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Vion-Schlachthöfe: Zwei deutsche Standorte verkauft

©Vion Food Group/www.vionfoodgroup.com

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Die Vion Food Group hat eine Entscheidung zum Verkauf von zwei süddeutschen Schlachthöfen bekanntgegeben. Der Standort Crailsheim geht an Boeser Frischfleisch und der Schlachtbetrieb in Waldkraiburg an die OSI Europe Foodworks. Die Verträge wurden bereits unterzeichnet, stehen aber noch unter kartellrechtlichem Vorbehalt. Vion berichtete, dass derzeit Gespräche zu weiteren Standorten und Geschäftsaktivitäten geführt werden.

 

Die niederländische Vion Food Group treibt den Rückzug aus dem deutschen Markt voran und verkauft zwei ihrer süddeutschen Schlachthöfe. Der baden-württembergische Standort Crailsheim geht an die Boeser Frischfleisch GmbH, der bayerische Schlachtbetrieb Waldkraiburg an die OSI Europe Foodworks GmbH. Vion zufolge wurde die Verträge am vergangenen Freitag (17.4.) unterschrieben. Die Verkäufe sind als Share Deals strukturiert. In dem Fall wechseln die Anteile der Betreibergesellschaft den Eigentümer, nicht die einzelnen Vermögensgegenstände.

 

Freigabe durch Kartellamt steht noch aus

Allerdings stehen die beiden Transaktionen noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe sowie weiterer üblicher Abschlussbedingungen. Bis dahin soll es laut Vion an allen Standorten wie gewohnt weitergehen. Lieferketten und Kundenbeziehungen blieben bestehen, alle Verpflichtungen würden erfüllt.

 

Schlachthöfe im Süden aufrechterhalten

Vion wies darauf hin, dass der süddeutsche Markt im Wandel sei und sich zunehmend konsolidiere. Deshalb habe man bewusst Käufer ausgewählt, die sich eindeutig zu den beiden Standorten bekennen würden und bereit seien, in deren Zukunft zu investieren.

In Crailsheim werden pro Jahr rund 1 Mio. Schweine und 95.000 Rinder geschlachtet. Bei dem Schlachthof sind 593 Mitarbeiter beschäftigt. Ausschließlich Rinder kommen in Waldkraiburg an den Haken, und zwar jährlich rund 163.000 Stück. Der Standort verfügt über 338 Mitarbeiter.

 

Neuausrichtung und weitere Standortgespräche

Vion hatte im Juni 2024 angekündigt, sich strategisch neu auszurichten und einen stärkeren Fokus auf die Benelux-Region zu legen. Vion führt nach eigenen Angaben derzeit Gespräche zu weiteren Standorten und Geschäftsaktivitäten. Für die übrigen deutschen Standorte würden Lösungen geprüft, um die Zukunft unter neuer Eigentümerschaft zu sichern. Ziel sei es, langfristige Perspektiven zu entwickeln, die den Standorten Stabilität gäben und für Mitarbeitende, Landwirte und Kunden Klarheit schafften. Für den Rindfleischstandort Buchloe gibt es laut Vion ein konkretes Interesse mehrerer Parteien. Alternative Optionen würden für die Standorte Memmingen und Eching-Weixerau der BestHides GmbH – ein Teil der Vion Gruppe – verfolgt.

 

 

 


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