11.02.2015rss_feed

Schweinehalterorganisationen aus NL und DK beschweren sich bei EU über Initiative Tierwohl

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Die Verbände der niederländischen und dänischen Schweinehalter haben sich bei der EU-Kommission über den vorläufigen Ausschluss ausländischer Erzeuger von der Teilnahme an der deutschen Initiative Tierwohl beschwert. Das geht aus einem Schreiben vom 3. Februar hervor, das die Vorsitzende des niederländischen Schweinehalterverbandes (NVV), Ingrid  Jansen, und der Direktor des dänischen Pendants (LaDS), Hans  Aarestrup, gemeinsam an die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe  Vestager gerichtet haben.


Der Zugang zur Initiative Tierwohl steht den Teilnahmebedingungen zufolge in der Startphase nur Tierhaltern offen, die in Deutschland Schweine, Ferkel oder Sauen halten. Diese Regelung kritisieren Jansen und Aarestrup als diskriminierend. Nach ihren Schätzungen dürfte der Förderfonds der Initiative bereits in der Startphase von den teilnehmenden deutschen Betrieben ausgeschöpft werden, so dass ausländische Landwirte nicht mehr davon profitieren könnten.

Eine entsprechende Beschwerde beim Bundeskartellamt ist laut Jansen und Aarestrup wirkungslos geblieben; die deutsche Behörde erkenne keinen Handlungsbedarf, habe aber die Initiative Tierwohl darauf aufmerksam gemacht, dass ausländische Teilnehmer langfristig nicht ausgeschlossen werden könnten. Deshalb solle Vestager nun dafür sorgen, dass ausländische Schweinehalter uneingeschränkten Zugang zu dem System erhielten, so berichtet Agra-Europe.

 


Die ISN meint:

Das Vorgehen der Schweinehalterorganisationen aus Dänemark und den Niederlanden ist sehr verwunderlich.

Nachdem man sich beim deutschen Bundeskartellamt mit einer Beschwerde gegen die Initiative Tierwohl eine klare Abfuhr eingehandelt hatte, rennt man nun zur EU-Kommission und will sich so sein Stück vom Kuchen sichern und Gelder aus dem deutschen Tierwohltopf auch für dänische und niederländische Schweinehalter abgreifen. Dabei will man wohl davon ablenken, dass es in den eigenen Ländern keine ähnlichen Programme gibt bzw. dass diese Ansätze so gut wie gescheitert sind.

Vielleicht sollten die dänischen und holländischen Kollegen eher ein wenig mehr Arbeit in die Entwicklung ähnlicher Programme stecken, statt sich erfolglos in Bonn und Brüssel abzuarbeiten, um lediglich Gelder aus Deutschland ins eigene Land transferieren zu wollen. Das wäre doch auch ein Ansatz.

 



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