11.08.2026rss_feed

Bundesminister Rainer lädt zum Runden Tisch zur Schweinehaltung

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Am morgigen Mittwoch kommt im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) der Runde Tisch zur heimischen Schweinehaltung zusammen. Angesichts der existenzbedrohenden Lage der schweinehaltenden Betriebe begrüßt die ISN, dass Minister Rainer sich mit der Wirtschaft austauschen, sich selbst ein Bild von der Lage machen und mögliche Maßnahmen diskutieren will.

 

Die ISN begrüßt, dass Minister Rainer morgen (12. August 2026) zum Austausch mit der Wirtschaft einlädt, um sich ein Bild von der wirtschaftlichen Situation in der Schweinehaltung zu machen. Denn die Lage unserer Schweinehalter ist nach wie vor ruinös: Trotz eines leichten Preisanstiegs in der vergangenen Woche um 10 Cent pro Kilogramm legen die Betriebe im Schnitt weiterhin rund 50 Euro pro Schwein drauf. Sowohl Ferkelerzeuger als auch Schweinemäster schreiben weiterhin erhebliche Verluste, und die Ausstiegswelle in der Branche hält an.

Ursächlich dafür ist ein überversorgter europäischer Markt, insbesondere durch weggebrochene Drittlandexporte für spanisches Schweinefleisch, welches nun die EU-Märkte flutet. Solchen Verwerfungen an den internationalen Märkten sind die hiesigen Schweinehalter schutzlos ausgeliefert, zumal sie zusätzlich auch noch in einem engen Korsett nationaler Vorgaben eingeschnürt sind.

 

Maßnahmen nicht trivial

Die Maßnahmen der Politik sind somit alles andere als trivial und direkte Markteingriffe könnten sogar kontraproduktiv sein. Trotzdem ist es wichtig, sich jetzt darüber auszutauschen. Denn angesichts der geopolitischen Lage und dem dynamischen Tierseuchengeschehen ist damit zu rechnen, dass derartige Marktverwerfungen, wie sie die Schweinehalter gerade erleben, häufiger werden, betont ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack.

Um die Betriebe kurzfristig zu entlasten und mittel- und langfristig die Zukunft der heimischen Schweinehaltung zu sichern, sollte die Wirkung konkreter politischer Maßnahmen mit der Wirtschaft diskutiert werden.

 

Aus Sicht der ISN stehen dabei drei Punkte ganz oben auf der Agenda:

 

Liquiditätssicherung durch steuerliche Instrumente

Die Betriebe brauchen dringend finanzielle Luft zum Atmen, so Staack. Helfen kann hier die sofortige, unbürokratische Umsetzung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage sowie die dauerhafte Entfristung der Gewinnglättung. Denn es ist absolut kontraproduktiv, wenn Betrieben mitten in einer existenzbedrohenden Krise durch Steuernachzahlungen für zurückliegende, bessere Jahre die Liquidität gänzlich entzogen wird. Wirksames Risikomanagement muss steuerlich gefördert statt bestraft werden.

 

Fortführung der Exportoffensive für Drittlandmärkte

Wir müssen das gesamte Schwein vermarkten können, um den heimischen Markt zu entlasten, erläutert Staack. Teilstücke wie Pfoten, Ohren oder Schwänze sind in der EU kaum absetzbar, auf Drittlandmärkten jedoch stark gefragt. Seit den ASP-bedingten Sperren ist dieser Absatzweg für deutsches Schweinefleisch blockiert: Vor der Krise gingen 40 % der Exporte in Drittländer (insbesondere nach China), im vergangenen Jahr waren es nur noch 15 %. Die Wiederzulassung für gesperrte Drittlandmärkte für unbedenkliches Schweinefleisch aus ASP-freien Regionen muss für den Minister deshalb weiterhin oberste Priorität haben. Staack fasst zusammen: Ohne funktionierende Exportmärkte fehlt dem deutschen Schweinefleischmarkt ein entscheidendes Entlastungsventil.

 

Keine neuen Belastungen für Schweinehalter

Es darf kein weiteres Aufsatteln bei den Vorgaben geben, mahnt Staack. Unsere Schweinehalter arbeiten bereits am Limit, um die bestehenden, ohnehin erdrückenden Auflagen umzusetzen. Zusätzliche Bürokratie und schärfere Regularien würden das Aus für viele weitere Familienbetriebe bedeuten. Es sollte also genau geprüft werden, was den Betrieben in dieser Situation überhaupt noch zuzumuten ist und an welcher Stelle – z.B. beim Umbau des Abferkelstalles – Fristverschiebungen und Strukturförderung zum Erhalt der hiesigen Erzeugerstrukturen notwendig ist.

 

 


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