Nach Verhandlungen in Japan: Auch positive Schritte für Minister Rainer in China

Bundesminister Alois Rainer und sein chinesischer Amtskollege Zhang Zhu, Minister für Landwirtschaft und Ländliche Angelegenheiten, unterzeichnen ein Memorandum of Understanding zur Zusammenarbeit im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Agrarzentrums © BMLEH
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) setzt seine Asienreise erfolgreich fort. Nach den richtungsweisenden Gesprächen in Tokio zu den weiteren Schritten für eine Wiederöffnung des japanischen Marktes für deutsches Schweinefleisch konnte Rainer nun auch in Peking einen weiteren Meilenstein für den deutschen Agrarhandel erzielen: Die Zusammenarbeit im Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum wird verlängert und erhält einen deutlich stärkeren Fokus auf Markt- und Handelszugangsfragen.
ISN: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer nutzt seine Asienreise maximal aus und betreibt echte, wirksame Außenwirtschaftspolitik für unsere heimischen Schweinehalter! Gerade in der aktuell so schwierigen Marktlage ist Rainers beharrlicher Einsatz in Fernost ein Signal der Hoffnung.
Am Montag erzielte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf der ersten Station seiner Asienreise in Japan in Sachen Schweinefleischexporte erste Erfolge und stieß die Tür für den wissenschaftlichen Austausch zur ASP-Regionalisierung weiter auf.
Nun folgte der nächste Schritt in China: In Peking unterzeichnete Rainer gemeinsam mit dem chinesischen Minister für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten, Zhang Zhu, ein Memorandum of Understanding (MoU). Damit geht die seit 2015 bestehende Kooperation im Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum (DCZ) in eine neue, dreijährige Phase. Das entscheidende Signal für die deutsche Agrarwirtschaft: Das Zentrum wird auf ein völlig neues Fundament gestellt. Künftig soll es einen deutlich klareren wirtschaftspolitischen Fokus geben, der sich gezielt auf Handels- und Marktzugangsfragen ausrichtet.
Schaltstellen pflegen für den Marktzugang
Wir wollen diese Plattform noch stärker nutzen, um Handel auf Augenhöhe und zum gegenseitigen Nutzen einfacher möglich zu machen
, betonte Alois Rainer in Peking. Wenn Handelspartnerschaften reibungslos funktionieren sollen, müsse man die Schaltstellen mit Vertrauen und Verlässlichkeit pflegen. Rainer hob hervor, dass kein anderes Land der Welt eine vergleichbare Plattform im Agrarbereich mit China unterhalte. Dies sei Ausdruck einer starken Partnerschaft und zugleich der Auftrag, diese zukunftsorientiert auszubauen.
Für die deutsche Delegation, die von einer großen Wirtschaftsvertretung begleitet wird, ist dieses Abkommen ein strategisch wertvoller Türöffner. Die Verlängerung der Zusammenarbeit ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Während Deutschland technische Fachkompetenz und finanzielle Unterstützung für Seminare beisteuert, stellt China die Infrastruktur und das Personal vor Ort.
China und Japan gehörten zu den wichtigsten Drittlandsmärkten
Sowohl Japan als auch China gehören zu den Schlüsselmärkten, die der deutschen Schweinefleischbranche nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Jahr 2020 durch Importstopps weggebrochen sind. Vor der Sperre wurden im Jahr 2019 rund 602.000 Tonnen Schweinefleisch und Nebenprodukte aus Deutschland nach China geliefert; rund 39.000 Tonnen nach Japan. Damit standen die beiden Destinationen unter den wichtigsten Abnehmern außerhalb der EU an erster bzw. fünfter Stelle. Damit nahmen 2019 allein diese beiden Länder 57 % der deutschen Drittlandsexporte für Schweinefleisch auf.
Nachdem Rainer in Tokio bereits erste Schritte zur ASP-Regionalisierung und zum Export von wärmebehandeltem Schweinefleisch vereinbaren konnte, bietet das neu ausgerichtete Agrarzentrum in Peking nun das dringend benötigte, direkte Fundament, um auch die zähen Verhandlungen mit den chinesischen Behörden auf politischer und fachlicher Ebene intensiv voranzutreiben.
Die ISN meint:
Der nahtlose Übergang von den Gesprächen in Japan zu diesem konkreten Ergebnis in China zeigt: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer nutzt seine Asienreise maximal aus und betreibt echte, wirksame Außenwirtschaftspolitik für unsere heimischen Schweinehalter!
Um die harten Importblockaden infolge der ASP aufzulösen, braucht es ein Fundament auf Regierungsebene. Rainer beweist hier einen langen Atem und das nötige Fingerspitzengefühl, das wir bei seinem Amtsvorgänger schmerzlich vermisst haben. Dabei geht es insbesondere auch darum, diejenigen Teile vom Schwein wertbringend vermarkten zu können, die hierzulande kaum vermarktbar sind. Drittlandexport ist deshalb an dieser Stelle gleichbedeutend mit mehr Nachhaltigkeit!
Für die deutschen Schweinehalter, die dringend auf die wertschöpfende Vermarktung von Nebenprodukten im asiatischen Raum angewiesen sind, ist Rainers beharrlicher Einsatz in Fernost ein weiteres, handfestes Signal der Hoffnung.