04.07.2014

Russland zeigt sich bei der Einfuhr von Schweinefleisch aus der EU verhandlungsbereit.

Demnach wären die Russen bereit, Fleisch aus insgesamt 14 EU-Mitgliedsstaaten wieder reinzulassen, wenn diese nicht an Länder grenzen, in denen die Afrikanischen Schweinepest (ASP) grassiert. Diesen Vorschlag hat der stellvertretende Leiter des Föderalen Aufsichtsdienstes für die Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor), Jewgenij Nepoklonow in Paris gemacht, meldet Agra Europe.


Russland strebt bilaterale Verhandlungen an

Nepoklonow betonte, dass das bisherige Ausfuhrzertifikat für die gesamte Gemeinschaft mit dem Nachweis der ASP in den EU-Ländern Polen, Litauen und Lettland keine Gültigkeit mehr habe. Russland sei aber bereit, mit nicht betroffenen Ländern bilaterale Verhandlungen über neue Exportzertifikate aufzunehmen. Dazu zählten unter anderem die großen Schweinefleischexporteure Niederlande, Dänemark und Spanien. Deutschland als Nachbar des ASP-Landes Polen zählt nicht zu den Staaten denen eine kurzfristige Wiederaufnahme der Schweinefleischausfuhren in Aussicht gestellt wurde. Aber auch Frankreich und Italien sollen nicht auf der Liste stehen, da es Tiergesundheitsprobleme auf den Inseln Korsika und Sardinien gibt.

 

Embargo kostet belgische Schweinehalter bisher 20 Mio €

Die exportorientierten EU-Mitgliedsstaaten sprechen sich für bilaterale Lösungen mit Russland aus und verweisen auf eine ähnliche Systematik im Falle der Schweinefleischausfuhren nach Asien. Bisher blockiert allerdings die EU-Kommission die einzelstaatlichen Vereinbarungen und hat wegen des Handelsstreits mit Russland bei der Welthandelsorganisation (WTO) die Einrichtung eines Schiedsgerichts beantragt. Nach Schätzungen des flämischen Boerenbonds hat das seit fünf Monaten bestehende russische Embargo für EU-Schweinefleisch allein die belgischen Schweinemäster bereits zwischen 17 Mio Euro und 20 Mio Euro gekostet.


EU-Schweinefleischdisput mit Russland: Schiedsgericht der WTO angerufen