10.11.2021

Schweineschlachtungen in Deutschland gehen stärker zurück

Die Anzahl der Schweineschlachtungen in Deutschland ist seit Anfang des Jahres erneut deutlich zugegangen und das, obwohl sich die Schlachtzahlen durch den Schweinestau über den Jahreswechsel 2020/2021 erheblich nach hinten verschoben haben. ©ISN nach Destatis

Die Anzahl der Schweineschlachtungen in Deutschland ist seit Anfang des Jahres erneut deutlich zugegangen und das, obwohl sich die Schlachtzahlen durch den Schweinestau über den Jahreswechsel 2020/2021 erheblich nach hinten verschoben haben. ©ISN nach Destatis

Im September hat sich bei den Schweineschlachtungen in Deutschland der Rückstand auf das Vorjahresniveau vergrößert. Im bisherigen Jahresverlauf ist der Rückgang der Schlachtzahlen in erster Linie auf die geringere Anzahl von Schweinen aus dem Ausland zurückzuführen, aber auch die heimische Schweineproduktion nimmt ab, berichtet Agra Europe (AgE).

ISN: Der Corona-bedingte Schweinestau im letzten Jahr hat die Schlachtzahlen erheblich verschoben. Wie stark sich der inländische Schweinebestand in den Folgemonaten wirklich reduziert hat, wird in der Jahresgesamtstatistik daher erst nach und nach deutlich.

 

Minus 5,7 % im September

Die Schweineschlachtungen sind im September weiter gesunken. Wie aus vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, kamen im Berichtsmonat knapp 4,31 Millionen Tiere an die Haken der Schlachter; das waren rund 260.000 Stück oder 5,7 % weniger als im Vorjahresmonat.

Die Gesamtschlachtung in den ersten drei Quartalen 2021 fiel mit 38,82 Millionen Schweinen um 1,26 Millionen Stück oder 3,1 % geringer aus als in der Vorjahresperiode. Gegenüber den ersten neun Monaten 2019, die noch unbeeinflusst von Corona und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) waren, sank das Schlachtaufkommen um 2,27 Millionen Tiere beziehungsweise 5,5 %. Die Schweinefleischerzeugung nahm im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2020 um 2,5 % auf 3,73 Mio. t ab.

 

Tiefstand bei Schlachtschweinen aus dem Ausland

Im bisherigen Jahresverlauf war vor allem die geringere Zahl von Auslandsschweinen für das Minus bei den hiesigen Schweineschlachtungen verantwortlich. Im September wurde mit nur noch 88.730 gelieferten Schlachttieren aus anderen Staaten der Europäischen Union ein neuer mehrjähriger Tiefstand verzeichnet. Von Januar bis September wurden hierzulande rund 911.000 Auslandschweine geschlachtet; das war gut die Hälfte weniger als im Vergleichszeitraum 2020 und fast zwei Drittel weniger als 2019.

 

Heimische Schweineproduktion rückläufig

Die Anlieferungen von Schweinen aus heimischen Ställen lagen in der ersten Jahreshälfte wegen der Folgen des Schweinestaus noch über dem Vorjahresniveau, seit Juli aber nicht mehr. Die Schlachtungen von Schweinen inländischer Herkunft verringerten sich gegenüber den ersten drei Quartalen 2020 um 0,6 % auf 37,90 Millionen Stück, was allein auf das Minus im dritten Quartal von 457.000 Schweinen oder 3,6 % zurückzuführen war.

 

Die ISN meint:

Im bisherigen Jahresverlauf vergrößerte sich die Rückstand der Schweineschlachtungen auf das Vorjahresniveau immer weiter. Das hängt damit zusammen, dass sich die Schlachtzahlen durch den Schweinestau über den Jahreswechsel 2020/2021 erheblich verschoben haben und erst nach und nach deutlich wird, wie stark auch der inländische Schweinebestand reduziert wurde. Für die Monate Januar bis September kumuliert wird lediglich ein Rückgang der inländischen Schlachtungen um 0,6 % ausgewiesen. Es wäre falsch, daraus den Schluss zu ziehen, dass wir in Deutschland noch fast genauso viele Schweine wie vor einem Jahr halten.

Erst nach und nach machen sich die starken Rückgänge bei den Schlachtungen inländischer Schweine in den Folgemonaten in der Jahresgesamtstatistik bemerkbar. Das Minus von 3,6 % bei den Schlachtungen inländischer Schweine im dritten Quartal deutet schon eher die Größenordnung an, mit der wir es beim Abbau der deutschen Schweinebestände zu tun haben. Bei der letzten Viehzählung im Mai wurden 3,1 % weniger Schweine als noch im Mai 2020 gezählt. Bei den Sauen betrug der Rückgang sogar 7,8 %. Die Zahlen der Viehzählung vom 03. November dürften kurz vor Weihnachten verfügbar sein.