29.08.2025rss_feed

Lebendimporte nach Deutschland stark rückläufig

© ISN nach Destatis, Thünen Institut

© ISN nach Destatis, Thünen Institut

Die Schweineimporte nach Deutschland sind von Januar bis Juli 2025 spürbar zurückgegangen. Besonders stark betroffen war der Import von Schlachtschweinen. Der Trend der steigenden Lebendimporte der Vorjahre hat sich damit klar umgekehrt.

 

Insgesamt wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 rund 6,23 Mio. Schweine nach Deutschland eingeführt. Das waren 10,1 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Den weitaus größten Teil machten wie gewohnt die Ferkel aus: Mit 5,77 Mio. Tieren lagen ihre Importe 5,2 % unter dem Vorjahresniveau. Besonders drastisch fiel der Rückgang bei den Schlachtschweinen aus – hier wurden nur noch 460.000 Tiere importiert, was einem Rückgang von 45,5 % entspricht.

 

Einfuhren von Schlachtschweinen fast halbiert

Der Rückgang der Schlachtschweineimporte war vor allem auf stark rückläufige Lieferungen aus den Niederlanden und Belgien zurückzuführen. Aus den Niederlanden wurden von Januar bis Juli 2025 rund 330.000 Schlachtschweine nach Deutschland geliefert – das entspricht einem Minus von 44,8 % gegenüber dem Vorjahreswert von 600.000 Tieren. Noch deutlicher war der Rückgang bei den Lieferungen aus Belgien: Mit nur noch 80.000 Schlachtschweinen halbierten sich die Importe nahezu.

 

Deutsche Notierung verliert Vorsprung auf niederländischen Preis

Zum einen dürften die geringen Einfuhren darauf zurückzuführen sein, dass es in Deutschland in den ersten Wochen dieses Jahres einen relativ großen Überhang an Schlachtschweinen gegeben hatte, dessen Abbau sich deutlich länger als gewöhnlich hingezogen hat. Zum anderen war es auch danach noch preislich weniger attraktiv für niederländische Mäster, ihre Schweine nach Deutschland zu verkaufen, denn die deutsche Schlachtschweine­notierung fiel Ende Februar hinter die niederländische Notierung zurück. Im Vergleich zu den Vorjahren war das eine ausgesprochen unübliche Entwicklung, denn meist hatte die deutsche Notierung einen kleinen Vorsprung auf den niederländischen Preis. Seit Anfang Juli bewegen sich beide Notierungen seitwärts auf dem gleichen Niveau.

 

Auch Ferkelimporte rückläufig – besonders aus den Niederlanden

Die Zahl der importierten Ferkel ging im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 % zurück. Insgesamt wurden zwischen Januar und Juli 2025 rund 5,77 Mio. Ferkel nach Deutschland eingeführt. Dabei zeigten sich je nach Herkunftsland deutliche Unterschiede:
Aus den Niederlanden kamen rund 1,42 Mio. Ferkel, was einem Rückgang von 16,4 % gegenüber dem Vorjahreswert von 1,70 Mio. entspricht. Aus Dänemark wurden mit 4,33 Mio. Tieren nur etwa 1,0 % weniger Ferkel geliefert als im gleichen Zeitraum 2024.

Ein wesentlicher Grund für die rückläufigen Lieferungen aus den Niederlanden dürfte das dortige staatliche Aufkaufprogramm für Sauenbetriebe sein. Laut Viehzählung verringerte sich der niederländische Sauenbestand zuletzt um 6,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig zeigen Exportstatistiken, dass niederländische Ferkelerzeuger ihre Tiere insbesondere in den ersten Monaten des laufenden Jahres zunehmend nach Spanien verkauften – zulasten der Exporte nach Deutschland.


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