12.02.2026rss_feed

Umstrukturierung im Bundeslandwirtschaftsministerium: Das sind die neuen Zuständigkeiten

Die Neustrukturierung im BMLEH sieht keine eigene Abteilung für den Umbau der Tierhaltung mehr vor ©BMLEH, ISN

Die Neustrukturierung im BMLEH sieht keine eigene Abteilung für den Umbau der Tierhaltung mehr vor ©BMLEH, ISN

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer will das Landwirtschaftsministerium (BMLEH) umstrukturieren: Ab März 2026 reduziert das BMLEH seine Struktur von derzeit acht auf sieben Abteilungen und ordnet zentrale Politikbereiche neu zu. Dadurch werden u.a. die Bereiche Agrarexport und Ernährungsnotfallvorsorge mehr priorisiert. Das dem Umbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung gewidmete Referat ist im neuen Organigramm nicht mehr als eigene Abteilung vorgesehen, berichtet Agra Europe.

ISN: Dass der Agrarexport künftig wieder stärker priorisiert und zentral gebündelt wird, ist ein wichtiger Schritt – zugleich darf der Umbau der Tierhaltung thematisch trotz Wegfall der zuständigen Abteilung nicht unter den Tisch fallen.

 

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) wird künftig nur noch sieben statt acht Abteilungen haben. Wie das Berliner Agrarressort am Dienstag (10.2.) mitteilte, werden die Politikbereiche und Aufgaben ab März 2026 neu verteilt und auf politische Schwerpunkte ausgerichtet. Mit der Neuaufstellung des Ministeriums schärfen wir die politischen Prioritäten des Hauses und bündeln Zuständigkeiten dort, wo sie Wirkung entfalten, betonte Ressortchef Alois Rainer anlässlich der Bekanntgabe in Berlin.

 

Konkret werden die neuen Abteilungen so aussehen:

  • Abteilung 1: Zentralabteilung mit Verantwortung für Personal, Haushalt, IT, Krisenmanagement und Forschung
  • Abteilung 2: Ernährung, Ernährungssicherung, Gesundheitlicher Verbraucherschutz
  • Abteilung 3: Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit
  • Abteilung 4: Heimat, Ländliche Räume, Agrarsozialpolitik, Innovation
  • Abteilung 5: Wald, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Nachwachsende Rohstoffe
  • Abteilung 6: Agrarhandelspolitik, EU-Angelegenheiten, Internationale Zusammenarbeit
  • Abteilung 7: Agrarpolitik, Märkte, Fischerei

 

Agrarexport gewinnt Priorität

Wie aus der Aufteilung ersichtlich ist, wird es eine Heimatabteilung geben. Die neue Abteilung 4 wird sich neben der Heimatpolitik um ländliche Räume, Agrarsozialpolitik und Innovation kümmern. Auch der Agrarexport wird, wie bereits durch die neue Agrarexportstrategie klar wurde, nun Chefsache und damit im Ministerium zentral in der Abteilung 6 gebündelt. Bisher lagen die Zuständigkeiten für Exportfragen in mehreren Abteilungen des Ministeriums verteilt.

 

Umbau der Tierhaltung wird Abteilung 3 untergeordnet

Mit der Neuorganisation fällt zudem das eigens dem Umbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung gewidmete gleichnamige Referat weg, das in der alten Struktur der Abteilung 7 zugeordnet war. Unter den neuen Strukturen dürften entsprechende Zuständigkeiten beim Referat namens Tierhaltung und Tierzucht liegen, das im Verantwortungsbereich der Abteilung 3 eingerichtet wird. Vor dem Hintergrund der veränderten Sicherheitslage hat dem BMLEH zufolge die Ernährungsnotfallvorsorge ebenfalls eine neue Bedeutung erhalten. Im künftigen Organigramm findet sich der Bereich in der dafür prädestinierten Abteilung 2, die sich bereits jetzt den Ernährungsfragen widmet.

 

Die ISN meint:

Eine Reduzierung von Abteilungen muss nicht negativ sein – im Gegenteil: Entscheidend ist, dass die neuen Strukturen politische Schwerpunkte stärken und Prozesse effizienter machen.
Dass der Agrarexport künftig wieder stärker priorisiert und zentral gebündelt wird, ist aus Sicht der ISN ein wichtiger Schritt. Die Exportförderung und die Erschließung neuer Märkte sind sowohl für die Wertschöpfung in der Produktionskette Schweinefleisch als auch im Sinne der Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung. Man darf nicht vergessen, dass bestimmte Teilstücke des Schweines hierzulande kaum vermarktbar sind und nur über den Export verwertet werden können. Besonders mit Blick auf China gilt es, ein Regionalisierungsabkommen entschlossen voranzutreiben.
Der Umbau der Tierhaltung darf durch den Wegfall der Abteilung allerdings thematisch nicht unter den Tisch fallen. Der Umbau bleibt eine der zentralen Zukunftsaufgaben und riesige Herausforderung der Branche und kann nicht ohne politische Unterstützung gelingen – weder finanziell noch strukturell. Gerade mit Blick auf das Thema Versorgungssicherheit ist klar: Wir müssen die Schweinehaltung in Deutschland halten. Eine Abwanderung der Produktion ins Ausland wäre weder ökonomisch noch gesellschaftlich sinnvoll.


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