30.08.2021

Die intramuskuläre Lawsonien-Impfung – Felderfahrungen

Einer der bedeutenden Durchfallerreger beim Schwein ist Lawsonia intracellularis, dem Erreger von PIA/PHE/Ileitis. Der weltweit beim Schwein vorkommende Erreger ist in den meisten Schweinebeständen vorhanden und kann in Form von subklinischen, akuten oder chronischen Krankheitserscheinungen gesundheitliche Beeinträchtigungen mit wirtschaftlichen Einbußen hervorrufen:

  • reduzierte Tageszunahmen, schlechtere Futterverwertung, mangelnde Homogenität
  • moderater Durchfall, zurückbleibende Tiere
  • schwerer (blutiger) Durchfall und plötzlich tote Schweine

 

Die Impfung

Seit 2019 ist die intramuskuläre Impfung von MSD Tiergesundheit für Schweine zugelassen und wird in der Praxis eingesetzt. Tierindividuell können Ferkel ab einem Alter von drei Wochen mit dem Totimpfstoff geimpft werden und sind für 21 Wochen bis zum Mastende geschützt. Der Impfstoff kann einzeln oder gemischt mit dem intramuskulären Kombinationsimpfstoff gegen PCV-2 und M. Hyo von MSD Tiergesundheit eingesetzt werden.

  • kein Einfluss von zeitgleicher/zeitnaher antibiotischer Behandlung
  • sicher die volle Dosis für jedes Schwein
  • unabhängig von Infektionszeitpunkten durch mögliche frühe Impfung

 

Felderfahrungen

In sechs Betrieben wurden Vergleichsgruppen mit intramuskulär gegen Lawsonien geimpften Tieren ausgewertet. In allen Betrieben wurde zuvor ein subklinisches oder klinisches Lawsonienproblem diagnostiziert, sie unterschieden sich jedoch deutlich in der Ausprägung ebenso wie im biologischen Leistungsniveau. Nicht nur die Klinik, auch die biologischen Leistungen der Tiere wurden durch die Impfung positiv beeinflusst:

  • geringere Verluste (-0,6 bis -2,3 % absolut)
  • höhere Tageszunahmen (+10 bis +63 g)
  • bessere Futterverwertung (bis zu -0,27 absolut)
  • weniger Antibiotikaeinsatz (Behandlungskosten um -0,06 bis -2,03 €/Tier)

 

Diese Verbesserung der Leistungen konnte auf allen Betrieben ökonomisch dargestellt werden. In den Betrieben konnte ohne Einbeziehung der Impfkosten ein finanzieller Vorteil zwischen 1,96 und 8,15 €/Mastschwein erreicht werden.

 

Fazit

Die intramuskuläre Lawsonienimpfung von MSD Tiergesundheit

  • stabilisierte den Gesundheitsstatus der Tiere
  • erhöhte die Darmgesundheit und senkte die Produktionskosten
  • verbesserte die Wirtschaftlichkeit
  • Return of Investment bereits bei geringer Verbesserung der biologischen Leistungen

 

Ausblick

  • Seit 2021 ist der Lawsonienimpfstoff auch für die intradermale Applikation mit dem IDAL-Gerät zugelassen.

 

Literatur

Pfeiffer, F. (2021): Lawsonien in den Griff bekommen. Agrarheute Schwein, Ausgabe 02/2021

Preister, J. (2021): Lawsonia besiegt. SUS Schweinezucht und Schweinemast, Ausgabe 02/21



Kontakt:

MSD Tiergesundheit, Intervet Deutschland GmbH

Feldstraße 1a

85716 Unterschleißheim

www.msd-tiergesundheit.de