29.01.2020rss_feed

NRW präsentiert Nutztierstrategie – Endlich Gesamtkonzept statt Stückwerk

Ursula Heinen Esser stellte die Strategie vergangene Woche in Berlin im Rahmen der Fachveranstaltung „Zukunft der Nutztierhaltung in NRW“ vor

Ursula Heinen Esser stellte die Strategie vergangene Woche in Berlin im Rahmen der Fachveranstaltung „Zukunft der Nutztierhaltung in NRW“ vor

Im Rahmen einer Pressekonferenz, die heute im Umweltministerium in Düsseldorf stattfand, stellte der Umwelt-Staatsekretär Dr. Heinrich Bottermann aus Nordrhein-Westfalen, Eckpunkte der Strategie zur Zukunft der Nutztierhaltung in NRW vor. Mit einem ganzheitlichen Ansatz will NRW den Zielkonflikten zwischen Tierwohl - Umweltschutz - Baurecht - Ökonomie - sozialen Aspekten und gesellschaftlicher Akzeptanz begegnen. Ziel der Strategie ist es, Umwelt- und Tierwohl-verbessernde Maßnahmen für Landwirte zugänglich und umsetzbar zu machen.

ISN: Endlich wird hier ganzheitlich an den Transformationsprozess der Schweinehaltung herangegangen und nicht nur Stückwerk geliefert.

 

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen Esser stellte die Strategie bereits vergangene Woche in Berlin im Rahmen der Fachveranstaltung Zukunft der Nutztierhaltung in NRW vor. Die Ministerin hat erkannt, dass es ohne ganzheitliche Strategie beim Transformationsprozess in der Schweinehaltung nicht weitergeht. Bereits in den letzten Monaten hat sie den Prozess für eine nachhaltige Nutztierstrategie gestartet und erste Eckpunkte erarbeitet. Die NRW-Nutztierstrategie konzentriert sich zunächst auf die Schweinehaltung. 

 

Problem erkannt – noch nicht gebannt, aber…

Schweinehalter, die bereit sind, Veränderungen auf ihren Betrieben umzusetzen, werden durch die zahlreichen Zielkonflikte zwischen den verschiedenen Anforderungen an Tierwohl, Umweltschutz, Baurecht, Ökonomie, sozialen Aspekten und gesellschaftlicher Akzeptanz aufgerieben. Betriebliche Entwicklungen sind für Schweinhalter schlicht und einfach nicht umsetzbar. Ministerin Heinen-Esser hat sich zum Ziel gesetzt, diese Anforderungen an die Tierhalter in Einklang zu bringen und hat eine Nutztierstrategie auf den Weg gebracht, die die Landwirte dabei unterstützen soll, Betriebsstrukturen weiterzuentwickeln und sich für die Zukunft aufstellen zu können. Ziel ist es, die Anforderungen an Tierwohl–Umweltschutz –Baurecht –Ökonomie –soziale Aspekte und gesellschaftliche Akzeptanz in Einklang zu bringen, heißt es im Strategiepapier. Die Nutztierstrategie solle die Landwirtschaft unterstützen, strukturelle Veränderungen frühzeitig und erfolgreich zu gestalten. Eine starke, zukunftsfähige Landwirtschaft schaffe vielfältige Arbeitsplätze und sei zugleich Garant für den Erhalt und die Pflege der das Landschaftsbild prägenden Kulturlandschaft.

 


Mit dem "Stall der Zukunft" sollen die Stufen 2 und 3 des staatlichen Tierwohlkennzeichens modellhaft abgebildet werden.

Mit dem "Stall der Zukunft" sollen die Stufen 2 und 3 des staatlichen Tierwohlkennzeichens modellhaft abgebildet werden.

Nutztierstrategie NRW – Gesamtkonzept statt Stückwerk

Die NRW-Nutztierhaltungsstrategie solle eine gesellschaftlich abgesicherte Basis dafür sein, dass die Betriebe langfristig, verlässlich und nachhaltig planen und wirtschaften können. Bisherige Lösungsansätze hätten sich auf spezielle Problemstellungen bezogen und daher nur punktuell oder gar keine Abhilfe schaffen können. Notwendig sei deshalb schon lange ein ganzheitliches Gesamtkonzept, welches mehrere Themenbereiche einbeziehe.

 



Konkret sollen folgende Einzelmaßnahmen erfolgen:

  • Tierwohl:
    • Bau eines Stalles der Zukunft auf Haus Düsse
    • Gründung eines Innovationsclusters Stallbau
    • Zootechnische Eingriffe – Verzicht auf das Schwanzkupieren
    • Tiergesundheit fördern und Arzneimitteleinsatz weiter senken
    • Zuchtziele anpassen
    • Tierwohlkennzeichnung zur Umsetzung bringen
    • Tiergesundheitsdatenbank ausbauen
  • Umwelt und Baurecht einbeziehen
  • Finanzierung von Tierwohlmaßnahmen fördern

 

ISN meint:

Mit seiner Nutztierstrategie geht NRW als Bundesland in Deutschland voran und beschäftigt sich ganz konkret und ganzheitlich mit dem Transformationsprozess in der Schweinehaltung. Dabei geht es nicht um die Konkurrenz von Nutztierstrategien sondern darum, die Strategie des Bundes zu flankieren und zu unterstützen. Nur anhand eines übergeordneten strategischen Ziels können Maßnahmen in den einzelnen betroffenen Themenbereichen, die sich ggf. sogar gegensätzlich behindern neu eingeordnet und ermöglicht werden. Auch andere Länder sollten dem Beispiel NRW folgen. Die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast wird das Thema auf der ISN-Mitgliederversammlung am 11. Februar in Osnabrück ebenfalls behandeln und auf den niedersächsischen Weg eingehen.



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