03.06.2013 rss_feed

Senkung der Fleischpreise zur Grillsaison: Aldi geht in die Offensive

Die Schweinehalter trifft diese Meldung ins Mark: Zur besten Grillsaison senkt  Aldi die Fleischpreise. Ein falsches Marktsignal zur Unzeit.

 

Und das in doppelter Hinsicht: Eigentlich hoffte man auf Seiten der Landwirte, dass endlich der Knoten geplatzt sei und die Preise in den kommenden Wochen wieder steigen könnten. Angesichts noch immer hoher Futterkosten eine dringend benötigte Erholung für die Schweinehalter. Die Nachfrage der Schlachtunternehmen hat sich bereits verbessert, das Angebot dürfte in den kommenden Wochen saisonal bedingt abnehmen. Die Preissenkung passt daher nicht zur aktuellen Marktlage.

 

Preisdrückerei

Und auch in anderer Hinsicht passt die Preissenkung nicht ins Bild: Aktuell wird eine breite Diskussion über die Produktionsbedingungen in der Tierhaltung geführt. Mit verschiedensten sogenannten Nachhaltigkeitskonzepten sind auch die Lebensmitteleinzelhändler unmittelbar an den runden Tischen eingebunden. Das scheint aber alles nicht zu zählen. Mit dem bisherigen Verlauf des Jahres 2013 scheint man vom Mengenumsatz im LEH alles andere als zufrieden zu sein. Schließlich ist der Konsum von Schweinefleisch bislang deutlich rückläufig gewesen. Gleichzeitig fiel das Angebot an schlachtreifen Schweinen überraschend groß aus. Den Einkäufern im LEH hat sich also die Möglichkeit geboten, die Preise zu drücken.

 

Die  Preissenkung um knapp 10% ist eigentlich nichts Besonderes, ganz im Gegenteil. Das hatten wir schon wesentlich heftiger, Schweinebauchanzeigen mit Rabatten über 60% sind keine Seltenheit, fasst Dr. Torsten Staack, Geschäftsführer der ISN, die Situation zusammen. Besonders fatal ist hingegen der Zeitpunkt ausgerechnet in der Grillsaison. Ein verheerendes Signal, dem mit Sicherheit die anderen Handelsunternehmen dankend folgen werden!

 

Billiger geht es nicht mehr!

Und auch in der aktuell geführten Tierwohldebatte erweisen uns die Discounter einen Bärendienst. Das so vermittelte Bild, das Fleisch nichts kostet, fällt direkt negativ auf die landwirtschaftliche Produktion zurück. Und dabei ist in der Realität genau das Gegenteil der Fall ärgert sich Staack über das Verhalten der Discounter. Die landwirtschaftlichen Betriebe erleben derzeit eine Auflagenschraube, die von der Politik immer weiter angezogen wird. Solche Aktionen heizen diese Entwicklung immer weiter an. Es geht einfach nicht immer billiger! so Staack weiter.

 

Nach Ansicht der ISN ist gerade jetzt Augenmaß gefragt. Billigstangebote führen dazu, dass das Image und die Wertschätzung von Fleisch weiter sinken, auch wenn kurzfristig ein zusätzlicher Nachfrageimpuls generiert werden kann. Angesichts der hohen Kosten stellen viele Schweinehalter die Produktion aktuell ernsthaft in Frage. Der Strukturwandel wird dadurch insgesamt befeuert. Nachhaltigkeit, mit der sich die Handelsunternehmen gegenwärtig so gerne brüsten, sieht anders aus.

 


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