27.08.2018rss_feed

Umfrage unter EU-Schweinehaltern: Tiergesundheit und Effizienz im Fokus

Europäische Sauenhalter und die Ferkelaufzuchtbetriebe planen in den nächsten fünf Jahren eine Reduktion der Tierzahlen

Europäische Sauenhalter und die Ferkelaufzuchtbetriebe planen in den nächsten fünf Jahren eine Reduktion der Tierzahlen

Die europäische Schweineproduktion unterliegt aufgrund des globalen Wettbewerbs einem intensiven Strukturwandel. Immer weniger Betriebe bewirtschaften immer größere Flächen oder produzieren immer mehr Schweinefleisch.

Was sind also die aktuellen Trends in der Schweineproduktion aus Sicht der europäischen Schweinehalter? Dieser Frage ist die DLG zusammen mit dem Club der European Pig Producers (EPP) nachgegangen und hat in einer Umfrage Folgendes herausgearbeitet:

 

  1. In allen drei Produktionszweigen (Ferkelerzeugung, Ferkelaufzucht, Mast) ist bei den befragten Betrieben im Schnitt ein Anstieg der Tierzahlen zu verzeichnen (+ 13,2 Prozent im Durchschnitt im Vergleich der letzten drei Jahre). Die Sauenhalter und die Ferkelaufzuchtbetriebe planen in den nächsten fünf Jahren allerdings eine Reduktion der Tierzahlen um durchschnittlich 5,6 Prozent. Ein Grund dafür sind unter anderem Verschärfungen der Haltungsvorgaben und spezielle Tierwohlprogramme. Die befragten Mastbetriebe rechnen hingegen mit einem weiteren Anstieg um durchschnittlich 12,5 Prozent.
  2. Für die Sauenhalter sind eine höhere Anzahl abgesetzter Ferkel pro Sau und Jahr (und damit auch eine Verringerung der Ferkelverluste) sowie eine bessere Tiergesundheit die wichtigsten Ziele für die kommenden drei Jahre. Aktuell liegt die durchschnittliche Anzahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr auf den Betrieben bei 30 bis 32.
  3. Bei der Mehrheit der Mastbetriebe liegen die täglichen Zunahmen bei 850 bis 900 g. Die Futterverwertung erreicht einen Wert von 1:2,7. Das wichtigste Ziel in den nächsten drei Jahren ist für die Mäster eine Steigerung der Futtereffizienz, gefolgt von einer besseren Gesundheit der Tiere.
  4. Die aktuell größten Herausforderungen der Schweinehaltung stellen für die Betriebe neben der Tiergesundheit auch die Emissionen, die gesellschaftliche Akzeptanz sowie Tierwohlaspekte dar. Hier setzt man auf technische Innovationen, die auch die Kommunikation mit Verbrauchern erleichtern.
  5. Der Grad der Digitalisierung liegt nach Ansicht der Befragten sowohl in der Landwirtschaft im Allgemeinen als auch im Schweinebereich lediglich im Mittelfeld und ist damit weiter ausbaufähig. Die Auswirkungen der Digitalisierung werden als überwiegend vorteilhaft empfunden.
  6. Häufig fehlt es bislang noch an hilfreichen Management Apps und Tools zur Überwachung der Tiergesundheit und des Wohlergehens der Tiere sowie der Emission und der Wasserqualität. In Bereichen wie Dokumentation und Futterbestellung sind die Betriebe bereits gut ausgestattet.
  7. 86 Prozent der Betriebe gaben an, die Schweinehaltung auch in zehn Jahren noch im Vollerwerb betreiben zu wollen. Dies möchten sie insbesondere durch eine Reduktion der Kosten, eine Betriebserweiterung, höhere Leistungen und durch Kooperationen mit anderen Landwirten erreichen.
  8. Für die nächsten fünf Jahre plant die Mehrheit der Schweinehalter eher eine Modernisierung oder Optimierung bestehender Anlagen als einen Neubau von Ställen.
  9. Die ökonomische Situation der Betriebe wird von den Befragten aktuell als gut empfunden. Für die nächsten drei Jahre sind die Erwartungen allerdings etwas verhaltener.
  10. Die Umweltauflagen, die Preisreduktion sowie der Einfluss der Politik werden als Risiken angesehen. Hingegen sehen die Schweinehalter Chancen in strukturellen Veränderungen, in den Wünschen der Verbraucher sowie in der eigenen Unternehmensnachfolge.

An der Umfrage haben insgesamt 58 Betriebe (15 Ferkelerzeuger, 14 Schweinemastbetriebe und 29 Kombibetriebe) sowie 16 Berater aus Deutschland, Finnland, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Frankreich und der Schweiz teilgenommen. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 42 Jahren.



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