06.06.2014

Tierarzneimittel: Weniger Antibiotika und mehr Impfstoffe verkauft

Tierarzneimittelmarkt 2013 (Quelle: BfT)

Tierarzneimittelmarkt 2013 (Quelle: BfT)

Der Tierarzneimittelmarkt in Deutschland stagnierte im Jahr 2013 und belief sich auf 747 Millionen Euro.

 

Zum leichten Wachstum trugen vor allem Nutztierimpfstoffe und die pharmazeutischen Spezialitäten bei. Dies erläuterte die Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V., Dr. Sabine Schüller, anlässlich der 28. Mitgliederversammlung Ende Mai in Dresden.

 

Impfstoffsegment wächst

Das Impfstoffsegment sei um 4,2 Prozent gewachsen, so die Geschäftsführerin. Vorrangig hätte der verstärkte Einsatz von Impfstoffen im Geflügel- und Schweinebereich dazu beigetragen, während Rinderimpfstoffe eher stagnierten. Impfungen werden von Nutztierhaltern in allen Bereichen als wichtiges Instrument der Vorbeuge genutzt, erläuterte Dr. Sabine Schüller weiter. Die Situation bei Hund und Katze bezeichnete sie jedoch als unbefriedigend.

 

Bei den pharmazeutischen Spezialitäten handelt es sich maßgeblich um Produkte für neue Krankheitsbilder im Kleintierbereich wie Epilepsie, Stoffwechselerkrankungen und Erkrankungen im Bereich Innere Medizin, z. B. Nierenerkrankungen.

 

Viele Neuerungen in der Gesetzgebung

Wegen der neuen Regelungen zum verantwortlichen Umgang mit Antibiotika sei in diesem Bereich mit einer weiteren Stagnation zu rechnen. Der Impfstoffsektor werde stark von den Nutztierbeständen beeinflusst.

Inhaltlich war die Verbandsarbeit im Berichtsjahr durch die Novellierung des Arzneimittelgesetzes geprägt erläuterte der Vorsitzende des BfT Jörg Hannemann. Mit der 16. AMG-Novelle würden umfangreiche Regelungen zur Anwendung von Antibiotika beim Nutztier eingeführt und die Rolle von Landwirten und Tierärzten zur kontrollierten Anwendung von Tierarzneimitteln unterstrichen. Ergänzt werde das Rahmenwerk durch die Überarbeitung des Leitfadens zur oralen Medikation. Als Neuerungen nannte Hannemann u.a. die Einführung von Fortbildungsverpflichtungen für Tierärzte und Tierhalter sowie die Aufnahme eines betriebsindividuellen Risikomanagementsystems.

 

Auch auf europäischer Ebene laufen derzeit wichtige Vorhaben im Bereich Tiergesundheit, führte der BfT-Vorsitzende weiter aus. Man erwarte dringend den Vorschlag der Europäischen Kommission zur Revision der europäischen Tierarzneimittelgesetzgebung.


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