13.12.2023rss_feed

Viehzählungsergebnisse NRW: Schweinebestand stabilisiert sich – Zahl der Betriebe nimmt weiter ab

Die Zahl der NRW-Betriebe mit Schweinehaltung ist seit 2013 um 35 % gesunken. ©IT.NRW

Die Zahl der NRW-Betriebe mit Schweinehaltung ist seit 2013 um 35 % gesunken. ©IT.NRW

Die vorläufigen Ergebnisse der November-Viehzählung aus Nordrhein-Westfalen (NRW) geben schon einen Vorgeschmack auf die Zahlen, die bundesweit zu erwarten sind. Während der Schweinebestand im Vergleich zum Vorjahresmonat mit einem Plus von 1 % annährend stabil geblieben ist, haben im gleichen Zeitraum rund 6% der Schweine haltenden Betriebe aufgegeben.

ISN: Die Schweinebestände in Deutschland scheinen sich langsam wieder zu stabilisieren – vor allem wegen der verbesserten wirtschaftlichen Situation in der Schweinehaltung. Gleichzeitig steigen immer noch viele Schweinehalter aus der Erzeugung aus. Hauptausstiegsursache ist nach wie vor die fehlende Planungssicherheit und Perspektive auf den Betrieben.

 

Heute hat das Statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen die vorläufigen Ergebnisse der November-Viehzählung veröffentlicht. Zum Stichtag 03.11.2023 wurden 5,84 Mio. Schweine in 5.350 Betrieben gezählt. Der Schweinebestand war damit 0,9 % größer als im November 2022; der Trend der rückläufigen Betriebszahlen setzte sich jedoch mit -5,8 % fort. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der schweinehaltenden Betriebe um 35,0 % zurückgegangen. Im Jahr 2013 hatte es in Nordrhein-Westfalen noch 8.227 Betriebe mit Schweinehaltung gegeben.

 

Weniger Betriebe halten mehr Schweine

Die durchschnittliche Betriebsgröße war im November 2023 mit 1.092 Schweinen deutlich größer als ein Jahr zuvor, als es durchschnittlich noch 1.018 Schweine waren. Zehn Jahr zuvor hat ein Betrieb in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 896 Schweine gehalten.

Im November 2023 wurden 2,75 Mio. Mastschweine gezählt, was 0,2 % weniger als bei der Zählung im Vorjahr waren; in der Kategorie Jungschweine waren es mit 1,09 Mio. Tieren 2,2 % mehr. Der Zuchtsauen­bestand fiel mit 334.600 Tieren 1,6 % höher als im Vorjahr aus, bei den Ferkeln wurden mit 1,65 Mio. 1,8 % mehr gezählt.

 

Die ISN meint:

Bisher liegen die Ergebnisse der November-Viehzählung nur aus Nordrhein-Westfalen vor. Die Zahlen aus den anderen Bundesländern werden in den kommenden Tagen folgen, aber auch dort dürfte der Trend zu einer stabileren Bestandsentwicklung als in den Vorjahren sichtbar werden – vor allem wegen der verbesserten wirtschaftlichen Situation in der Schweinehaltung. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass weiterhin viele Schweinehalter aus der Erzeugung aussteigen. In Nordrhein-Westfalen nahm die Zahl der schweinehaltenden Betriebe im Vergleich zum November 2022 um 330 Betriebe (bzw. 5,8 %) und im Vergleich zum Mai 2023 um 70 Betriebe (bzw. 1,2 %) ab. Trotz der verbesserten wirtschaftlichen Situation sehen viele Schweinehalter die Zukunft also offensicht­lich kritisch. Die politischen Rahmenbedingungen und insbesondere auch die fehlende Planungssicherheit dürften die Hauptgründe sein. Diese Punkte wurden auch in der Umfrage, welche die ISN zusammen mit dem AEF in diesem Sommer durchgeführt hat, an erster Stelle genannt.


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