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Saugferkelfütterung CulinaFlexpro: Geschichte, Funktionsweise, Ausblick - Väter erzählen in einem Interview von ihrem Baby

CulinaFlexpro-Futtertrog

CulinaFlexpro-Futtertrog

Große Ferkelwürfe erfolgreich zu managen ist eine ziemliche Herausforderung in der Sauenhaltung. Landwirte bedienen sich unterschiedlicher Methoden, untergewichtige bzw. überzählige Tiere aufzupäppeln. Sie verteilen ihre Sorgenkinder auf Sauen mit kleineren Würfen, geben sie zu Ammensauen oder setzen speziell entwickelte Saugferkelfütterungssysyteme ein. Eine vollautomatische Alternative hält Big Dutchman mit CulinaFlexpro bereit.


Und dieses Fütterungssystem kommt sehr gut bei der Kundschaft an, wie Videos mit Praktikerstimmen aus DänemarkDeutschland und den Niederlanden zeigen.


Was macht CulinaFlexpro für Ferkelerzeuger attraktiv? Big Dutchman-Produktmanager Dennis Engelking, Customer Engineer Marco Meier zu Farwig sowie Verkaufsberater Tobias Ruhe geben Auskunft.


Die CulinaFlexpro ist noch relativ neu im Produktportfolio, hat aber bereits große Fans. Nun hat der Erfolg viele Väter, wie es so schön heißt. Seid Ihr die Väter?

Produkt-Manager Dennis Engelking

Produkt-Manager Dennis Engelking

Engelking: Die Antwort ist ein klares Jein! Die Anfänge liegen etwa acht Jahre zurück. Damals wurden Mitarbeiter des in Dinklage ansässigen Futtermittelherstellers Bröring immer wieder mit den Problemen größerer Würfe konfrontiert. Resultat war die Entwicklung der Saugferkelfütterung CulinaCupLine.

Es handelt sich um eine halbautomatische Saugferkelfütterung, bei der das Futter in kleinen Tassen ausdosiert wird. Von diesen Cups sind bis heute weltweit über 28.000 installiert worden.


Ruhe: Vor zweieinhalb Jahren haben Bröring und Big Dutchman vereinbart, dass die Saugferkelfütterung weltweit exklusiv über Big Dutchman vertrieben und weiterentwickelt wird. Wir übernehmen auch den Service der Anlagen. 

Ergebnis der Vereinbarung ist die CulinaFlexpro. Die automatische Fütterung ist daher, wie man auf Plattdeutsch sagt, ein echtes Vechtaer Wicht (Mädchen). Und wir sind sozusagen die Väter, während sich unsere Freunde aus Dinklage mit Fug und Recht als Großväter bezeichnen können.


Die CulinaCup-Line bleibt?

Wer es lieber halbautomatisch mag: das Tassensystem CulinaCup

Wer es lieber halbautomatisch mag: das Tassensystem CulinaCup

Meier zu Farwig: Selbstverständlich. Die Anlage ist erfolgreich am Markt etabliert. Manche Kunden arbeiten lieber mit dem Tassensystem. Andere ziehen es vor, ihre Tiere vollautomatisch zu füttern. Wir möchten beide Geschmäcker bedienen.


Welche Funktion erfüllt eine Saugferkelfütterung?

Meier zu Farwig: CulinaFlexpro und CulinaCupLine sollen Defizite ausgleichen. Das ist der Job von Saugferkelfütterungen. Man muss sich das wie bei Menschenbabys vorstellen: Wenn die Muttermilch das Kind nicht satt macht, wird zugefüttert.


Gibt es bei der CulinaFlexpro weitere Parallelen zur Versorgung von Babys?

Engelking: Ja, die gibt es. Eine Parallele zeigt sich bei der Temperatur. Ferkel werden wie Babys mit warmer Nahrung versorgt. 

Dafür bringt die Anlage das Futter auf Anmischtemperatur, um auch das letzte Fettpartikel zu lösen. Dann regelt der Computer das Futter auf die gewünschte Fütterungstemperatur herunter. Damit es auf dem Weg zu den Ferkeln nicht zu sehr abkühlt, setzen wir standardmäßig isolierte Futterleitungen für den Transport ein. 

Auf Wunsch können wir als einer der wenigen Stallausrüster einen Wärmetauscher einbauen. Am besten lässt sich dieser Apparat mit einem Flaschenwärmer vergleichen wie er bei Babynahrung eingesetzt wird. Er sorgt dafür, dass das Futter konstant in einer bestimmten Temperatur an den Trögen ausdosiert wird.


Ein weiteres Feature der CulinaFlexpro ist die Schneckenverdrängerpumpe. Was hat es damit auf sich?

Meier zu Farwig: Mit der druckgesteuerten Pumpe können wir eine höhere Trockenmasse füttern. Durch das dickere Futter nehmen die Ferkel mehr Energie auf und trainieren ihre Darmflora. Sie wachsen und gedeihen besser.


Wie läuft die Fütterung ab?

CulinaFlexpro-Futterküche

CulinaFlexpro-Futterküche

Ruhe: Die Tanks stehen auf Wiegestäben. Ist ein verwogener Tank leer, erstattet der Computer Meldung. Das weitere Vorgehen hat der Landwirt vorab in seinen Einstellungen definiert. Er kann die Milch bzw. die Prestarter neu anmischen, Restinhalte mit Wasser aus den Leitungen herausschieben lassen oder einen kompletten Fütterungsstopp beispielsweise zur Nacht verordnen – natürlich werden vorher die Futterreste per Druckluft ausdosiert. Dann verbleibt entweder Wasser in den Leitungen oder sie sind komplett leer. Auch das ist möglich.  

