25.08.2014

ISN beim Dreiländertreffen – Überall wird nur mit Wasser gekocht

An einem Tisch

An einem Tisch

ISN im Austausch mit holländischen und dänischen Schweinehalterorganisationen - Traditionelles Dreiländertreffen in Wildeshausen – Rahmenbedingungen im Fokus

 

Der Wind bleibt rau in der Schweineproduktion. Und eine Änderung der Wetterlage ist immer noch nicht in Sicht. Das ist das Fazit des diesjährigen Dreiländertreffens. In Wildeshausen trafen sich in der vergangenen Woche die Vertreter der ISN - Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) mit der führenden niederländischen (NVV) und dänischen Schweinehalterorganisation (Danske Svineproducenter, DSP).

 

Anders als bei den vergangenen Treffen standen dieses Mal nicht die Marktthemen im Haupt-Fokus. Natürlich tauschte man sich über die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und des russischen Importstopps aus. Denn für manche Unternehmen ist die ASP näher als es auf den ersten Blick erscheint. Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown betreibt beispielsweise im polnischen Kolo eine Zerlegung von Schweinen und das zweitgrößte Fleischunternehmen Polens ist eine 100%ige Tochter des Unternehmens.


Gruppenbild der Teilnehmer am Dreiländertreffen 2014

Gruppenbild der Teilnehmer am Dreiländertreffen 2014

Politiker tauschen sich aus

Die Themen, die die Schweinehalter bewegen, sind in allen drei Ländern die gleichen, nur in unterschiedlicher Intensität und Rangfolge der öffentlichen Betrachtung durch die Medien. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch auf politischer Ebene der Austausch mit den Nachbarländern vorangetrieben wird. Im Rahmen eines Agrar-Trilogs kamen die Landwirtschaftsminister aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Christian Meyer und Johannes Remmel, sowie die im Haager Landwirtschaftsministerium für Landwirtschaft zuständige Staatssekretärin Sharon Dijksma in diesem Jahr auf der Grünen Woche zusammen. Eine Rückfrage an die NVV, ob sich daraus konkrete Projekte ergeben hätten, wurde mit einem klaren Nein beantwortet.

 

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt traf sich im Juni mit seinem dänischen Amtskollegen Dan Jørgensen. Beide Minister diskutierten vor allem über Tierschutzfragen aus und wollen die Zusammenarbeit in diesem Bereich intensivieren. Wie diese Zusammenarbeit genau aussehen soll, ist derzeit noch nicht näher definiert.

 

Die genannten Aktivitäten sind für die ISN Grund genug sich ebenfalls mit den Erzeugern in den Nachbarländern auszutauschen und Positionen zu Themen abzugleichen. Denn ein Ende der immer weiter steigenden Auflagen sowohl für die Sauenhalter als auch die Schweinemäster ist in allen drei Ländern nach wie vor nicht in Sicht.

 

Auch Dänen und Niederländer kochen nur mit Wasser

 Die Diskussionen der Schweinehalter im Rahmen des Dreiländertreffens machten einmal mehr deutlich. In allen Ländern wird nur mit Wasser gekocht – egal um welches Schwerpunktthema es geht. Und auch wenn verschiedene deutsche Politiker immer wieder gerne darauf verweisen, dass man in den Nachbarländern bei den einzelnen Themen schon viel weiter sei, können wir nur erneut feststellen: Ankündigen und Umsetzen sind zwei verschiedene Dinge. In Bezug auf das Umsetzen brauchen sich deutsche Schweinehalter auf jeden Fall in keiner Weise hinter Ihren Kollegen aus den Nachbarländernzu verstecken.  Das gilt für den Tierschutz – beispielsweise beim Thema Schwänze kupieren ebenso wie für den Antibiotikaeinsatz und das Nährstoffmanagement. Hier dürfen dich die Schweinehalter der verschiedenen Länder nicht gegeneinander ausspielen lassen.

 

Unter dem Strich steht fest: Das Dreiländertreffen ist eine wichtige Austauschplattform um sich zu aktuellen Fragen rund um die Schweinehaltung abzustimmen.

 

Aus den Niederlanden nahmen die neue NVV-Vorsitzende Ingrid Jansen, sowie die Vorstandsmitglieder Frank Donkers und Theo Duteweerd teil. Aus Dänemark reisten aus der DSP-Geschäftsstelle Hans Aarestrupund  Markus Fiebelkorn sowie DSP-Vorsitzender Henrik Mortensen an. Für die ISN waren Vorstandsmitglied Birgit Scharlau, der stellv. Vorsitzende Philipp Schulze Esking sowie Gesa Lampe und Dr. Torsten Staack aus der ISN-Geschäftsstelle dabei.