06.03.2014

Vion-Schlachtbetrieb in Bad Bramstedt bleibt nach Razzia weiter gesperrt

Am Dienstag vergangener Woche hatten bei einer Großrazzia ca. 250 Beamte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel und des Hauptzollamtes Itzehoe den VION-Rinderschlachtbetrieb in Bad Bramstedt durchsucht. (die ISN berichtete) Seitdem ist der Schlachtbetrieb gesperrt.

 

Hintergrund für die Razzia sind scheinbar Hinweise über angebliche Missstände in dem Rinderschlachtbetrieb, die zunächst dem Kreis Segeberg und dann auch dem schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium zugespielt worden waren. Bei den Kontrollen des Kreises waren jedoch keine Beanstandungen zu Tage getreten.

 

Nach der Sperrung wurde am Dienstag dieser Woche dann eine Probeschlachtung durchgeführt, bei der mehrere von der zuständigen Behörde beauftragte externe Gutachter vor Ort waren, um sich ein unabhängiges Bild zu machen.

Obwohl nach Angaben der VION alle Gutachter dem Betrieb die Eignung für die rechtlich konforme Arbeit bestätigten, habe der Kreis Segeberg auf Anordnung des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums seine Ordnungsverfügung auf Untersagung der Produktion bisher nicht aufgehoben. Daraufhin hat VION dann ein Eilrechtsverfahren vor dem schleswig-holsteinischen Verwaltungsgericht in Schleswig eingeleitet.

 

Die ISN meint:

Die Vorwürfe müssen schnell, sachlich und vollständig aufgeklärt werden.

Für die ISN stellt sich jedoch die Frage, ob das Vorgehen der Behörden in diesem Fall angemessen war. Oder sind die Großrazzia und die nun schon mehr als eine Woche andauernde Sperrung des Schlachthofs doch deutlich überzogen? Uns erscheint das ganze Vorgehen, aber auch die unterschiedlichen Positionen des Kreises Segeberg und der Landesbehörden immer merkwürdiger. Nach einem Bericht der Lübecker Nachrichten soll zwischen dem Kreis Segeberg und dem Kieler Landwirtschaftsministerium inzwischen sogar ein offener Konflikt bzgl. dieser Angelegenheit ausgebrochen sein.