20.12.2021

Schottlands Bauernverband fordert Einfuhrverbot von Schweinefleisch aus ASP-Ländern

UK ©Canva

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In einem Schreiben an den Landwirtschaftsminister der Vereinigten Königreichs, George Eustice, fordert der schottische Bauernverband einen sofortigen Einfuhrstopp für Schweinefleisch aus EU-Ländern, in denen ASP-Fälle registriert wurden, berichtet Agra Europe (AgE).

ISN: Eine derartige Stigmatisierung von Schweinefleisch aus ASP-Ländern ist absolut inakzeptabel. Es darf nicht sein, dass ganze EU-Länder für den Import von Schweinefleisch gesperrt werden, wenn in einigen Gebieten ASP-Fälle auftreten.

 

Forderung nach Einfuhrstopp aus zahlreichen Ländern

Im Vereinigten Königreich ist im landwirtschaftlichen Berufsstand die Angst vor einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) offenbar sehr groß. So forderte jetzt der schottische Bauernverband (NFU) die Regierung in London dringend auf, einen sofortigen Einfuhrstopp für Schweinefleisch aus EU-Ländern zu verhängen, in denen ASP-Fälle registriert wurden. Explizit genannt werden neben Deutschland auch Belgien, wobei das Königreich längst wieder offiziell als ASP-frei gilt, sowie Rumänien und Polen. In einem Schreiben an Landwirtschaftsminister George Eustice mahnte der NFU Schottland unverzügliche Maßnahmen an. Ansonsten bestehe ein hohes Risiko für eine Einschleppung.

 

Mangelnde Kontrollen kritisiert

NFU-Schottland-Präsident Martin Kennedy wies darauf hin, dass keine Kontrollen von EU-Schweinefleischimporten in das Vereinigte Königreich durchgeführt würden. In einer Zeit, in der es ein ernsthaftes Biosicherheitsrisiko für unser Land gibt, kann das nicht so weitergehen, betonte Kennedy. Nach seinen Worten breitet sich die ASP in ganz Europa schnell aus. Der Verbandspräsident kritisierte, dass die Regierung bislang keine Schutzmaßnahmen ergriffen habe, da sie befürchte, gegen Handels- und Kooperationsabkommen zu verstoßen.

 

Umfangreiche Schweinefleischimporte nach Großbritannien

Kennedy gab zu bedenken, dass rund 40 % des in Großbritannien verzehrten Fleisches Schweinefleisch sei. Laut vorläufigen Daten der EU-Kommission wurden zwischen Januar und August 2021 etwa 113.000 t Schweinefleisch und Schlachtnebenerzeugnisse aus Deutschland in das Königreich geliefert, aus Polen waren es 64.210 t. Insgesamt beliefen sich die Einfuhren aus der Gemeinschaft einschließlich Lebendtieren in der Berichtsperiode auf 569.650 t, wovon Schweinefleisch und Schlachtnebenerzeugnisse 566.380 t ausmachten.

 

Die ISN meint:

Die vom schottischen Bauernverband geforderte Stigmatisierung von Schweinefleisch aus kompletten EU-Staaten, die von ASP betroffen sind, ist absolut inakzeptabel. Die in der EU geltenden Gesetze und Verordnungen mit klaren Vorgaben für die ASP-Restriktionsgebiete und die ASP-Bekämpfung sind vollkommen ausreichend und bieten einen verlässlichen Schutz. Schließlich sind es gerade diese Tiere, die am besten und intensivsten untersucht worden sind und das Fleisch ist völlig unbedenklich. Großbritannien sollte auch nach dem Brexit die in der EU geltenden Regelungen für Fleischimporte weiterhin akzeptieren.