12.06.2023rss_feed

Vereinigtes Königreich: Außenhandel mit Schweinefleisch eingebrochen

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Flag_of_the_United_Kingdom.svg

Das Schlachtschweineaufkommen im Vereinigten Königreich ist im ersten Jahresdrittel 2023 deutlich zurückgegangen. Aufgrund des knapperen Angebots brachen die Schweinefleischexporte gegenüber dem ersten Quartal 2022 um mehr als 21 % ein. Aber auch die Importe sind spürbar gesunken. Die EU-Anbieter bekamen den schwachen britischen Markt deutlich zu spüren, berichtet Agra Europe.

 

Schweineschlachtungen verzeichnen Minus von 10 %

Die Schweineproduktion befindet sich auch im Vereinigten Königreich auf dem Rückzug. Nach Angaben der britischen Absatzförderungsorganisation für Landwirtschaft und Gartenbau (AHDB) wurden von Januar bis April 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 10 % weniger Tiere geschlachtet. Die Schweinefleischerzeugung nahm um 13,3 % auf 305.300 t ab.

 

Schweinefleischexporte um mehr als 21 % eingebrochen

Aufgrund des knapperen Angebots brachen die Schweinefleischexporte einschließlich Würsten und Schlachtnebenerzeugnissen gegenüber dem ersten Quartal 2022 um 21,3 % auf 78.500 t ein.

Als erstaunlich werten es die Analysten jedoch, dass trotz des Produktionsrückgangs auch die Schweinefleischimporte spürbar gesunken sind, und zwar insgesamt gegenüber dem ersten Jahresviertel 2022 um 17,4 % auf 185.570 t.

 

Importschwäche trifft EU-Anbieter

Laut AHDB lag das an der Kaufzurückhaltung der Verbraucher wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten. Hinzu komme, dass auch auf dem europäischen Schweinemarkt das Angebot knapp gewesen sei, was die Verfügbarkeit der Produkte und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt habe. Da 99,7 % der Schweinefleischeinfuhren aus der EU stammen und Großbritannien wichtigster Drittlandkunde ist, hat die britische Importschwäche zu spürbaren Absatzrückgängen bei den EU-Anbietern geführt.

 

Deutliche Importrückgänge in allen Kategorien

Bei allen Produktkategorien gab es im Betrachtungszeitraum laut AHDB ein geringeres Importvolumen als im ersten Quartal 2022. Der größte Einbruch wurde für Bacon mit einem Minus von 29,2 % auf 43.920 t verzeichnet. Hier ist Dänemark einer der wichtigsten Lieferanten. Frisches Schweinefleisch war die bedeutendste Produktgruppe, doch verringerte sich auch deren Einfuhr mit 21,0 % auf 57.520 t deutlich. Bei verarbeiteten Schinken und Schultern ging der Bezug aus der EU um 11,0 % auf 25 870 t zurück; bei gefrorenem Schweinefleisch und Würsten waren es 6,9 % beziehungsweise 3,5 % weniger.

Lediglich die britische Einfuhr der weniger bedeutenden Schlachtnebenerzeugnisse nahm leicht zu. Obwohl insgesamt weniger Ware importiert wurde, stieg wegen der höheren Preise die Einfuhrrechnung Großbritanniens für Schweinefleisch gegenüber dem ersten Quartal 2022 spürbar an, und zwar um 7,0 % auf 655,3 Mio. £ (759 Mio. Euro).


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