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19.05.2017RSS Feed

Stalleinbrüche: Politik muss endlich das Mobbing gegen Tierhalter beenden

20170519 Stalleinbrüche

Berichte über heimliche Aufnahmen und Stalleinbrüche, kontroverse Diskussionen zwischen Praktikern, Wissenschaftlern und Tierrechtlern. Doch wer kümmert sich eigentlich um die Folgen der Einbrüche? ISN: Die Politik muss endlich klare Kante zeigen!

 

Stalleinbrüche und Undercover-Videos: Organisierte Kriminalität oder legitimer Tierschutz?

Am heutigen Freitag hat an der Universität Göttingen eine kontroverse Diskussion zwischen Professoren der Uni Göttingen, Peta Deutschland und einem Landwirten zum Thema der Stalleinbrüche bei Tierhaltern stattgefunden. Dabei klärte zunächst Prof. Dr. José Martinez über die rechtliche Situation von Stalleinbrüchen und verdeckten Videos auf. Anschließend ergriff Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei Peta Deutschland, das Wort und erläuterte die Sichtweise von Peta zu Undercover-Videos. Philipp Schulze Esking, stellvertretender ISN-Vorsitzender und selbst ein von Tierrechtlern heimgesuchter Schweinehalter, stellte die Auswirkungen und Gedanken über illegal beschaffte Videos und Stalleinbrüche dar.


Philipp Schulze Esking (Foto: Winter)

Philipp Schulze Esking (Foto: Winter)

Unschuldig lebenslänglich

Im letzten Jahr wurden verdeckte Videos aus dem Stall vom Betrieb Schulze Esking veröffentlicht. Und obwohl amtliche Kontrollen bestätigten, dass die Vorwürfe haltlos sind, sind die Videos weiter im Internet zu finden. Die Bilder seien auf einem Server, der im Ausland stünde – rechtlich könne daher kaum etwas gegen die Verbreitung der Bilder unternommen werden. Eine Folge daraus: Der Schweinehalter wird nun lebenslänglich mit diesen Bildern in Verbindung gebracht. Viele Fragen beschäftigen den Schweinehalter: Ungeachtet des Einbruchs: Was rechtfertigt den medialen Pranger, obwohl die Betriebe nachgewiesenermaßen gesetzeskonform agieren? Mit welcher Berechtigung werden die betreffenden Tierhalter weiterhin als Tierquäler denunziert? Und kann ein Rechtsstaat tolerieren, dass Selbsterwählte seine Kontrollfunktion über selbst ernannte Standards übernehmen? Einen ausführlichen Bericht zu der Veranstaltung finden Sie in der kommenden Woche im www.schweine.net.

 

Die ISN meint:

Der Zweck heiligt eben nicht alle Mittel. Das widerrechtliche Eindringen der Tierrechtler in die Ställe und das anschließende Verwenden der Bilder für Medienkampagnen u.a. im Internet ist Mobbing in Reinkultur gegen die Tierhalter. Das Ziel der Tierrechtler ist klar: Die Tierhaltung muss weg und jede Weiterentwicklung soll deshalb verhindert werden. Dabei verwischt man ganz bewusst die Grenzen zwischen Missständen und ordentlicher Tierhaltung. Und darüber hinaus - Vorreiter in Sachen Tierwohl versucht man sogar absichtlich in den Schmutz zu ziehen. Bei einer derart schwerwiegenden Verletzung der Persönlichkeitsrechte muss endlich eine klare Positionierung und Handlung aller politischen Parteien und Minister erfolgen. Oder sind Tierhalter und ihre Familien Bürger zweiter Klasse? So wie man nun mit ihnen umgeht, unterwandert man alle Bemühungen um die Weiterentwicklung der Tierhaltung.

 

 

Programmtipp: Ein kurzer Beitrag zu diesem Thema können Sie am Sonntag, 21. Mai um 19.30 Uhr in der Sendung Hallo Niedersachsen auf dem NDR sehen.


Hannoversche Allgemeine: "Papa, kommen bald die Einbrecher wieder?"

NDR: Angst vor Stalleinbrüchen: Landwirte rüsten auf


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