Wie die Tanks sind auch die Futtertröge mit Sensoren ausgerüstet. Signalisieren sie einen Leerstand, wird in kleinen Dosierungen so lange nachgefüllt, bis der Sensor voll oder maximale Dosierung meldet.


Die CulinaFlexpro hält gerne mal ein Nickerchen, haben wir gehört. Eine schlafende Fütterungsanlage ist erklärungsbedürftig.  

Meier zu Farwig: Stimmt, die CulinaFlexpro schläft regelmäßig. Das heißt, die Anlage wird in den Ruhezustand versetzt, sobald die Sensoren melden, dass die Tröge eine bestimmte Zeit lang nicht leer gefressen wurden. Viele Landwirte entscheiden sich dafür, dass die Pause nach fünf Minuten losgeht. Die Pausenlänge wird individuell bestimmt. Unserer Erfahrung nach sind das zwischen 20 Minuten und einer Stunde.


Was sind die Vorteile?

Verkaufsberater Tobias Ruhe.

Verkaufsberater Tobias Ruhe.

Ruhe: Die Nickerchen zahlen sich aus! Zum einen ist die Fütterungshygiene zu nennen. Da die Ferkel ihre Tröge komplett leerfressen, steht das Futter nicht ab. Dies wirkt sich positiv auf die Ferkelgesundheit aus. 

Außerdem verlängert sich die Lebensdauer der CulinaFlexpro, da die Pausen den Verschleiß hinauszögern. Weniger ist halt mehr!



Was hat die CulinaFlexpro noch, was andere Saugferkelfütterungen nicht haben?

Engelking: Anders als bei den anderen Anlagen am Markt erfolgt die Abfrage der Sensoren in Echtzeit, d.h. permanent und gleichzeitig. Dadurch erreichen wir, dass jederzeit toppfrisches Futter zu den Tieren kommt. 

Meier zu Farwig: Darüber hinaus haben wir die CulinaFlexpro so konstruiert, dass Landwirte mehrere Futterventile gleichzeitig füttern können. Die Ferkel warten nur kurz auf Nachschub und bleiben daher am Trog stehen und können fressen, bis der Hunger gestillt ist. 

Üblich ist bei Saugferkelfütterungen ein Ventil pro Tank, bei einigen sogar nur eines pro Anlage. Das zieht die Pausenzeiten zwischen der Ausdosierung der einzelnen Portionen in die Länge. Tiere hören vorzeitig auf zu fressen und gehen zurück zur Sau oder auf die Heizplatte.


Was macht die CulinaFlexpro noch besonders?

Ruhe: In dem Kontext wäre zu erwähnen, dass wir auch PE-Tanks im Programm haben. Allerdings setzen wir anders als andere standardmäßig verwogene Edelstahltanks für das Anmischen des Futters ein. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass Edelstahl sich so gründlich reinigen lässt wie kein zweites Material. Damit erreichen wir einen optimalen Hygienestatus.


A propos Hygiene. Welche Features sorgen noch für eine makellos saubere Anlage?

Ruhe: Hygiene zahlt sich aus, gerade in der Ferkelaufzucht. Daher haben wir uns nach dem Motto Never change a winning team! bei der Entwicklung der CulinaFlexpro an Bewährtem orientiert. Ein Beispiel sind die Reinigungsbälle und Säurenebler, mit denen wir schon bei unseren Flüssigfütterungen sehr gute Resultate erzielt haben. 

Zusätzlich können die Leitungen inklusive der Fallrohre mit Säure oder Lauge gereinigt werden.


Die CulinaFlexpro ist, wie die letzte Silbe ‚pro‘ verrät, BigFarmNet-fähig. Was hat es damit auf sich?

Als Customer Engineer ist Marco Meier zu Farwig an der Schnittstelle zwischen Produktentwicklung und Anwender tätig.

Als Customer Engineer ist Marco Meier zu Farwig an der Schnittstelle zwischen Produktentwicklung und Anwender tätig.

Meier zu Farwig: BigFarmNet ist eine Software, die alle Applikationen eines Schweinebetriebes, von der Abruffütterung bis hin zur Siloverwiegung in einem Programm und einer Datenbank vereint. Auch CulinaFlexpro lässt sich einbinden. 

Landwirte haben so mit simplen Griffen ihren ganzen Betrieb im Griff. Das kann ein Standort sein, aber auch mehrere. Das Tolle an BigFarmNet ist, dass die Software bereits seit bald zehn Jahren erfolgreich eingesetzt wird. Sie hat ihren Praxistest also längst bestanden. Andererseits ist sie Zukunftstechnologie. Die Kollegen haben sämtliche Schnittstellen offengelassen, so dass sie BigFarmNet beliebig weiterentwickeln können.


Zum Abschluss eine Frage zu Euren Zukunftsplänen für die CulinaFlexpro. Habt Ihr bereits neue Anlagenfeatures in der Pipeline, und wenn ja, welche?

Engelking: Aktuell sind Auswertungstools in der Planung, die Landwirte bei der weiteren Optimierung ihrer Fütterungsstrategie unterstützen sollen. 

Alles andere wird die Zeit zeigen. Bzw. die Kundschaft! Es ist gute Big Dutchman-Tradition, Anregungen und natürlich auch Kritik der Landwirte, die unsere Ausrüstungen jeden Tag bedienen, in unsere Arbeit einfließen zu lassen.



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