08.08.2014

Importsperre Russlands – Die Folgen für die Schweinefleischmärkte

Importsperre Russlands

Importsperre Russlands

Der Handelskrieg mit Russland scheint völlig entbrannt zu sein: Nachdem die EU, USA und weitere Länder Russland mit Sanktionen belegt hatten, antwortet man in Moskau mit Einfuhrverboten für zahlreiche Agrarprodukte. Damit dürfen weder die EU noch die USA, Kanada, Norwegen und Australien für mindestens ein Jahr Schweinefleisch nach Russland liefern, heißt es aus dem Kreml.

 

Markt für Schweinefleisch bereits seit Januar gesperrt

Für Schweinefleisch aus der EU gilt der Einfuhrstopp bereits seit Anfang des Jahres. Begründet hatte man die Sperre mit der Angst, den Erreger der afrikanischen Schweinepest mit dem EU-Fleisch zu importieren. Damals waren wenige Fälle der Schweinepest in Polen und Litauen bei Wildschweinen an der Grenze zu Russland aufgetreten. Jedoch war bereits zu diesem Zeitpunkt wohl jedem klar, dass es sich um politisch motivierte Entscheidungen des Kremls handelte.

 

Enorme Verluste für europäische Schweinehalter

Die Auswirkungen sind seitdem für die Schweinehalter in der EU merklich zu spüren. Immerhin ca. 750.000 Tonnen Schweinefleisch im Wert von über 1 Mrd. Euro wurden noch im vergangenen Jahr nach Russland verkauft, ein Viertel dieser Menge kam aus Deutschland. Damit konnte Russland ca. 20 % seines gesamten Bedarfs an Schweinefleisch decken. Der fehlende Absatzmarkt hatte direkten Einfluss auf die Preise in Deutschland. Aktuell liegt der Schweinepreis deutlich unter dem Preis des Vorjahres, im Jahresdurchschnitt dürften die deutschen Landwirte mindestens 10 € je Schwein weniger erlösen als im vergangenen Jahr. Für einen durchschnittlichen Mastbetrieb mit 1.500 Mastplätzen fehlen dadurch Einnahmen in Höhe von etwa 40.000 €/Jahr schätzt ISN Marktexperte Matthias Quaing. Das entspricht dem durchschnittlichen Einkommen der Landwirtsfamilie!, so Quaing.