26.10.2015rss_feed

Junge ISN Tagesexkursion Münsterland: 15€ mehr pro Ferkel würden mir sehr gut tun

Andreas Hoenig hat für 1400 Sauen neu gebaut und dabei einiges anders gemacht. 45 junge Schweinehalter wollten erfahren welche Erfahrungen der Sauenhalter mit dem neuartigen Stallbaukonzept gemacht hat. Stichwörter sind: nahezu null Emissionen durch Gülleschieber, Dach gleich Decke, freie Abferkelung und Güllekühlung.

 

Von einer Besucherplattform konnten die Exkursionsteilnehmer durch Fenster in die Ställe schauen und sich so einen Überblick verschaffen; ohne Einduschen. Die jungen ISNler löcherten Hoenig anschließend über zwei Stunden mit Fragen zu Kosten, Produktionstechnik, Leistungszahlen und Tiergesundheit.

Geduldig und ehrlich antwortete Andreas Hoenig auf die Fragen der JISNler


Blick in den Abferkelstall

Genau in der Niedrigpreisphase gestartet

Als Hoenig von einigen Jahren den nächsten Wachstumsschritt plante wollte er sich auch für zukünftige gesetzliche Verschärfungen in der Sauenhaltung wappnen. Für mich ist der Stall eine Investition in die Zukunft, die mich aktuell sehr teuer zu stehen kommt. Die anhaltenden Tiefstpreise auf dem Ferkelmarkt hinterlassen tiefe Sorgenfalten bei dem Jungunternehmer: Der Stall ist genau zum Start der Niedrigpreisphase bezugsfertig geworden. Und klar produziere ich in diesem Stall auch etwas teurer als in einem normalen konventionellen Stall. Aktuell würden mir 15€ mehr pro Ferkel sehr gut tun.

So wundert es nicht, dass er müde ist zusätzliches Tierwohl anzubieten, das nicht bezahlt werde: Ich mache nur noch extra, was ich auch extra bezahlt bekomme. Als Beispiel nannte er die freie Abferkelung. Diese wäre in dem Betrieb möglich. Wir haben eine Zeit lang die Buchten am Tag 5 nach der Abferkelung geöffnet. Aber es bedeutet einfach eine deutliche Mehrarbeit die Buchten zu öffnen. Hinzu kommt, dass wir sie bei der nächsten Behandlung aus Arbeitsschutzgründen wieder verschlossen haben. Aktuell verzichten wir also darauf, erklärt Hoenig.


Ein Stall für die Mitarbeiter

Und doch würde er den Stall wieder so bauen und nur wenige Kleinigkeiten ändern. Ich habe den Stall auch für meine Mitarbeiter gebaut. Durch die Bauweise mit viel Luftraum und die Gülleschieber unter den Spalten entwickeln sich fast keine Schadgase im Stall. Für viele meiner neuen Mitarbeiter war das Stallkonzept ausschlaggebend bei mir anzufangen, berichtet er.

Während des Baus konnte er sich vor Anfragen von Schweinemästern kaum retten. Und so befinden sich trotz der großen Zahl an produzierten Ferkeln alle Abnehmer im Umkreis von 10 km, der nächste Mastbetrieb ist nur 500 m entfernt. Wir haben einen eigenen Ferkeltransportwagen, damit sparen wir die Marge des Zwischenhandels ein. Zweimal im Jahr trifft sich der Sauenhalter mit seinen angeschlossenen Mästern. Bei einer der vergangenen Treffen wurde beschlossen, die Ebergenetik von Duroc zu Pietrain umzustellen. Das war eine Mehrheitsentscheidung. Die Mäster erhoffen sich, dass die Pietrain leichter durch die Mast laufen.

Dach gleich Decke: Blick in das Deckzentrum und den Wartebereich


Tatort-Krimitour durch Münster

Diskussion mit Stallbauern

Im Anschluss diskutierten die JISNler mit Vertretern der Stallbauunternehmen Big Dutchman, Hölscher + Leuschner, AGSG, Gillig + Keller und Danbauer über die zukünftigen Entwicklungen am, um und im Schweinestall. Über den spannenden Austausch mit den Stallbauern berichtet die ISN in einem separaten Beitrag in der kommenden Woche.

 

Nach dem vielen fachlichen Input, begaben sich die Jungschweinehalter auf Tatort-Münster-Spurensuche und ermittelten im rätselhaften Entführungsfall des Professors Boerne. Während sie versuchten den Fall zu lösen, erfuhren sie Bemerkenswertes und Merkwürdiges aus der Geschichte Münsters und entdeckten dabei so manchen aus vergangenen Ermittlungen bekannten Ort und erinnerten sich an Anekdoten aus über 10 Jahren Tatort Münster.


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