26.06.2014

"Mensch Meyer, …

Minister Christian Meyer will eine Ringelschwanzprämie einführen

Minister Christian Meyer will eine Ringelschwanzprämie einführen

… auch wenn Sie Halbwahrheiten verbreiten, Tatsachen vermischen und mit Polemik ergänzen, werden Ihre Aussagen nicht richtiger!

Ein Lerneffekt scheint beim niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer nicht einzusetzen. Oft haben wir ihn von Seiten der ISN bereits für seine Aussagen kritisiert und die Fakten dargestellt.

 

Jüngstes Beispiel in der heutigen NOZ-Ausgabe

In der heutigen Ausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) wird Minister Meyer mit Bezug auf eine aktuelle Stunde im niedersächsischen Landtag im Beitrag Heftiger Streit um Schwanzkürzen mit Aussagen zitiert, die nicht (ganz) richtig sind:

  •  … in den Niederlanden wollten große Supermarktketten ab 2015 nur noch Fleisch von Tieren mit unkupierten Schwänzen verkaufen. Was dort geht, muss auch in Deutschland möglich sein, sagte Meyer.   
  • … Er verwies auf klare Vorgaben der EU und auch auf das Ziel des noch vom CDU-Agrarminister Gert Lindemann entwickelten Tierschutzplans, bis 2016 das Kupieren bei Schweinen zu beenden.
  • … Konkret müssten Haltungsbedingungen durch mehr Platz in den Ställen und andere Maßnahmen so verbessert werden, dass aggressives Verhalten von Schweinen eingedämmt werde.

Die Meyersche Ringelschwanzprämie ist von Seiten der ISN schon umfassend kommentiert worden.

 

Zu den jüngsten Aussagen Meyers meint die ISN:

  • Bevor der Minister andere EU-Länder als Vorbild darstellt, sollte er sich zunächst erkundigen, wie es dort tatsächlich aussieht. Wer sich einmal die kurzen Schwänze von Schweinen aus den Niederlanden angesehen hat, wird so eine Aussage so schnell nicht mehr treffen. Bei den von Meyer dargestellten Absichten der Supermarktketten handelt es sich um die schwammige Formulierung, dass das Kupieren der Schwänze weitgehend vermieden werden solle. Sehr weise, denn auch den Niederländern fehlen die Lösungen um auf das Schwänzekupieren zu verzichten. Es wird auch dort weiterhin kupiert!
  • Der Verweis auf den niedersächsischen Tierschutzplan ist definitiv falsch. Die genauen Ziele des Tierschutzplans kann jeder auf der Internetseite des Ministeriums nachlesen. Dort ist das Ziel zu dem Thema Kupieren der Schwänze  folgendermaßen definiert: Leitlinie (=Praxisempfehlungen) Maßnahmen zur Verhinderung von Schwanzbeißen, Kannibalismus, Pilotbetriebe". Bezüglich des Zeitplans ist für die Umsetzung dieses Ziels der Leitlinienerstellung das Jahr 2016 angegeben. Wohlgemerkt für die Leitlinienerstellung und nicht für den generellen Kupierausstieg.   
  • Meyer scheint mehr zu wissen als die Wissenschaftler und Fachleute – u.a. im Tierschutzplan – wenn es um die Maßnahmen zur Vermeidung von Schwanzbeißen geht. Pauschallösungen gibt es nicht. Schwanzbeißen ist ein Problem in allen Haltungsformen und Produktionsformen.

Lesen Sie auch "Ringelschwanzprämie - Meyer spielt mit dem Feuer"

Hier geht es zum NOZ-Beitrag "Heftiger Streit um das Schwanzkürzen"