28.07.2017 rss_feed

Update Afrikanische Schweinepest: BMEL startet Informationskampagne

Das BMEL warnt in den kommenden Monaten mit Plakaten und Videos vor der ASP.

Das BMEL warnt in den kommenden Monaten mit Plakaten und Videos vor der ASP.

Während weitere Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Polen und Tschechien aufgetreten sind, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) nun erneute eine Informationskampagne gestartet, um vor der Einschleppung der Seuche nach Deutschland zu warnen. In einigen Landkreisen in Deutschland wurde die Schonzeit für Wildschweine ausgesetzt.  

 

BMEL startet Informationskampagne

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat angekündigt, zum 1. August 2017 wie bereits in den Vorjahren eine Informationskampagne zur ASP, die Reisende und Fernfahrer auf die Seuchengefahr aufmerksam machen soll. Neben Plakaten werden auch Videos in Tankstellen, Raststätten und an Autobahnparkplätzen entlang der wichtigen Verkehrswege vor allem im Osten  Deutschlands ausgestrahlt. Außerdem sollen wichtige Autobahnen Richtung Westen und Süden und  Ballungspunkte mit den Plakaten ausgestattet werden. Die Kampagne ist für fünf Monate angesetzt. Weiterhin macht das Ministerium darauf aufmerksam, dass das Mitbringen von Lebensmitteln tierischer Herkunft aus den von ASP betroffenen Ländern, wie Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Belarus, Russland oder der Ukraine, zu vermeiden ist. Falls doch Lebensmittel mitgebracht werden, sind diese ordnungsgemäß, das heißt in verschlossenen Müllbehältern, zu entsorgen.

 

Schwarzwildbejagung ausweiten?

Aktuell wird zusätzlich in vielen Bundesländern über eine Ausweitung der Bejagung von Wildschweinen diskutiert. Das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium hat bereits zur verstärkten Jagd auf Wildschweine aufgerufen. Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann fordert eine ganzjährige intensive Bejagung der Wildschweine. Dazu müssten die Kommunen unter anderem die Schonzeit für Überläufer aufheben. Inzwischen sind dem die zuständigen Behörden in einigen NRW-Kreisen – beispielsweise in den vier Münsterlandkreisen – gefolgt und haben laut den Westfälischen Nachrichten die Schonzeit für bis zu zwei Jahre alte Wildschweine bis Ende März 2018 ausgesetzt.

Auch Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt und das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) haben sich für eine konsequente Bejagung von Schwarzwild ausgesprochen.

 

Weitere ASP-Fälle in Polen und Tschechien

Unterdessen wurden weitere ASP-Fälle in Osteuropa – allen voran Polen und Tschechien -  bekannt. Tschechien vermeldet inzwischen 62 Fälle verendeter Wildschweine, die mit ASP infiziert waren. Aus diesem Grund hat der tschechische Landwirtschaftsminister Marian Jurečka die Jäger dazu aufgefordert aktiv Schwarzwild zu bejagen. Hausschweinebestände sind aktuell in Tschechien nicht betroffen. Anders sieht es in Polen aus. Wie das Internationale Tierseuchenamt (OIE) berichtet, wurde im Osten Polens bei fünf weiteren Kleinbeständen die ASP nachgewiesen.

 

Die ISN meint: Jetzt müssen alle an einem Strang ziehen um die Einschleppung der ASP nach Deutschland zu vermeiden. Es gilt für alle Beteiligten weiter wachsam zu bleiben! Gut, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium die Informationskampagne gestartet hat. Es ist zudem richtig, die Schonzeit für Wildschweine auszusetzen. Hier sind nun die Jäger gefragt. Und in Richtung Schweinehalter können wir nicht oft genug wiederholen: Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter, aber nicht nur diese, sondern auch das gesamte nähere Umfeld (besonders Reisende), höchste Vorsicht walten zu lassen und die nötigen Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor der ASP unbedingt und kompromisslos einzuhalten.

 

Nutzen Sie dazu auch gerne die folgenden Hinweise (nicht nur) für Mitarbeiter in polnischer und rumänischer Sprache!


In der SchweinehaltungshygieneVO sind die wichtigsten Maßnahmen beschrieben

  • Grundsätzlich ist die Fütterung von Speiseabfällen verboten
  • Konsequente und regelmäßige Schadnagerbekämpfung und Absicherung des Betriebes (z.B. durch einen Zaun) gegen das Eindringen von Schwarzwild
  • Futtermittel und Einstreu unzugänglich für Wildschweine lagern oder schützen (Elektrozaun)
  • Viehtransporter nach jeder Fahrt reinigen und desinfizieren
  • Desinfektionswannen und Matten an allen Zugangs- und Zufahrtsbereichen installieren
  • Jäger aufgepasst: wer in den von ASP betroffenen Ländern auf Jagd geht, sollte nur Wildschweine mitbringen dürfen, die vorher negativ auf ASP untersucht wurden!!! Am besten erst gar kein Wild aus dem Osten mitbringen und die Schweinehaltung in Deutschland nicht unnötigen Risiken aussetzen.
  • Auch die Mitnahme von Fleisch- und Wurstwaren aus betroffen Ländern kann zur Übertragung der Seuche in deutsche Gebiete führen!

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