27.01.2020rss_feed

Heiße Liebe zu Lebensmitteln ist das wohl nicht

Edeka setzt nicht nur in der Werbekampagne zum Jubiläum auf "super geile Preise" – die angeblich geliebten Lebensmittel sind davon nicht ausgenommen

Edeka setzt nicht nur in der Werbekampagne zum Jubiläum auf "super geile Preise" – die angeblich geliebten Lebensmittel sind davon nicht ausgenommen

Die jüngste Werbekampagne der Edeka Regionalgesellschaft Minden-Hannover zum 100. Geburtstag des Unternehmens löste bei Landwirten am Wochenende Empörung aus, woraufhin das Edeka-Zentrallager in der letzten Nacht durch ca. 250 Trecker blockiert wurde. Edeka sprach von einem Missverständnis und wies auf eine falsche Auslegung der Marketingbotschaft hin. Plakate mit dem missverständlichen Slogan der Marketingkampagne seien bereits entfernt worden.

ISN: Das eigentliche Missverständnis der Edeka ist, dass es hochwertige Lebensmittel nicht zu Dumpingpreisen gibt. Der Protest der Landwirte ist deshalb mehr als berechtigt. Fakt ist, Edeka setzt hier nicht nur zum Jubiläum auf super geile Preise – die angeblich geliebten Lebensmittel sind davon nicht ausgenommen. Letztendlich geht der Preisdruck zu Lasten der hiesigen Erzeuger.

 

Hintergrund

Die Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover hatte zum 100. Geburtstag des Unternehmens eine Marketingkampagne mit dem Slogan: Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten gestartet, der auf zahlreichen Plakaten in verschiedenen Regionen zu sehen war. Bei Landwirten entfachte die Kampagne bereits am Wochenende Empörung aus und führte in den sozialen Medien zu einer breiten Diskussion. In der Nacht zu Montag hatten rund 250 Landwirte aus Protest gegen die Kampagne mit ihren Traktoren die Zufahrt zu Edeka-Zentrallager in Wiefelstede im Landkreis Ammerland blockiert und ihrem Ärger Luft gemacht. Auch verschiedene Politiker haben sich angesichts des Ramschangebotes empört gezeigt.

 

Gemeint war der Ort Essen, nicht das Essen

Den medialen Gegenwind bekam Edeka mit voller Wucht zu spüren und nahm bereits Stellung:

Ziel der Marketingkampagne war es, alle Ortschaften, wie z. B. auch Minden oder Bremen in unserem Absatzgebiet individuell anzusprechen. Es war somit eindeutig der Ort Essen/Oldenburg gemeint und nicht Essen im Sinne von Lebensmitteln. Darüber hinaus, gehen die angekündigten Preisreduzierungen der Produkte nicht zu Lasten der Landwirte, sondern werden ausschließlich von der Großhandlung getragen. Die Plakate, die zu dem Missverständnis geführt haben, seien nach den ersten Hinweisen umgehend entfernt worden.

 

Die ISN meint:

Allzu groß scheint die Liebe zu den Lebensmitteln bei Edeka ja nicht zu sein. Angesichts dieser Werbung erscheint das von ihnen gepflegte Image der Regionalität und der Nähe zu den Landwirten vor Ort als Heuchelei. Während die Landwirte in den letzten Wochen bereits mit zahlreichen Demos immer wieder zur Sprache gebracht haben, wie groß die Sorge um die existenzielle Zukunft ist, kommt Edeka mit einer Kampagne um die Ecke, die mit Niedrigstpreisen die Kunden in den Laden locken will. Auch die Verteidigung, dass Edeka die Preissenkungen doch aus eigener Tasche bezahle, ist beschämend. Wertschätzung bzw. die vermeintliche Liebe zu Lebensmittel, bringt Edeka hier garantiert nicht zum Ausdruck. Der Aufschrei der Landwirte – auch wenn die Marketingkampagne das Absatzgebiet Essen-Oldenburg ansprechen sollte – ist absolut berechtigt! Auch wenn die Kritik einiger Politiker an der Werbung vollkommen berechtigt ist, ist sie aus ihrem Mund doch ein Stück weit heuchlerisch. Sind sie es nicht, die durch immer mehr Auflagen ohne Gesamtkonzept für die Perspektivlosigkeit und fehlende Planungssicherheit bei den landwirtschaftlichen Betrieben eine Hauptverantwortung tragen und die Betriebe zur Aufgabe treiben?  


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