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Schweinehaltung in Schweden: JISN-Auslandsexkursion 2018

Gruppenbild mit Familie Gransbö

Gruppenbild mit Familie Gransbö

Dieses Jahr zog es die Junge ISN in den hohen Norden. Ende März besuchten 35 junge Schweinehalter Schweden, um Land und Leute sowie die dortige Schweinehaltung kennen zu lernen.

 

Den Start machte ein Kartoffelbauer. Familie Gränsbo aus der Nähe von Malmö empfing die Jungen ISNler. Die Familie hat den Hof als Gemischtbetrieb übernommen und sukzessive auf den Kartoffelanbau spezialisiert. Auf 400 ha werden 10 Kartoffelsorten für den Endverbraucher angebaut und verpackt. Von 1 – 200 kg rangieren die Verpackungsgrößen. Flächentäusche mit den Nachbarn machen diesen intensiven Kartoffelanbau möglich.


Wo alles begann: Die Werkstatt von Väderstad-Gründer Rune Stark

Wo alles begann: Die Werkstatt von Väderstad-Gründer Rune Stark

Landmaschinenhersteller Väderstad besichtigt

Am zweiten Tag stand ein Besuch beim schwedischen Landmaschinenhersteller Väderstad auf dem Exkursionsplan. Die Führung begann in einer kleinen Werkstatt, wo der Gründer Rune Stark an seiner ersten Egge getüftelt hat. Kein Vergleich zu den großen Werkshallen in denen heutzutage die Sämaschinen und Bodenbearbeitungsgeräte produziert werden.

Im Anschluss lernten die Exkursionsteilnehmer mehr über die Strukturen und Gegebenheiten für Landwirtschaft in Schweden. Unter anderem, dass die Tierbestände seit dem Eintritt in die Europäische Union deutlich rückläufig sind.


Auf dem Weg zum Stall von Matthias Espert

Auf dem Weg zum Stall von Matthias Espert

Schweine mästen in der Abferkelbucht

Nachdem am dritten Tag u.a. der Besuch des Elinge Elchparks die schwedischen Nationaltiere, die Elche besichtigt wurden gab es nach drei Tagen Schweinefreiheit endlich selbige zu sehen.

Es ging zum Betrieb von Sven-Olof Axelsson hält 200 Sauen im geschlossenen System.

Das Besondere an dem Betrieb: Dort bleiben die Ferkel bis zur Schlachtreife in der Abferkelbucht.

 

Größten Sauenhalter Schwedens besucht

Zum Abschluss folgte ein weiteres Highlight der Exkursion: Der Besuch beim größten Sauenhalter Schwedens. Matthias Espert baute 2005 einen Stall für 400 Sauen. 2012 investierte er in einen weiteren Stall, diesmal für 1.700 Sauen. So wurde er mit einem Schlag Schwedens größter Sauenhalter und er möchte weiter wachsen.


Matthias Espert bei der Diskussion mit den JISNlern im Stall

Matthias Espert bei der Diskussion mit den JISNlern im Stall

Mit Hilfe von 14 Angestellten schafft er es 31 Ferkel pro Sau und Jahr zu verkaufen. Auch sonst produziert er auf einem hohen hygienischen Standard und ist stolz darauf, dass seine Betriebe frei von Salmonellen, PRRS und auch MRSA sind.

 

Trotz der ordentlichen Größe und Leistung seines Betriebes, sieht er sich nicht konkurrenzfähig im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn. Das verdeutlicht auch der niedrige schwedische Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch von 70%. Schweden ist ein wichtiger Exportmarkt für die Dänen.

Espert hat daher ein eigenes Logo für die Vermarktung entworfen: 4xS analog zum deutschen 4xD.


Geöffnete Abferkelbucht im Betrieb Espert

Geöffnete Abferkelbucht im Betrieb Espert

Ferkelkastration: 4. Weg in Schweden möglich

Die Sauen dürfen nur zur Besamung fixiert werden und auch in der Abferkelung schreibt der Gesetzgeber vor, dass die Sauen nur wenige Tage rund um den Geburtstermin fixiert werden dürfen.

Auch das Thema Ferkelkastration wurde angeschnitten. In Schweden ist der in Deutschland noch diskutierte 4. Weg möglich. Mit einem Befähigungsnachweis darf der Landwirt die Lokalanästhesie selbst durchführen.

Als Vizepräsident des schwedischen Schweinehalterverbandes ist Matthias Espert 30% seiner Arbeitszeit als Interessenvertreter unterwegs.

 

Danach ging es mit spannenden Erkenntnissen über die Landwirtschaft und Schweinehaltung in Schweden im Gepäck zurück nach Hause.


Viele weitere Bilder von der Exkursion sind in der Junge ISN Bildergalerie zu finden


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