19.11.2018rss_feed

Nachlese EuroTier 2018: Fehlende Planungssicherheit und Perspektive frustriert Schweinehalter

Die Gefühlslage in der Branche spiegelt die Aussage dieser Schweinehalter wider

Die Gefühlslage in der Branche spiegelt die Aussage dieser Schweinehalter wider

Schweinehalter bringen mit breiter Beteiligung an der ISN-Aktion Schreibe Deinem Politiker Deine Meinung ihren Frust über die fehlende Planungssicherheit und Perspektive zum Ausdruck. Kaum noch Investitionen in der deutschen Schweinehaltung. ISN:  Die Tierhaltung wird bereits in andere Länder verlagert, das wird mehr als deutlich. Die deutsche Politik muss hier endlich Ihrer Verantwortung gegenüber den deutschen Schweinehaltern nachkommen."

 

Deutsche Schweinehalter steigen aus

Die Stimmung in der deutschen Schweinebranche ist so schlecht, wie selten zuvor. Dafür verantwortlich ist nur nachrangig die aktuell miese ökonomische Situation. Vielmehr sind die Schweinehalter frustriert angesichts der fehlenden Planungssicherheit und fehlenden Perspektive. Zu viele Themen prasseln gleichzeitig auf die Schweinehalter ein, so dass ein hoher Anteil von Ihnen aufgeben will, wie schon die ISN-Umfrage zur Sauenhaltung in diesem Sommer eindrücklich gezeigt hat. Diejenigen, die aktiv ihre Schweinehaltung weiter entwickeln wollen werden zudem von bürokratischen Hürden und Zielkonflikten gebremst.

Diese Gefühlslage spiegelte sich auch auf der Eurotier wider. Viele deutsche Schweinehalter sind erst gar nicht mehr nach Hannover gefahren – auch einige bekannte Firmen, die vornehmlich den deutschen Markt im Blick haben, waren nicht mehr vertreten. Die breite Meinung der Stalleinrichter war: Das internationale Geschäft läuft, während der deutsche Markt in der Schweinehaltung nahezu zum Erliegen gekommen ist.    


Haben wir auch in Zukunft noch Schwein(e)?

Haben wir auch in Zukunft noch Schwein(e)?

Wer zahlt für mehr Tierwohl?

Dabei sind viele Schweinehalter – getreu dem Motto: nach jedem Schatten kommt auch wieder Licht – durchaus gewillt ihre Betriebe weiterzuentwickeln, wie die Gespräche am ISN-Stand sehr deutlich gemacht haben. Es war sehr auffällig, dass sich viele Schweinehalter über Vermarktungsmöglichkeiten von Schweinen mit besonderen Haltungsbedingungen (z.B. mit Stroh, mit mehr Platz usw.) erkundigt haben, weil sie diese bereits auf ihren Betrieben haben bzw. einrichten wollen.

Viele der Betriebe können nicht verstehen, warum ihnen hierzulande auf dem Weg zu mehr Tierwohl immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, während man den Weg für Ferkel- und Fleischimporte aus anderen Ländern nach Deutschland sogar noch begünstigt, fasst ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack zusammen. Und weiter: Wer zukünftig noch Fleisch aus Deutschland will, der muss auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Genau hier werden wir nicht nachlassen, immer wieder die Finger in die Wunden zu legen.   


Frauenpower!

Frauenpower!

ISN-Aktion Schreibe Deinem Politiker Deine Meinung

Vor diesem Hintergrund ist ebenso wenig verwunderlich, dass die Aktion Schreibe Deinem Politiker Deine Meinung am ISN-Stand sehr gut angenommen wurde. Hier konnten Schweinehalteren ihrem Frust und ihren Sorgen Luft verschaffen, gezielt Politikern ihrer Wahl per Postkarte oder Twitter den Slogan Hey Politiker, mal ganz im Ernst: Wollt Ihr Haltung vor Ort oder Schweine-Import? schicken und mit persönlichen Worten ergänzen. Wenig verwunderlich ist es auch, dass sich zahlreiche Mitglieder neben den Serviceangeboten der ISW und den Vermarktungsfragen insbesondere zu den K-Fragen, zur Afrikanischen Schweinepest und zu Stalleinbrüchen informierten. 

 

Die ISN meint:

Die Stimmung war greifbar – die deutsche Schweinehaltung verliert an Boden, weil ihnen jegliche Planungssicherheit und Perspektive verwehrt wird. Die deutsche Politik bekommt es nicht hin für umsetzbare Lösungen und Klarheit bei den wichtigen K-Fragen (Kastration, Kupieren, Kastenstand, Kennzeichnung usw. zu sorgen). Stattdessen werden immer mehr genehmigungstechnische und bürokratische Hürden geschaffen.

Besonders bitter ist die Tatsache, dass in Deutschland kaum noch in die Schweinehaltung investiert wird, denn fehlende Investitionen sind der Auftakt zum Ausstieg. Die Tierhaltung wird bereits in andere Länder verlagert, das wird mehr als deutlich. Die deutsche Politik muss hier endlich Ihrer Verantwortung nachkommen und den deutschen Schweinehaltern wieder eine Perspektive geben. Dieses Thema muss zur Chefsache werden – schade ist es deshalb, dass die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nicht zur Eurotier gekommen ist. Hier hätte sie ein Zeichen setzen können.


Terminhinweis!

Auffällig viele (junge) Schweinehalter haben sich auf der EuroTier über Vermarktungsmöglichkeiten von Schweinen mit besonderen Haltungsbedingungen (z.B. mit Stroh, mit mehr Platz usw.) erkundigt. Junge ISN Mitglied Johannes Ritz hat den Schritt gewagt, in einen Offenstall zu investieren. Welche Erfahrungen er bei der Genehmigung, beim Bau und auch bei der Suche nach einem geeigneten Abnehmer gemacht hat, erfahren interessierte Junge ISNler auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am 28. November 2018!

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