15.12.2020

Viehzählungsergebnisse NRW: Zahl der Mastschweine um 8,5 % gestiegen  - Auswikungen vom Schweinestau

Wappen Nrw

Der Schweinestau macht sich auch in den Ergebnissen der Viehzählung bemerkbar. Am 3. November 2020 wurden in den nordrhein-westfälischen Betrieben nach vorläufigen Berechnungen 6,82 Millionen Schweine gehalten. Gegenüber der Erhebung im Mai 2020 nahm der Schweinebestand in NRW somit um 2,0% zu. Rund die Hälfte des gesamten Schweinebestandes waren Mastschweine.

ISN: Wie zu erwarten war, wird der Schweinestau auch in den aktuellen Ergebnissen der Viehzählung in NRW sichtbar. Mastschweine lassen sich nach wie vor nur mit Verzug vermarkten und verbleiben somit länger in den Ställen. An den rückläufigen Ferkelzahlen lassen sich die Anpassungsreaktionen der Schweinehalter erkennen, die im Zuge der Krise ihre Bestände reduziert haben.

 

Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als Statistisches Landesamt anhand von Ergebnissen der repräsentativen Schweinezählung mitteilt, wurden am 3. November 2020 in den nordrhein-westfälischen Betrieben mit Schweinehaltung nach vorläufigen Berechnungen 6,82 Millionen Schweine gehalten. Damit war die Zahl der Schweine um 2,0 Prozent höher als im Mai 2020 (damals: 6,69 Millionen Schweine). Mit rund 6.400 Betrieben (mit einem Mindestbestand von 50 Schweinen oder zehn Zuchtsauen) gab es im November 0,4 Prozent mehr Betriebe als ein halbes Jahr zuvor.

 

Rückstau an Mastschweinen

Rund die Hälfte des gesamten Schweinebestandes waren Mastschweine. Ihre Zahl stieg gegenüber Mai 2020 um 8,5 Prozent auf 3,37 Millionen Tiere. Bei Mastschweinen mit einem Gewicht von über 110 Kilogramm wurde ein Bestandszuwachs um 38,0 Prozent auf 449.800 Tiere ermittelt. Bei den Mastschweinen zwischen 80 und 110 Kilogramm betrug der Zuwachs 8,4 Prozent (auf 1,44 Mill. Tiere). Rückgänge gab es bei der Zahl der Ferkel (1,88 Millionen; −3,2 Prozent) und bei den Jungschweinen (1,21 Millionen; −3,6 Prozent).

 

Schlachtungen um 5,5% gesunken

In den nordrhein-westfälischen Schlachtbetrieben wurden von Januar bis Oktober dieses Jahres mit 13,18 Millionen 5,5 Prozent weniger Schweine aus dem Inland geschlachtet als in den ersten zehn Monaten des Vorjahres (damals: 13,95 Millionen) Nach der Schließung mehrerer Schlachthöfe im Sommer 2020 waren die Schlachtungszahlen von August bis Oktober zwar wieder gestiegen, sie lagen aber weiterhin unter den entsprechenden Vorjahreswerten.

 

Die ISN meint:

Wie zu erwarten war, macht sich der bereits seit mehreren Monaten immer weiter aufbauende Schweinestau nun auch in den aktuellen Ergebnissen der Viehzählung in NRW bemerkbar.  Die Mastschweine lassen sich nach wie vor nur mit deutlichem Verzug vermarkten und verbleiben somit länger in den Ställen. An den rückläufigen Bestandszahlen bei Ferkeln und Zuchtsauen lässt sich erkennen, dass die Sauenhalter bereits auf die Krise reagiert haben und ihre Bestände reduziert haben.

Ähnliche Veränderungen bei den Schweinebeständen werden auch bei den Viehzählungsergebnissen aus anderen Bundesländern zu erwarten sein.