05.10.2020rss_feed

Notruf der Schweinehalter an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil

Der Stau am Schlachtschweine- und Ferkelmarkt wird immer größer. ISN und Landvolk schicken einen gemeinsamen Notruf an den niedersächsischen Ministerpräsidenten. In weiteren Bundesländern ist ein ähnlicher Notruf geplant.

Der Stau am Schlachtschweine- und Ferkelmarkt wird immer größer. ISN und Landvolk schicken einen gemeinsamen Notruf an den niedersächsischen Ministerpräsidenten. In weiteren Bundesländern ist ein ähnlicher Notruf geplant.

ISN und Landvolk schicken einen gemeinsamen Notruf an den niedersächsischen Ministerpräsidenten. In weiteren Bundesländern ist ein ähnlicher Notruf geplant. Der Stau am Schlachtschweine- und Ferkelmarkt wird immer größer. Zusätzlich zum ohnehin schon ruinösen Preisniveau wissen immer mehr Schweinehalter nicht mehr wohin mit den Tieren. Die aktuellen positiven Corona-Ergebnisse am Schlachthof in Sögel und die damit verbundene Reduzierung der dortigen Schlacht- und Zerlegekapazitäten verschärfen die Lage noch weiter. Ein Bündel an Maßnahmen ist so schnell es geht notwendig, damit die Schlacht- und Zerlegekapazitäten bei Einhaltung der Corona-Vorsichtsmaßnahmen erweitert werden können.

 

Gemeinsam mit dem Landvolk Niedersachsen haben wir heute einen Notruf an den niedersächsischen Ministerpräsident Stephan Weil geschickt. Hintergrund ist die akute und existenzgefährdende Notlage, in der sich die deutschen Schweinehalter befinden.  Neben der ruinösen Preissituation wissen derzeit immer mehr Schweinehalter nicht mehr, wohin mit den Tieren, heißt es in unserem Schreiben. Das betrifft sowohl Schweinemäster als auch Ferkelerzeuger. Hierfür sind vor allem fehlende Schlacht- und Zerlegekapazitäten die Ursache.  Denn die durch Corona bedingten Produktionsauflagen reduzieren weiter die Schlacht- und ganz besonders die Zerlegekapazitäten. Die Lage war schon die letzten Wochen sehr angespannt, aber spätestens die aktuellen positiven Corona-Ergebnissen am Schlachthof in Sögel und die damit verbundene Reduzierung der dortigen Schlacht- und Zerlegekapazitäten machen es jetzt zu einer handfesten Notlage der Schweinehalter, macht ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack deutlich. Im Ergebnis baut sich dadurch der noch seit dem Sommer bestehende Angebotsüberhang sogar drastisch weiter auf.  Und auch die Afrikanische Schweinepest (ASP) sorgt zusätzlich für erhebliche Marktverwerfungen. Hier kommen nun mehrere Problemlagen zusammen. Das macht die Lage so ernst, warnt Staack. Aktuell umfasst der Überhang in Deutschland bereits über 300.000 bis 400.000 Schweine – also ca. eine halbe Schlachtwoche -  und jede Woche kommen nach unserer Einschätzung nun weitere 70.000 Tiere dazu. Um den Überhang abzubauen, müssten deutlich mehr Tiere je Woche geschlachtet und zerlegt werden. Die fehlenden Kapazitäten liegen hauptsächlich und in ähnlichen Anteilen in Niedersachsen und NRW. Bis zum Jahresende dürften dadurch in diesen beiden Bundesländern rund 1 Mio. Schweine mehr in den Ställen stehen, die im Normalfall mit den üblichen Kapazitäten problemlos geschlachtet werden könnten. Während die Schlachtgewichte im Bundesdurchschnitt um 1 kg gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, ist das Mittel in Niedersachsen inzwischen sogar um 2 kg je Schwein gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Bei den Ferkeln zeichnet sich bei immer mehr Betrieben ein massive Steigerung der Verkaufsgewichte durch erheblich verzögerte Verkaufstermine ab. Diese Zahlen unterstreichen das Ausmaß der Notlage. 

 

Forderung nach schneller Hilfe!

Wir haben deshalb bei Ministerpräsident Weil schnelle Hilfe gefordert, um den Infarkt der Wertschöpfungskette Schwein mit all seinen drastischen Folgen für einen ganzen Wirtschaftszweig noch abzuwenden. Aus unserer Sicht ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen dringend notwendig. Unter anderem geht es darum, die Schlacht- und besonders auch die Zerlegekapazitäten zu erweitern, ohne dabei die Corona-Schutzmaßnahmen zu vernachlässigen.

Aufgrund der Bedeutung der Lage und der Vielzahl an zuständigen Ressorts und entsprechenden nachgelagerten Behörden, haben wir bei der Staatskanzlei in Niedersachsen die Koordination der Maßnahmen eingefordert. In anderen Bundesländern ist ein ähnliches Vorgehen zusammen mit weiteren Organisationen vorgesehen.

 


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