29.09.2021

Schweinepreisnotierung fällt auf 1,24 € - ISN: Absatzimpulse für Schweinefleisch aus Deutschland dringend notwendig

Die Metro bietet nach wie vor Fleisch aus Chile oder auch Spanien an (Quelle: Screenshot https://produkte.metro.de/shop/search?q=schweinefilet)

Die Metro bietet nach wie vor Fleisch aus Chile oder auch Spanien an (Quelle: Screenshot https://produkte.metro.de/shop/search?q=schweinefilet)

Die VEZG-Notierung fiel heute um einen Cent auf 1,24 € je kg Schlachtgewicht. Die Sauenschlachtungen sind deutlich angestiegen.

ISN: Absatzimpulse im Lebensmittelhandel für deutsches Schweinefleisch sind dringend notwendig, damit die Lagerbestände reduziert werden und sich der Markt freilaufen kann. Durch den zeitlichen Vorlauf sind die meisten angekündigten Absatzaktionen der Lebensmitteleinzelhändler noch nicht wirksam. Gerade auch Unternehmen des Großhandels – wie z.B. die Metro – müssen endlich auch reagieren und insbesondere dem deutschen Schweinefleisch Vorfahrt gewähren!  

 

Die Schweinepreisnotierung der VEZG ist heute um einen weiteren Cent auf 1,24 € je kg Schlachtgewicht gefallen. Die Absatzschwäche beim Fleisch sowie Personalengpässe im Schlacht- und Zerlegebereich wurden von großen Schlachtunternehmen ausgenutzt, um Druck auf die Notierung auszuüben – und das, obwohl die finanzielle Situation auf den schweinehaltenden Betrieben längst katastrophal ist und immer schlimmer wird. Die Schweinehalter reagieren längst mit Bestandsreduzierungen, der für die Saison typische Anstieg in der Erzeugung wirkt dem aktuell aber entgegen, erklärt ISN-Marktexperte Klaus Kessing. Gerade in der Ferkelerzeugung sehen wir an den aktuell deutlich gestiegenen Sauenschlachtungen, dass Betriebe massiv aussteigen. Das ist schlimm. Teilweise können die Sauen gar nicht so schnell geschlachtet werden wie angemeldet. Und die zusätzlichen Sauenschlachtungen bringen aktuell natürlich auch zusätzliches Schweinefleisch auf den Markt.    

              

Absatz, Absatz, Absatz

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Und wenn es bei der Nachfrage hakt, dann braucht es eben Absatz, um aus dieser dramatischen Situation heraus zu kommen. Genau deshalb sind absatzfördernde Werbeaktionen für Schweinefleisch aus Deutschland im Lebensmittelhandel so wichtig, so ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Einige Lebensmitteleinzelhändler haben diese Aktionen zugesagt – das ist gut so. Diese angekündigten Werbeaktionen brauchen einen zeitlichen Vorlauf für die Planung und Umsetzung, so dass die Wirkung aktuell noch nicht sichtbar ist. Wir brauchen gerne noch mehr davon – insbesondere nicht nur beim Frischfleisch, sondern auch bei der Verarbeitungsware. Wir reden hier von einer Akutmaßnahme, die dringend notwendig ist. Das Thema Margenverteilung in der Kette, für das viele Bauern auf die Straße gegangen sind und noch immer gehen, ist davon komplett unbenommen und steht in keinem Widerspruch dazu.  

 

Großhandel muss endlich aus der Deckung kommen!

Und Staack weiter: Während der Lebensmitteleinzelhandel diesbezüglich auf einem guten Weg ist, bleibt der Lebensmittelgroßhandel weiter in der Deckung hinsichtlich der verkaufsfördernden Aktionen für deutsches Schweinefleisch. Und noch schlimmer ist, dass Großhändler wie die Metro angesichts der katastrophalen Lage der hiesigen Schweinehalter nach wie vor Schweinefleisch aus anderen Staaten – und insbesondere auch aus Drittländern wie Chile – anbieten. Erzeugerstandards scheinen hier wohl keine Rolle zu spielen. Wir brauchen hier endlich Vorfahrt für deutsches Schweinefleisch! Im Großhandel kann das so nicht weitergehen. Gut möglich, dass in nächster Zeit weniger die Lebensmitteleinzelhändler Besuch von landwirtschaftlicher Seite bekommen als vielmehr Großhändler wie beispielsweise die Metro in Düsseldorf.