30.06.2021

QS-Antibiotikamonitoring: Antibiotikaeinsatz in den vergangenen Jahren stark reduziert

Die Antibiotikazahlen der Schweine haltenden Betriebe im QS-System sind seit 2014 stark gesunken

Die Antibiotikazahlen der Schweine haltenden Betriebe im QS-System sind seit 2014 stark gesunken

Der langjährige Trend setzt sich fort: Das QS-Antibiotikamonitoring zeigt, dass sich der Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung auf einem niedrigen Niveau bewegt. Der von der Qualität und Sicherheit GmbH (QS) veröffentlichte diesjährige Statusbericht umfasst die Auswertungsergebnisse aus dem Antibiotikamonitoring für einen Zeitraum von sieben Jahren.

 

Wie QS in seinem 3. Statusbericht verkündet, zeigen sämtliche Auswertungen der Antibiotikadaten, dass der Antibiotikaeinsatz im QS-System weiter reduziert werden konnte. Die Menge der auf Betrieben im QS-System eingesetzten Antibiotika ist bei fast allen Wirkstoffgruppen und insbesondere bei den kritischen Antibiotika stark zurückgegangen. Im 3. Statusbericht werden die Auswertungsergebnisse aus dem Antibiotikamonitoring für den Zeitraum von sieben Jahren, nämlich von 2014 bis Februar 2021, vorgestellt.

 

Einsatz in sieben Jahren um 35,5% gesunken

Im Zeitraum von 2014 bis einschließlich 2020 konnte der Antibiotikaeinsatz im QS-System bei Schweinen, Rindern und Geflügel um insgesamt 35,5 % reduziert werden. Das heißt, die eingesetzten Antibiotikamengen verringerten sich um 251,3 Tonnen von 707,6 Tonnen auf 456,3 Tonnen im Jahr 2020.

Die Auswertungen zeigen jedoch auch, dass die Reduktionsschritte in den letzten Jahren kleiner geworden sind. Während der Antibiotikaeinsatz zwischen den Jahren 2014 bis 2017 sehr stark reduziert wurde, fallen die Abnahmen seit 2018 geringer aus, die Kurve flacht ab.

Mit einer Senkung um 43 % wurde auf den Schweine haltenden Betrieben die größte Reduktion erzielt (2014: 520,9 Tonnen, 2020: 296,9 Tonnen).

 

Einsatz kritischer Antibiotika gering

Die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes zeigt sich über alle Wirkstoffgruppen. Besonders hervorzuheben ist, dass der Einsatz der kritischen Antibiotika (Cephalosporine der 3. und 4. Generation und Fluorchinolone) insgesamt gering ist, im Zeitraum von 2014 bis 2020 jedoch auch noch mehr als halbiert werden konnte (Cephalosporine der 3. und 4. Generation: 2014: 0,36 Tonnen, 2020: 0,17 Tonnen, Fluorchinolone: 2014: 7,31 Tonnen, 2020: 3,6). Kritische Antibiotika wurden somit eindeutig nur als letzte Therapieoption gewählt, was den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika widerspiegelt.

 

Orientierung für alle Tierhalter

Knapp 3.000 Tierärzte übermitteln mittlerweile ihre Daten an das QS-System und sorgen damit für eine zuverlässige und umfassende Datengrundlage. Auf dieser können die Tierhalter ihren Antibiotikaeinsatz anonym mit anderen Tierhaltern vergleichen. Zusammen mit den im QS-System erhobenen Befunddaten und dem daraus berechneten Tiergesundheitsindex (TGI) kann der Tierhalter frühzeitig ganzheitliche Erkenntnisse über die Tiergesundheit in seinem Bestand ableiten und Optimierungspotential aufdecken. Die Tierhalter im QS-System erhalten viermal jährlich eine Rückmeldung zu ihrem Antibiotikaeinsatz (Stichtage 1. Februar, 1. Mai, 1. August und 1. November).

 

Für die Weiterentwicklung des Antibiotikamonitorings bleibt die Reduktion der eingesetzten Antibiotikamengen das übergeordnete Ziel, um der Entwicklung von Resistenzen entgegenzuwirken. Daher ist in der nächsten Zeit u.a. geplant, die Daten aus dem Antibiotikamonitoring mit weiteren Daten im QS-System, wie z.B. Schlachtbefunddaten, zu verknüpfen und dadurch die Tiergesundheit als Ganzes zu betrachten sowie neues Optimierungspotential abzuleiten.