28.01.2016

EU stoppt Anträge zur PLH – Kein Anlass zur Panik

Schlachthälften

Der Buschfunk hatte es bereits angedeutet, nun ist es Realität geworden: Die EU stoppt mit sofortiger Wirkung die aktuelle Maßnahme zur Privaten Lagerhaltung. Im Grunde wie erwartet greifen Medien und Marktteilnehmer die Nachricht als Schreckensnachricht auf und sehen den Markt von jetzt auf gleich am Boden.

 

Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Gerne wird übersehen, dass die tatsächliche Einlagerung noch nicht vollständig umgesetzt ist. Die Unternehmen haben laut Bekanntmachung der BLE nach Vertragsabschluss nämlich 28 Tage Zeit bis zur Einlagerung der beantragten Menge.

 

Zunächst die Fakten: Die EU-Kommission war von der Nachfrage der erst Anfang Januar eröffneten Beihilfe zur privaten Lagerhaltung von Schweinefleisch offenbar dermaßen überrascht worden, dass sie nach bereits drei Wochen gestern die Notbremse zog: Neuanträge werden mit sofortiger Wirkung nicht mehr genehmigt. Die Mitgliedstaaten unterstützten im zuständigen Verwaltungsausschuss einen entsprechenden Vorschlag der Brüsseler Behörde.

Um Spekulationen zu verhindern, dass in letzter Minute übermäßig viele Beihilfeanträge gestellt werden, setzte die Kommission das Programm bereits im Vorfeld der Abstimmung aus. Noch nicht abgearbeitete Anträge werden nicht mehr berücksichtigt. Bis zum vergangenen Donnerstag war die Beihilfe für fast 90.000 t Schweinefleisch bewilligt worden, darunter mehr als 26.100 t aus Deutschland und 19.300 t aus Spanien. Die abschließende Menge wird noch bekannt gegeben.

 

Beantragte Menge in Deutschland muss relativ gesehen werden

Folgende Aspekte dürfen bei aller Schwarzmalerei nicht außer Acht gelassen werden: Die aus Deutschland bis dato beantragte Menge entspricht einer Schlachtmenge von etwa 300.000 Schweinen. Gemessen an den wöchentlichen Schlachtmengen von derzeit 1 Mio. Tieren und bezogen auf den Zeitraum von knapp vier Wochen relativiert sich die Menge spürbar.

 

Zudem ist es in dieser Jahreszeit aufgrund des im Jahresverlauf eher niedrigen Preisniveaus und des umfangreichen Angebots für Schlachtunternehmen traditionell üblich, große Mengen Fleisch in den Froster zu schieben. In der Regel nur ohne Beihilfen der EU. Zu passender Gelegenheit, beispielsweise in der Grillsaison, wird die günstig eingekaufte Ware auf den Markt gebracht. Das Ende der PLH ist kein Grund für einen Zusammenbruch des Marktes!


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