07.09.2018rss_feed

Afrikanische Schweinepest: Erster Fund in Belgien, Osteuropa und China mit neuen Fällen

Ausbreitung der ASP in Osteuropa (Quelle: FLI)

Ausbreitung der ASP in Osteuropa (Quelle: FLI)

Die Nachrichtenlage zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat sich in den vergangenen Tagen überschlagen. Am 13. September meldete Belgien den ersten ASP-Befund bei zwei toten Wildschweinen, nahe der Grenze zu Luxemburg und Frankreich. Bulgarien meldete vergangene Woche den ersten ASP-Fall sogar bei Hausschweinen, in Rumänien schwimmen Schweinekadaver in der Donau, im Osten Chinas wurden seit dem ersten bestätigten ASP-Fall über 40.000 Schweine gekeult.

ISN: Es gilt hierzulande weiterhin alles zu tun, um die ASP auf Distanz zu halten und uns für den Ernstfall vorzubereiten.

 

Belgien

Zwei tote Wildschweine wurden am 13. September in der Gemeinde Étalle im Süden Belgiens positiv auf das ASP-Virus getestet. Der Fundort liegt nur etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die belgische Behörde für die Sicherheit in der Lebensmittelkette (AFSCA) betonte gleichzeitig, dass Belgien in Bezug auf Hauschweine als ASP-frei gilt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ließ verlauten, dass es sich im engen Austausch mit den Kollegen aus Belgien befindet, und verwies nachdrücklich auf die strikte Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen.

Weitere Informationen zu dem ASP-Fall aus Belgien lesen Sie später hier.

 

Bulgarien

In Bulgarien ist am vergangenen Freitag erstmals ein Fall der ASP in einem Nutzschweinebestand bestätigt worden. Nach Angaben der staatlichen Agentur für Lebensmittelsicherheit war eine Hinterhofhaltung mit sieben Schweinen im Dorf Tutrakntsi in der Provinz Varna, knapp 100 km südlich der Grenze zu Rumänien, betroffen. Es bestehe der begründete Verdacht, dass das Virus über Futter eingetragen wurde. Bezogen wurde es über die rumänische Hafenstadt Constanza, berichtet das bulgarische Landwirtschaftsministerium.

Dabei hatten die Bulgaren Ende Juli damit begonnen, einen etwa 133 km langen Schutzzaun an der Grenze zum nördlichen Nachbarn Rumänien zu errichten, um sich vor einer Einschleppung der ASP durch Wildschweine zu schützen.


ASF im Baltikum, in Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn, Rumänien und der Ukraine in 2018, Stand 04.09.2018 (Quelle: FLI)

ASF im Baltikum, in Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn, Rumänien und der Ukraine in 2018, Stand 04.09.2018 (Quelle: FLI)

Rumänien

Sehr beunruhigend sind Meldungen aus Rumänien, nach denen Kadaver von vermutlich mit ASP infizierten Hausschweinen in der Donau treiben. Daher erscheint es auch kaum verwunderlich, dass sich das Virus vor allem im Donaudelta und entlang der Donau ausbreitet. 805 ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen wurden bis Anfang September berichtet. 350.000 Schweine sollen in den nächsten Wochen gekeult werden, um der Lage Herr zu werden. Betroffen ist auch der größte Schweinebetrieb des Landes, die Tebu Consult Invest. Im Südosten Rumäniens werden an drei Standorten rund 140.000 Schweine gehalten. Die Betrieben nutzen das Wasser der nahe gelegenen Donau. Experten vermuten, dass der Virus über das Flusswasser eingetragen wurde.

 

China

In nunmehr sechs Provinzen Chinas wurden offiziell insgesamt elf ASP-Ausbrüche mitgeteilt. Die Lage ist für ausländische Beobachter mehr als unübersichtlich: die chinesische Regierung hat die nationalen Medien dazu angewiesen, die Berichterstattung über die weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorübergehend einzustellen. Die Regierung will mit der verhängten Zensur, die Angst in der Bevölkerung nicht weiter schüren und den heimischen Schweinemarkt schützen.

Bei der Bekämpfung des Virus erweisen sich die Produktionsstrukturen (u.a. weit verbreitete Hinterhofhaltung und lange Transportwege für Zucht- und Schlachtschweine) als problematisch. Über 40.000 Schweine wurden seit dem ersten offiziellen Ausbruch gekeult.


Es liegt in Ihrem Interesse die aufgeführten Punkte zu beherzigen!

Es liegt in Ihrem Interesse die aufgeführten Punkte zu beherzigen!

Die ISN meint

Das sind keine guten Nachrichten aus Osteuropa und China. Für Deutschland hat sich aktuell allerdings an der Lage nicht viel geändert. Es gilt hierzulande weiterhin alles zu tun, um die ASP auf Distanz zu halten und uns für den Ernstfall vorzubereiten. Auf der einen Seite sind wir intensiv und konstruktiv mit den weiteren Beteiligten der Kette Schweinehaltung, den Behörden und der Politik dabei, die Rahmenbedingungen und Abläufe für die Vorsorge und auch für den Ernstfall so weit es geht zu konkretisieren.

Zum anderen ist aber auch jeder Schweinehalter gefragt seine Hausaufgaben hinsichtlich der Biosicherheitsmaßnahmen im eigenen Betrieb zu machen. Das ist im Interesse aller Schweinehalter aber auch im eigenen Interesse des Betriebes, um abgesehen von der Vermeidung des Seucheneintrages im Fall der Fälle nicht auch noch empfindliche Abzüge durch Hygienemängeln bei der Entschädigung hinnehmen zu müssen. Wer sich zusätzlich gegen einen Ertragsausfall absichern will, sollte sich jetzt Gedanken darüber machen und nicht warten, bis es zu spät dafür ist.   

 


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