21.08.2026rss_feed

LEH senkt Preise für mehrere Fleischartikel

©Canva

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Die führenden Discounter haben in der 33. Kalenderwoche ihre Ladenpreise für mehrere Schweine- und Rindfleischartikel reduziert. Während der Verbraucher an der Kasse von günstigeren Preisen profitiert, bewegen sich die Erzeugerpreise für Schlachtschweine gerade wieder nach oben. Wie passt das zusammen?

 

Wie die Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) mitteilt, haben mehrere führende Discounter in der 33. Kalenderwoche die Preise für ausgewählte Fleischprodukte aus dem Basissortiment reduziert. Die Anpassungen betreffen sowohl Schweine- und Rindfleisch aus konventioneller Haltung als auch Bio-Ware.

 

Hackfleisch und Schnitzel günstiger

Günstiger angeboten werden unter anderem Hackfleisch, Gulasch und Schnitzel. Eine 500-Gramm-Packung gemischtes Hackfleisch aus konventioneller Erzeugung kostet inzwischen umgerechnet 9,98 Euro je Kilogramm. Zuvor lag der Preis bei 10,98 Euro je Kilogramm. Schweineschnitzel im Preiseinstiegssegment kostet derzeit 9,38 Euro je Kilogramm. Im Juli waren dafür noch 9,63 Euro je Kilogramm fällig.

 

Verbraucherpreise reagieren mit Verzögerung

Die Entwicklung im Regal folgt den vorgelagerten Marktstufen üblicherweise nicht unmittelbar. Aufgrund länger laufender Liefer- und Kontraktvereinbarungen werden Veränderungen bei den Erzeugerpreisen oft erst mit zeitlichem Abstand an die Verbraucher weitergegeben.
In den vergangenen Monaten waren die Preise für Schlachtschweine und Schlachtrinder mehrfach rückläufig und lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Vor allem am Schweinemarkt rutschte durch fehlende Drittlandsexporte und einen überversorgten EU-Markt durch Preissenkungen im Mai schon auf ein desaströses Niveau.

 

Steigende Schweinenotierungen treffen auf günstigere Ladenpreise

Die aktuellen Preissenkungen im Handel fallen in eine Phase, in der sich die Schweinenotierungen wieder nach oben bewegen. Das ist kein zwingender Widerspruch, weil zwischen Notierung und Ladenpreis mehrere Stufen der Vermarktung sowie zeitversetzte Verträge liegen. Dennoch stellt sich die Frage, wie lange der Lebensmitteleinzelhandel die niedrigeren Verbraucherpreise beibehält, wenn höhere Erzeugerpreise nachhaltig an den Schlachthöfen ankommen.

 

Schweinefleisch bereits unter Vorjahresniveau

Nach Angaben des AMI-Frischeindex war konventionelles Schweinefleisch in diesem Jahr über längere Zeit günstiger als im Vorjahr. In den ersten beiden Augustwochen zahlten Verbraucher durchschnittlich 4,1 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Durch die jüngsten Preisanpassungen dürfte der Abstand weiterwachsen. Auch bei Rindfleisch hat sich die Differenz zum Vorjahr im Jahresverlauf verringert. Dazu trugen kleinere Preisrückgänge bei. Zusätzlich wirkt der sogenannte Basiseffekt: Im vergangenen Jahr waren die Preise deutlich gestiegen.

 

Die ISN meint:

Preissenkungen an der Ladentheke stehen nur vermeintlich im Widerspruch zu steigenden Erzeugerpreisen. Tatsächlich beeinflussen Preise für einzelne Artikel an der Ladentheke den Schweinepreis nur bedingt. Dazwischen liegen mehrere Vermarktungsstufen sowie zeitversetzte Liefer- und Kontraktvereinbarungen. Zudem werden im Handel nur einzelne Teile des Schweins vermarktet, während der Erzeuger für das gesamte Schlachttier bezahlt wird.

Absatzorientierte Angebote können den Markt grundsätzlich entlasten und sind – entsprechend dosiert – durchaus sinnvoll. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass Fleisch verramscht oder pauschal Druck auf die Erzeuger ausgeübt wird. Nach wie vor reichen die Erzeugerpreise längst nicht für eine kostendeckende Schweinefleischerzeugung aus – die Schweinehalter schreiben weiterhin tiefrote Zahlen. Das kann auf Dauer nicht funktionieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Angebotsdruck nicht aus Deutschland kommt, wo die Erzeugung bereits erheblich zurückgefahren wurde, sondern vor allem aus dem europäischen Binnenmarkt.


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