10.08.2017 rss_feed

Discounter Netto erweitert Produktpalette um mehr gentechnikfreies Schweinefleisch

Netto Gentechnikfrei

Um weitere gentechnikfreie Schweinefleischprodukte will der Netto Marken-Discount seine Produktpalette erweitern. Unter der Eigenmarke Gut Ponholz sollen diese Produkte in die SB-Regale gestellt werden.

 

Immer mehr Spezialanforderungen des Lebensmitteleinzelhandels

So solle neben Hackfleisch, Minutenschnitzel und Nackensteak ab sofort fast deutschlandweit auch gentechnikfreies Gulasch und Schweineschnitzel angeboten werden, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Ab September sollen auch Schinkenwurst, Pfefferbeißer, Kochwurst und Edelsalami ohne Gentechnik im Angebot zu finden sein. Gekennzeichnet sind die Produkte mit dem Ohne Gentechnik-Siegel vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG). Netto verkauft in seinen Filialen grundsätzlich keine kennzeichnungspflichtigen gentechnisch veränderten Lebensmittel. Darüber hinaus werde der Sortimentsanteil an Tierprodukten, bei deren Erzeugung ausschließlich gentechnikfreie Futtermittel eingesetzt werden fortwährend ausgebaut.

 

Auch andere Discounter setzen auf besondere Anforderungen um sich gegenüber Konkurrenten abzugrenzen

Seit Anfang Juli bietet auch Lidl unter seiner regionalen Eigenmarke Ein gutes Stück Bayern einige gentechnikfreie Schweineprodukte in einem Großteil der bayerischen Filialen an. Rewe hatte im April angekündigt, mit Meat 4 you antibiotikafreies Schweinfleisch anbieten zu wollen.

 

Die ISN meint:

Der Lebensmitteleinzelhandel scheint zunehmend sein eigenes Süppchen zu kochen, indem er auf die vermeintlichen Bürgerwünsche mit blindem Aktionismus reagiert. Bei Fragen zu den genauen Produktionsanforderungen und Bezugsquellen hält man sich hingegen lieber bedeckt.

Für die Erzeuger ist das Risiko, für diese Nischen zu produzieren, hoch. Speziell bei der Erzeugung von gentechnikfreiem Schweinefleisch müssen ausreichend GVO-freie Futtermittel verfügbar sein. Derzeit sind nur wenige Mischfutterbetriebe zertifiziert. Die Frage ist auch, ob sich die erheblichen Mehrkosten für Erzeugung, Zertifizierung und Trennung der Warenströme erzielen lassen und dann auch bei den Produzenten ankommen. Denn die meisten Marktbeobachter sehen bei der Mehrheit der Verbraucher keine Bereitschaft, für eine Fütterung ohne Gentechnik mehr Geld auszugeben.



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