12.07.2017 rss_feed

Bleiben Sie aufmerksam! – Afrikanische Schweinepest in Polen und der Tschechischen Republik weitet sich aus

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa (Stand: 11.07.2017, Quelle: FLI)

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa (Stand: 11.07.2017, Quelle: FLI)

Die Nachrichtenlage um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist Anlass zum erneuten Appell an alle Schweinehalter, bei den nötigen Vorsorge- und Hygienemaßnahmen zum Schutz vor der Seuche auf den Betrieben nicht nachzulassen. Insbesondere auch Jäger, Saisonarbeitskräfte  und Reisende aus bzw. in den betroffene Gebieten sind gehalten die nötigen Vorsorge- und Hygienemaßnahmen unbedingt einzuhalten. Sowohl in Polen als auch in der Tschechien Republik wurden in den vergangenen Tagen weitere ASP-Fälle bekannt.

 

Polen: Vier neue Ausbrüche innerhalb einer Woche

Amtlichen Meldungen zufolge wurden in Polen in der vergangenen Woche gleich vier neue Ausbrüche der meldepflichtigen Seuche in der Wojewodschaft Lublin festgestellt. Das berichtet Agra-Europe. Innerhalb eines Monats sollen sich bereits 26 Betriebe nachweislich mit ASP infiziert haben, was im Vergleich zu den Vorjahren einen signifikanten Anstieg bedeutet. Auch bei den Wildschweinen breitet sich die Seuche in Polen weiter aus. Hier wurden allein in der letzten Juniwoche elf neue ASP-Fälle bestätigt. Insgesamt sollen in diesem Jahr schon mehr als 200 mit dieser Erkrankung infizierte Wildschweine nachgewiesen worden sein. Eine zu große Wildschweinpopulation gilt nach Ansicht des polnischen Landwirtschaftsministeriums als Hauptursache für das seit 2014 stets aufs Neue aufflammende Seuchengeschehen.

 

Tschechische Republik: Virus bei 25 Wildschweinfunden nachgewiesen

Nachdem in der Tschechischen Republik im Grenzgebiet zur Slowakei Ende Juni erstmals ASP-Fälle gemeldet wurden, sind bis vorgestern in der Region um Zlín bereits 25 verendete Wildschweine gefunden worden, bei denen der ASP-Erreger nachgewiesen wurde. Da die Fundorte ca. 400 bis 500 km vom nächsten bekannten Verbreitungsgebiet entfent und in der Nähe einer wichtigen Verkehrsachse  liegen, deutet alles auf eine Verbreitung durch den Menschen hin. Eine Sperrzone ist mittlerweile auf den gesamten Kreis Zlín ausgeweitet worden sein. Auch in Österreich sind in Grenzgebieten bereits Schutzmaßnahmen eingeleitet worden.

 

Es besteht zwar für deutsche Schweinehalter kein Grund zur Panik, wohl aber Grund zu höchster Vosicht! Die neuen Fälle in der Tschechischen Republik führen uns sehr deutlich vor Augen, wie das Virus durch den Menschen über weite Strecken verbreitet werden kann. Deshalb ist es gut, dass das Bundeslandwirtschatsministerium insbesondere Fernfahrer mit Plakaten (z.B. an Rastplätzen) zur Vorsicht aufruft. Insbesondere über den Fernverkehr sieht das Friedrich-Löffler-Institut derzeit das größte Risiko einer Verbreitung in Richtung Deutschland.

Unabhängig davon sollten Sie Ihre Mitarbeiter, aber nicht nur diese, sondern auch das gesamte nähere Umfeld (besonders Reisende) sensibilisieren, höchste Vorsicht gelten zu lassen und die nötigen Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor der ASP unbedingt und kompromisslos einzuhalten.

Nutzen Sie dazu auch gerne die folgenden Hinweise (nicht nur) für Mitarbeiter in polnischer und rumänischer Sprache!

In der SchweinehaltungshygieneVO sind die wichtigsten Maßnahmen beschrieben

  • Grundsätzlich ist die Fütterung von Speiseabfällen verboten
  • Konsequente und regelmäßige Schadnagerbekämpfung und Absicherung des Betriebes (z.B. durch einen Zaun) gegen das Eindringen von Schwarzwild
  • Futtermittel und Einstreu unzugänglich für Wildschweine lagern oder schützen (Elektrozaun)
  • Viehtransporter nach jeder Fahrt reinigen und desinfizieren
  • Desinfektionswannen und Matten an allen Zugangs- und Zufahrtsbereichen installieren
  • Jäger aufgepasst: wer in den von ASP betroffenen Ländern auf Jagd geht, sollte nur Wildschweine mitbringen dürfen, die vorher negativ auf ASP untersucht wurden!!! Am besten erst gar kein Wild aus dem Osten mitbringen und die Schweinehaltung in Deutschland nicht unnötigen Risiken aussetzen.
  • Auch die Mitnahme von Fleisch- und Wurstwaren aus betroffen Ländern kann zur Übertragung der Seuche in deutsche Gebiete führen!

Afrikanische Schweinepest rückt näher – erste Ausbrüche in Tschechien