03.11.2017rss_feed

Vion: Tagesnotierung bedroht Schweinehaltung

Unzufriedenheit mit der aktuellen Form der Preisfindung für Schlachtschweine äußert aktuell das Schlachtunternehmen Vion. Die Tagesnotierungen der Schweinepreise seien eine Bedrohung für die Schweinehaltung, äußerte Frans Stortelder, Direktor der Sparte Schwein bei Vion. Das berichtet das niederländische Fachmagazin Boerderij von einem kürzlich stattgefundenen Topigs Norsvin Event.

Die kontinuierliche Informationsflut an Notierungen führe laut Stortelder zu einer unregelmäßigen Anfuhr schlachtreifer Schweine. In der Vergangenheit hätten Schweinehalter durch Abwarten der Notierung viel Geld verdienen können. Das habe sich geändert. Der größte Teil der Schweine werde ins Ausland gebracht und mit dem dort geltenden Preis bezahlt.

Schweinehalter könnten ihre Effizienz durch gute Zusammenarbeit in der Kette erhöhen. Der internationale Markt würde mehr Variation bei Gewicht und Qualität nachfragen. Japan frage Filets nach, während international auch Schinken und fette Teilstücke gefragt sind. Stortelder ist überzeugt, dass Schweinehalter besser bedient seien, wenn sie die Schweine liefern, die die Schlachtunternehmen nachfragen, als dem höchsten Preis nachzujagen. Vion biete seinen Lieferanten daher einen Garantiepreis auf Basis von vier europäischen Notierungen. Dieser gebe den Schweinehaltern die Sicherheit, über das Jahr hinweg zu marktkonformen Preisen abzuliefern.

 

Die ISN meint:

Eine freie Wahl der Vermarktungs­partner war in der Vergangenheit und bis heute das Erfolgsrezept der Schweinehaltung in Deutschland. Die hiesigen Schweinehalter sind in der Lage, den nachgefragten Rohstoff Schwein in der gewünschten Qualität zu liefern. Eine stufenübergreifende Zusammenarbeit und Transparenz ist ohne vertragliche Bindungen möglich und wünschenswert. Doch nur im freien Wettbewerb haben die Erzeuger Gestaltungs­möglichkeiten. Eine enge vertragliche Anbindung macht es der abnehmenden Hand einfacher, bestimmte Vorgaben bei den Lieferanten einfach durchzudrücken. Die Entscheidung, zu welchen Rahmenbedingungen abgeliefert wird, obliegt so oder so dem Unternehmer selbst.


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