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Rote Gebiete zur Düngeverordung: NRW und Niedersachsen legen neue Gebietskulissen vor

6Nitrat Guelle Fahren Schleppschlaeuche

Vor dem Jahreswechsel haben die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die Gebietskulissen der nach Vorgaben der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) neu ausgewiesenen, nitratbelasteten Gebiete (rote Gebiete) veröffentlicht. In beiden Ländern sollen die Landwirte bis zur Hauptdüngesaison Sicherheit darüber haben, welche Düngeregeln künftig für ihre Flächen gelten.

 

NRW: Reduktion auf rund 30 % der Ausgangskulisse

Kurz vor dem Jahreswechsel hat das nordrhein-westfälische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium die Kulisse der nitratbelasteten Gebiete veröffentlicht. Diese umfasse eine Fläche von rund 350.000 Hektar. Dies entspreche nach Anwendung der Vorgaben der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) rund 30 % der potenziell zu berücksichtigenden Ausgangskulisse. Insgesamt 22 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Nordrhein-Westfalen wurde damit in der neuen Gebietskulisse als nitratbelastetes Gebiet ausgewiesen. Dort gelten seit 01.01.2021 verschärfte Düngeregeln, die in der kurz vor Weihnachten verabschiedeten, neues Landesdüngeverordnung festgelegt wurden. 

Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann erklärte, dass sich an den jetzt veröffentlichten Karten bis zur Düngesaison nicht mehr viel ändern werde. Noch nicht in Gänze abgeschlossen sei die detaillierte Abgrenzung von Teilflächen innerhalb der roten Grundwasserkörper, durch die sich die in roten Gebieten belasteten Teilflächen noch leicht verändern könnten. Bis spätestens Ende Februar 2021 seien aber alle Details berechnet und feldblockscharf ausgewiesen. Zum Start der Hauptdüngesaison herrscht Planungssicherheit für die Landwirtinnen und Landwirte, so Bottermann.

Die neue Gebietskulisse für Nordrhein-Westfalen kann unter www.elwasweb.nrw.de eingesehen werden.

 

 

Niedersachsen: Karten für Rote Gebiete liegen vor

Auch Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast versprach den Landwirten Klarheit bis zu Hauptdüngesaison. Der Entwurf der Ausweisung der nitrat- und phosphatsensiblen Gebiete in Niedersachsen mit rund 1.800 Karten war am 22.12.2020 nach Zustimmung des Kabinetts zu Verbandsbeteiligung freigegeben worden. Diese dauere sechs Wochen, anschließend werden die Stellungnahmen gesichtet und bewertet. Danach solle die Freigabe durch das Kabinett erneut eingeholt werden und anschließend könne die rechtskräftige Veröffentlichung der Verordnung erfolgen. Damit werde im März 2021 gerechnet.

Mit der Neuausweisung der roten Gebiete habe sich nach Angaben des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz deren Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Niedersachsen von vorher ca. 39 % auf nun ca. 30 % verringert. Damit umfasse die neue Gebietskulisse eine landwirtschaftliche Fläche von rund 796.000 Hektar, das sind rund 245.000 Hektar weniger im Vergleich zur bestehenden Kulisse.

Die neue Gebietskulisse für Niedersachsen kann unter sla.niedersachsen.de/landentwicklung/LEA  eingesehen werden. Für alle fachlichen Fragen der Landwirtschaft zum Thema Ausweisung soll es künftig eine zentrale Ansprechstelle geben.


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