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Düngeverordnung: Weniger Protein spart Fläche

Nutrispar Sack

© Martina Hungerkamp

Um Schweine zielgerichtet zu füttern und so am Ende Fläche zu sparen, können neuartige Futtermittelzusatzstoffe helfen. Wie das geht, zeigen Veronika und Christof Ebbeskotte auf ihrem Betrieb.

Christof Ebbeskotte hat in Göttingen Agrarwissenschaften studiert. In den elterlichen Betrieb in Wallenhorst bei Osnabrück stieg er nicht direkt nach dem Studium ein.

Seine Frau Veronika, ebenfalls Agraringenieurin mit Schwerpunkt Tierernährung, befindet sich derzeit noch in Elternzeit. Im Jahr 2015 übernahmen beide den Hof und bewirtschaften ihn mit 1.942 Mastplätzen, der Fresseraufzucht und 105 ha Ackerbau. Die Ferkel bezieht Christof Ebbeskotte von nur einem Erzeuger.

 

Schwerpunkt Fütterung

Viel Leidenschaft und Expertise stecken beide in die Fütterung – kein Wunder bei ihrer Ausbildung. Die Rationen gestaltet Christof Ebbeskotte selbst. Der Großteil des Getreides stammt von den eigenen Flächen. Das restliche Getreide sowie Mineralfutter, Soja- und Rapsextrationsschrot werden zugekauft.

Wichtig ist uns die Rohfaser. Deshalb füttern wir auch Maissilage, sagt Christof Ebbeskotte. Seine Frau ergänzt: Wir mussten zu Anfang ziemlich tüfteln, aber jetzt klappt es mit unserer Flüssigfütterung super. Um die Masttiere immer optimal zu versorgen, füttern sie fünf Phasen. Die Rohkomponenten werden in regelmäßigen Abständen analysiert, um die Mineralstoffe darauf abzustimmen.

 

Knappe Fläche als Herausforderung

Unsere aktuelle Herausforderung ist ganz klar die Flächenknappheit, sagt Ebbeskotte. Die neue Düngeverordnung verschärft das Problem weiter. Wir haben auf einmal einen höheren Nährstoffanfall und dürfen gleichzeitig weniger düngen, wodurch die Pachtpreise der Flächen steigen, erklärt der Mäster. Nur über eine nährstoffangepasste Fütterung lasse sich diese Verschärfung wieder ausgleichen, vielleicht sogar verbessern.

Mit dem RAM-Futter – der Stickstoff (N)- und Phosphor(P)-reduzierten Fütterung – hat der Betrieb schon länger gute Erfahrungen. Dann kam das Interesse des Tier­ernährers hinzu, sagt Ebbeskotte und lächelt. Wie weit runter kann man mit Rohprotein und Phosphor gehen? Das Ehepaar wollte seine eigenen Erfahrungen machen, denn die seien immer noch die Besten. 

Es entstanden erste Fütterungsversuche mit einem neuartigen Futterzusatzstoff VILOFOSS® NutriSpar® zur Steigerung der Proteinverdaulichkeit. Alle bisherigen Versuche haben gezeigt, dass das Ehepaar Ebbeskotte auf ihrem Betrieb unter dem Strich noch mehr Stickstoff und Phosphor einsparen kann. So entlasten wir unsere Düngebilanz und senken die Futterkosten.

 

Futterkosten und Fläche sparen

Wir konnten in einem der Versuche bis zu 4  Euro pro Mastschwein sparen, berichtet Christof Ebbeskotte. So lasse sich in der Endmast der Rohproteingehalt auf 12,5 Prozent reduzieren. Dies führt wiederum zu den größten Einsparungen bei der N-Ausscheidung, denn der Futterverbrauch ist in diesem Abschnitt am höchsten.

Ich bin von den positiven Effekten voll überzeugt. Im letzten Versuch hat der Mäster ausgerechnet, dass er statt 99 ha nur noch 84 ha Fläche benötigt. Begrenzender Faktor ist dabei die P-Ausscheidung. Aber es lohnt sich für uns erst, wenn die eingesparte Fläche vom Prüfdienst der Landwirtschaftskammer anerkannt wird. Ab dann würden wir alle Rationen sofort umstellen", sagt Christof Ebbeskotte.




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