virus infizieren können.

Ebenfalls gibt es nach den Untersuchungen des BfR nach wie vor keinen Hinweis zur Übertragung des Virus über den Verzehr von Lebensmitteln, auch nicht von Fleisch. Die Meldung einiger Medien bzgl. eines Corona-Falls in China, der durch eine deutsche Schweinshaxe verursacht worden sein soll, ist daher nach aktuellem Kenntnisstand nicht nachvollziehbar und mehr als fragwürdig.

 

 

 


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